Zersorg Dich nicht !
Zersorg Dich nicht!
"Don\'t worry - be happy!". Dieser Song war vor einigen Jahren in aller Munde. Sorge dich nicht, sei fröhlich. Aber das ist leichter gesagt, als getan.
Was tun, wenn uns das Wasser scheinbar bis zum Hals steht? Wenn wir schon morgens ins schwarze Loch fallen und eigentlich gar nicht aufstehen möchten? Weil Ebbe auf dem Konto herrscht und die Miete schon wieder nicht bezahlt werden kann. Weil nach drei Monaten ernsthafter Suche immer noch kein Job in Sicht ist. Weil bei der Routineuntersuchung beim Arzt doch was gefunden wurde.
Sorgen sind ein fester Bestandteil unseres Alltags. Unaufhörlich kreisen unsere Gedanken um das Morgen, um das Vorstellungsgespräch, das uns schon Tage vorher nicht mehr schlafen lässt oder um das Semesterexamen, für das wir einfach nicht genug lernen können. Häufig sind Sorgen berechtigt, manchmal überschreiten sie aber auch ein vernünftiges Maß.
Sorgen können einen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes fertig machen. Sie machen uns körperlich und seelisch krank, lassen uns nicht mehr schlafen und machen uns vorzeitig alt. Wir werden von unseren Ängsten zerfressen. Alle Freude scheint aus unserem Leben verschwunden. Das Denken an das Morgen wird zur Last.
Die Bibel kennt den Begriff "Sorge" sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Negativ steht er für Sorge im Sinne von ängstlicher Besorgnis, positiv bedeutet er Fürsorge. Gerade die negativen Sorgen sind es, die uns die Freude am Leben nehmen. Wir fühlen uns unserem Schicksal ausgeliefert. Durch das Sorgen versuchen wir, uns gegen das Bevorstehende abzuschirmen. Aber quälende Gedanken dieser Art müssen nicht sein. Gott verspricht uns in der Bibel, dass er für uns sorgen wird und unsere Nöte auffängt (1. Petrus 5, 7). Das hier gebrauchte Wort für Sorgen bedeutet "jemand kümmert sich um etwas". Dieser Jemand ist Gott, der für uns und sich um uns sorgt.
Besonders in der Bergpredigt (Matthäus 6, 25-34) macht Jesus deutlich, dass Kinder Gottes um nichts besorgt sein müssen, weder um Nahrung, Gesundheit oder Kleidung. Er nennt diese Sorgen auch die "Sorgen der Welt". Gott Bescheid über alles, was wir brauchen und er wird es uns geben.
Wir Menschen können unsere Zukunft nicht selbst absichern, denn sie liegt allein in Gottes Hand. Sorgen richten sich gegen Gott. Sie weisen die Fürsorge und Liebe desjenigen zurück, der allein unsere Bedürfnisse kennt. Sie sind wertlos, denn wir können durch sie unser Leben nicht verlängern oder uns selbst absichern. Jesus sagt, das Leben ist so viel mehr, als sich über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die wir nicht ändern können. Gott sorgt für die Vögel unter dem Himmel, wie viel mehr wird er für uns Menschen sorgen. Wer sich seinen negativen Sorgen hingibt, zeigt mangelndes Vertrauen und Unglauben.
Doch trotz Gottes Zusagen können wir Sorgen nicht einfach abschütteln. Oft zweifeln wir an Gott und können sein Handeln in unserem Leben nicht sehen. Vertrauen ist angesagt. Gott sorgt füralles und seine Liebe schenkt uns Kleines und Großes, Alltägliches und Besonderes. Wir dürfen ihm im Gebet und Flehen mit Danksagung unsere Anliegen bringen (Philipper 4, 6-7). Durch unsere Hinwendung zu Gott werden alle Gedanken, die auf die Sicherung des Lebens ausgerichtet sind, überflüssig. Wir dürfen uns also getrost von unseren Sorgen ab- und zu Gott hinwenden. "Sorgt euch um nichts", sagt der Apostel Paulus in dieser Bibelstelle.
Wenn dich die Sorgen aufzufressen drohen, dann schreibe jede namentlich auf ein Stück Papier und gib sie einzelnd im Gebet an Gott ab. Bei ihm sind sie gut aufgehoben, er wird sich von jetzt an darum kümmern. Schreibe das Datum deines Gebets auf. Wenn die Sorgen wieder kommen, weißt du genau, wann du sie an Gott abgegeben hast. Es macht keinen Sinn, sie neu hervorzukramen.
Man kann sich aber auch positiv sorgen, indem man sich um Andere kümmert. Die Bibel erwähnt hier die Sorge der Menschen füreinander (1. Korinther 12, 25), Paulus\' Sorgefür die Gemeinden (2. Korinther 11, 28) und die Sorge des Timotheus für die Gemeinde in Philippi (Philipper 2, 20). Gemeint ist die Fürsorge für unsere Mitmenschen, für die wir verantwortlich sind. Das beinhaltet Planen und Voraus schauen, nicht zermürbendes Hin- und hergrübeln!
Also :
Fürsorgen: Ja
Vorsorgen: Ja
Versorgen: Ja
Zersorgen: Nein!
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