Wie man Christus mit Verlorenen teilt


Sie haben wahrscheinlich eine bestimmte Vorstellung von Evangelisation. Was kommt ihnen in den Sinn?

Ein Schaukasten an einer Straßenecke. Oder an fremde Haustüren klopfen und fragen: Sind Sie vielleicht auf dem Weg zur Hölle? Oder, schlimmer noch: die Vorstellung an einen langhaarigen Typen aus dem Fernsehen, der um Geld bettelt? Derartige Ideen von Evangelisation sind für Christen wie auch für Nichtchristen fürchterliche Vorstellungen. Auf beiden Seiten dieses Zaunes dürfte man sich darin einig sein, dass solche Art Evangelisation für den Evangelisten wie auch für den Angesprochenen total unerwünscht ist. Ich habe also nicht vor, Ihnen diese Art von Evangelisation beizubringen. Ich denke, dass einige da eine falsche Vorstellung von der Funktion des menschlichen Geistes haben und wie Gott mit Menschen arbeitet. Stattdessen möchte ich Ihnen die Art und Weise zu evangelisieren zeigen, wie Jesus sie lehrte. Wie ich schon sagte, bevorzugte er Bilder aus dem Agrarbereich.

 Hauptsächlich gebrauchte Jesus den Vergleich vom Pflanzen und Säen, um damit die Botschaft des Evangeliums zu übermitteln. Wie jedoch jeder Landwirt weiß, bedarf es zum Betreiben einer Landwirtschaft mehr, als nur das Aussäen der Saat. Die Bibel weist auf das gleiche hin. Bevor Sie eine Saat in die Erde einbringen können, müssen Sie die Erde gut anbaufähig machen, das ist die erste Stufe des Evangelisationsprozesses: Das Kultivieren.

 

1. Knüpfen Sie authentische Beziehungen zu Ungläubigen

 

Wenn Sie einen Garten anlegen, gehen Sie nicht einfach hinaus, kippen die Saat auf den Erdboden und erwarten eine Ernte. In ihrer Bemühung, Gottes Gebot, Christus mit anderen zu teilen, zu gehorchen, tun viele gute Christen genau das, wenn sie evangelisieren. Sie treffen einen Fremden, lesen ihm Johannes 3,16 vor und erwarten, dass etwas geschieht. Erstaunlich ist, dass es manchmal funktioniert - das sei nur als Erinnerung gesagt - dass, ganz gleich wie unfähig wir sind, Gott immer noch erstaunliche Dinge mit unseren Bemühungen machen kann. Aber, um bei Jesu Landwirtschaftsmetapher zu bleiben, hat ein solcher Mensch nur ein Bündel Saatpflanzen auf einen nicht kultivierten Erdboden geworfen.

 

Wenn man so auf einem schweren, trockenen Erdboden arbeitet, wird die Saat sofort aufgehen. Wenn man versucht, das Evangelium mit anderen zu teilen, ohne zuerst eine Beziehung zu entwickeln, dann wird auch unser Teilen der Botschaft des Evangeliums sofort aufgehen, aber keine Wirkung haben. Darum ist die erste Stufe, Christus mitzuteilen, einfach die Herstellung einer authentischen Beziehung zu nicht an Gott Glaubende. In einer Beziehung zu sein bedeutet, dass man mit einer anderen Person gemeinsamen Boden findet - Dinge, in denen man einer Meinung ist, Art und Weisen, in denen man Ähnlichkeiten entdeckt, Interessen, die man teilt. Innerhalb dieses Kontextes entsteht wirkliches Leben zwischen zwei Menschen. Man kann eine Brücke bauen, über die das Evangelium gehen kann. Lassen Sie uns ein biblisches Beispiel dafür ansehen - der Apostel Paulus. Beachten Sie, wie er mit all diesen verschiedenartigen Leuten umgeht, die keine Christen sind:

 

1.Korinther 9,19-23: "Obwohl ich also frei und von niemand abhängig bin, habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen. [Verlorene zu gewinnen hatte sehr große Priorität im Leben von Paulus. Dieser Paulus forderte uns auf, seine Lebensart zu imitieren. Um das zu erreichen, machte er sich selbst zum Diener. Was bedeutet das?] „20 Wenn ich mit Juden zu tun hatte, lebte ich wie ein Jude, um sie für Christus zu gewinnen. Unter ihnen, die von der Befolgung des Gesetzes das Heil erwarten, lebte auch ich nach den Vorschriften des Gesetzes, obwohl ich selbst das Heil nicht mehr vom Gesetz erwarte – und das nur, um sie für Christus zu gewinnen.”

 

Die Juden waren anders als Paulus. Sie lebten unter dem Gesetz des Mose mit seinen Opfern, speziellen Festtagen und wöchentlichen Sabbaten, Ernährungseinschränkungen, spezieller Haarmode und das Tragen von besonderer Kleidung. Sie lebten unter dem Gesetz des Alten Bundes, aber Paulus lebte nicht darunter. Er hatte keinen Grund, dieses Gesetz zu halten, weil dieses Paket von Gesetzen seinen Zweck erfüllt hatte: er wies Menschen auf den Messias als das neue und bessere Gesetz hin. Paulus war nicht unter diesem Gesetz, aber er liebte die Juden so sehr, dass er, um Beziehungen zu ihnen zu bauen und die Saat vom Evangelium in ihr Leben einzupflanzen, in ihrer Gegenwart entschlossen so lebte wie die Juden. All das tat er, um Freundschaften mit ihnen herzustellen und ihre Aufmerksamkeit für das Evangelium zu gewinnen. Diese Handlungsweise wird uns besonders in der Apostelgeschichte berichtet. Wenn Paulus den Juden eine Predigt halten wollte, wohin ging er? Samstagmorgens, zur Synagoge, weil sie sich an diesem Ort versammelten, um Gottes Wort zu hören. Das ist die erste Regel für Evangelisation: Gehen Sie dort hin, wo Menschen sind. Er feierte ihre Feste mit ihnen. Das war für ihn besonders leicht, weil Paulus als gebürtiger Israelit diese Feste an das erinnerte, was Gott für seine Familie getan hat. Einmal unterwarf sich Paulus sogar einem Nasiräergelübde. Das steht in Apg. 21, wenn Sie es nachschlagen möchten. Einige Leute haben gesagt, dass wir am Samstag zur Kirche gehen müssten, weil Paulus das tat. Gut, sollten wir dann nach derselben Logik auch Nasiräergelübde ablegen und erfüllen? Derartige Dinge erklärte Paulus für Leute im Neuen Bund als nicht verbindlich. Es waren vielmehr Dinge, die Paulus tat, weil er diejenigen liebte, die unter dem Gesetz waren. Darum ging er und lebte, wie sie lebten, um ihre Aufmerksamkeit für das Evangelium zu gewinnen. Das nennt man kultivieren, anbaufähig machen.

 

“21 Wenn ich dagegen mit Menschen zu tun hatte, die nichts vom Gesetz wissen, lebte auch ich nicht nach dem Gesetz, (obwohl ich doch vor Gott nicht gesetzlos lebe; ich stehe ja unter dem Gesetz, das Christus gegeben hat) – und auch das tat ich, um sie für Christus zu gewinnen.”

 

Dies ist die Kehrseite. Als Paulus ging, um Christus mit Nichtjuden zu teilen, suchte er nicht am Samstagmorgen eine Synagoge auf, weil es dort keine Nichtjuden gab. Denn Paulus wusste, dass er nicht an seine jüdischen Traditionen gebunden war. Er fühlte sich wahrscheinlich sehr wohl, samstags zu beten und zu predigen, so wie manche von uns das empfinden und aus demselben Grund. Das war das, was er sein ganzes Leben getan hatte; sein Leben verlief so, dass der Gottesdienst am Samstag mit seinem Plan abgestimmt war. Aber er wusste, Nichtjuden zu einem Samstagmorgen Gottesdienst einzuladen, keine wirksame Strategie wäre. Das war ganz in Ordnung, weil er nicht unter dem Gesetz von Mose war, das Juden Sabbatruhe am 7. Wochentag auferlegte. Lieber war er unter dem Gesetz von Christus, in dem man frei ist, jeden Tag vor Gottes Gegenwart zu erscheinen. Er gehorchte der Regel: „Gehe dort hin, wo die Menschen sind, und immer dann, wenn sie dort sind." Das sehen wir auch, als Paulus nach Athen ging. Er ging statt zur Synagoge zur Akropolis, wo Menschen sitzen, um zu philosophieren. Wissen Sie, was er tat? Er redete mit ihnen über Philosophie. Er zitierte griechische Dichter und wies auf griechische Tempel hin, die er gebrauchte, um mit ihnen über Jesus zu reden. Das heißt kultivieren. “22 Und wenn ich mit Menschen zu tun hatte, deren Glaube noch schwach war, wurde ich wie sie und machte von meiner Freiheit keinen Gebrauch – nur um sie für Christus zu gewinnen.” [Wenn jemand heruntergekommen und an den untersten Sprossen der Gesellschaft angelangt war, ging Paulus zu ihnen. Wenn er Obdachlose und Kraftlose erreichen wollte, wurde er selbst obdachlos und kraftlos.] „Ich stellte mich allen gleich, um überall wenigstens einige zu retten. 23 Das alles tue ich für die Gute Nachricht, damit ich selbst Anteil bekomme an dem, was sie verspricht.”

 

Hier ist die Essenz des Kultivierens. Welche Personen auch immer Gott Ihnen zuführt, um sie zu erreichen, bauen Sie mit ihnen so viele Brücken wie möglich. Finden Sie heraus, welche gemeinsamen Interessen auch immer Sie finden können, und bündeln Sie diese. Gehen Sie hin, wo sie hingehen und tun Sie gerne, was sie gerne tun, solange es keine Sünde ist. Zum Beispiel: nehmen Sie keine Drogen, wenn Sie zu einem Drogensüchtigen in der Nachbarschaft gehen, um eine Beziehung zu kultivieren. Sie wissen, was richtig und was falsch ist; überqueren Sie diese Linie nicht. Aber gehen Sie soweit Sie gehen können, um einen gemeinsamen Boden mit nicht Glaubenden bebauen zu können.

 

 

IHR ERSTER SCHRITT:

 

Tun Sie ALLES Nötige, um Ihre Beziehung zu einem nicht an Gott Glaubenden zu kultivieren. Die Möglichkeit besteht, dass Sie schon einige Leute kennen, die keine Jünger von Jesus sind. Es sollte nicht nötig sein, hinauszugehen und neue Freunde kennen zu lernen, um dieses zu tun. Bitten Sie Gott, Ihnen zu helfen, einen von ihnen auszusuchen. Finden Sie etwas von gemeinsamem Interesse, das Sie mit dieser Person teilen und tun Sie diese Woche etwas, dieses gemeinsame Interesse zusammen zu genießen. Essen Sie gemeinsam zu Abend, sehen Sie sich zusammen einen Film an, plaudern Sie über Kindererziehung, gehen Sie zu einem Fußballspiel. Irgendetwas, um die Beziehung zu knüpfen und zu entwickeln.

 

 

Beziehung zu kultivieren, entwickelt die Verbindung zwischen Ihnen und der anderen Person. Sie gewinnt Ihnen das Recht, über große Dinge, wie das Leben, den Tod und die Ewigkeit zu sprechen. Aber man wird nicht da stehen bleiben. Es kommt eine Zeit für das Säen oder Pflanzen. Dies ist die zweite Phase des Prozesses, Christus mit anderen zu teilen:

 

2. SÄEN Sie Gottes Wahrheit aus

 

Jesus benutzte gerne dieses Bild, um über sein Werk zu reden.  In Markus 4 vergleicht er sein Lehren mit der Aussaat von Samen in den Menschen. Bei einigen Leuten würde die Lehre wachsen und sie verändern, bei anderen Leuten würde das nicht geschehen. Dennoch säte er die Saat der Wahrheit Gottes überall aus, wo er ging, in jeder Lebenssituation. Wir sehen auch, wie er die Wahrheit auf verschiedene Art und Weise bei verschiedenen Leuten sät. Denn es gibt smarte Arten, das Wort zu pflanzen, und nicht so smarte Wege. Ich habe Leute im Zentrum von Luzern mit einem großen Schild gesehen, auf dem nur stand „Johannes 3,16“. Kein Zitat., nur die Bibelstelle. Das wäre genau so wirksam, als wenn ein Bauer im Frühjahr auf sein Feld hinausginge, ein Maiskorn in die Höhe hielte, damit das ganze Feld es sieht, in der Hoffnung, dass das zu einer Maisernte bis September führte. Ich kann nicht beweisen, dass es nicht funktionieren würde, aber ich wäre ehrlich überrascht, wenn es das täte.

 

Die Fähigkeit einer Person, eine Wahrheit einer anderen Person zu übermitteln, erfordert eine Beziehung. Und das Niveau Ihrer Beziehung - und wo diese Person in Bezug auf Gott steht – wird davon beeinflusst, wie Sie pflanzen - was Sie genau pflanzen. Lassen Sie mich Ihnen einige Wege zu pflanzen zeigen:

 

Folgendes tun Sie, wenn Sie einen neuen Freund gewonnen haben – und wenn Sie keine Ahnung davon haben, wo er zu Gott steht - und umgekehrt weiß er nichts über Sie. Dinge, die Gott betreffen, sind einfach noch nicht zur Sprache gekommen, so dass keiner weiß, wo der andere steht. Militärschiffe auf dem Meer haben ein ähnliches Problem. Aus einer Entfernung von einer Meile ist ein Schiff ein Schiff; man weiß nicht, ob es eines von uns oder eines von ihnen ist. Darum haben Schiffe Flaggen. Man schwenkt die eigene Flagge nur um dem anderen Schiff zu signalisieren, zu wem man gehört; sie bedroht nicht, sie fordert nichts, sie übermittelt nur Ihre Identität, weil diese Information wichtig ist. Ebenso ist es in einer Freundschaft. Wenn Sie ein Jünger von Jesus sind, haben Sie die Nachfolge von Jesus zu Ihrer obersten Priorität in Ihrem Leben gemacht - der wesentliche Faktor Ihrer Identität. Wenn andere Leute wissen wollen, wer Sie sind, dann müssen sie wissen, dass Sie ein Christ sind. Dies ist eine sehr einfache Übung dafür, was ich „Flagge zeigen" nenne. Durch sie wird als Teil der täglichen Konversation etwas darüber vermittelt, dass Sie ein Christ sind. Einige Beispiele: "Oh, Sie haben diesen Film auch gesehen? Ich sah ihn letzte Woche mit ein paar Kirchenfreunden, er war großartig." Oder noch eins: "Mein Pastor erzählte mir neulich diesen tollen Witz." Sehen Sie, was hier abläuft? Sie übermitteln etwas, einen Teil von Ihnen, wer Sie sind, Sie verstecken es nicht. Für mich ist die natürlichste Art, Flagge zu zeigen

 

 Wenn sich nun eine gediegene Beziehung entwickelt hat, in der Sie Ihre Schwierigkeiten miteinander teilen können und Ihr Freund sich in einer bestimmten Situation befindet, die ihn beunruhigt, und Sie wissen, dass die Bibel etwas darüber zu sagen hat, was dann? Hier haben wir eine neue Gelegenheit zu pflanzen. Das bedeutet: die biblische Wahrheit weitergeben. Gewöhnlich geschieht das etwa so: „Oh, ich hatte vor einiger Zeit auch ein solches Problem, wissen Sie, was mir half?..." Zeigen Sie ihm dann, wie Ihnen ein gewisses biblisches Prinzip heraushalf. Wenn Sie die Bibel studieren und sie auf Ihr Leben anwenden, besitzen Sie eine Fülle von solchen Geschichten. Sicher haben Sie bemerkt, dass bis jetzt das Evangelium noch nicht einmal ins Bild gekommen ist - darum, weil diese Person es wahrscheinlich noch nicht hören will. Aber er hat ein Problem. Und darum würde er sich nicht daran stören, sich das anzuhören, wovon Sie überzeugt sind, dass es weiterhelfen könnte. Dies braucht nur eine Geschichte zu sein, die zeigt, wie Gott und die Bibel Ihnen in einer schwierigen Situation halfen.

 Die Bibel sagt eine große Menge über Sachen, die Leute wirklich interessieren. Es ist unsere Aufgabe, sie ihnen nahe zu bringen.  Es gibt auch andere Beziehungen, wo die andere Person geistliche Fragen hat. Die meisten Leute sind einige Male während ihres Lebens und aus verschiedenen Gründen hier, aber sie suchen den endgültigen Sinn des Lebens und Antworten auf tiefe Fragen. Bei diesen Leuten bedeutet, Saat auszusäen, das Evangelium zu übermitteln. Sagen Sie ihnen, dass Jesus eine Antwort auf alle jene tiefen Fragen gab, und, wenn sie interessiert sind, sagen Sie ihnen, was er sagte. Sagen Sie ihnen, dass Jesus eine völlig neue Lebensart jedem ermöglicht, der ihm vertrauen und folgen möchte. Wenn Sie kein großartiger Erzähler sind, gut. Laden Sie sie stattdessen zur Kirche ein. Jeder, der auf diesen Kirchenbänken sitzt, wird diese Botschaft Woche für Woche hören und lässt sie erkennen, welche Rolle sie in verschiedenen Lebensbereichen spielt. Wenn ihnen die Idee eines Gottesdienstes nicht gefällt, laden Sie sie zu Ihrer Kleingruppe

 Im NT sehen wir, wie die Kirche Ideen aus dem Agrarbereich verwendet, um das Evangelium zu verbreiten:

 

1.Korinther 3,6-9: "Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat es wachsen lassen. 7 Es zählt also nicht, wer pflanzt oder wer begießt; es kommt alles auf Gott an, der es wachsen lässt. 8 Wir beide arbeiten an demselben Werk: der, der pflanzt, und der, der begießt; doch wird Gott jeden nach seinem persönlichen Einsatz belohnen. 9 Wir sind also Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland....” Es gibt einige Leute, die Evangelisation ablehnen, weil Gott derjenige ist, der Menschen beruft und zu ihm hin zieht. Das stimmt absolut. Was aber traurig ist, ist, dass diese Leute diese Tatsache als Ausrede benutzen, nichts tun zu müssen. Und das ist falsch. Lassen Sie uns hören, was Jesus dazu zu sagen hat:

 

Markus 4,26-29: “Zu den versammelten Menschen sagte Jesus: »Mit der neuen Welt [Wörtlich Mit der Königsherrschaft] Gottes ist es wie mit dem Bauern und seiner Saat: Hat er gesät, 27 so geht er nach Hause, legt sich nachts schlafen, steht morgens wieder auf – und das viele Tage lang. Inzwischen geht die Saat auf und wächst; der Bauer weiß nicht wie 28 Ganz von selbst lässt der Boden die Pflanzen wachsen und Frucht bringen. Zuerst kommen die Halme, dann bilden sich die Ähren und schließlich füllen sie sich mit Körnern.”

 

Sagt der Landwirt etwa: „Gott lässt die Pflanzen wachsen, warum sollte ich dann in diesem Jahr meine Saat aussäen?“ Gut, das mag ein Landwirt tatsächlich einmal so gesagt haben. Aber ich wette, dass er seinen Bauernhof ziemlich schnell verlor. Nein, der Landwirt kennt seine Rolle in dieser Arbeit. Er bereitet den Erdboden in der Weise vor, dass er ihn kultiviert, und dann sät er seine Saat aus. Als Fachmann sät er sie in der genau richtigen Tiefe, im richtigen Erdboden und zur richtigen Jahreszeit. Und dann, ohne Rücksicht auf sein weiteres Tun, beginnt sein Feld zu grünen, und seine Ernte wächst heran. Er kann Vertrauen auf die Keimfähigkeit der Saat haben. So ist es auch, wenn wir die Saat des Wortes ins Leben der Menschen pflanzen. Wir pflanzen Gottes Wort, weil es unsere Verantwortung ist. Und wir vertrauen auf die Kraft des Wortes, dass es in jemandes Herz und Verstand weiter wirkt. Niemand kommt jemals zum vertrauenden Glauben an Christus, weil Sie in Ihrer Präsentation des Evangeliums so gewitzt oder ein Experte in der Verteidigung der Lehre waren. Wir besitzen solche Kraft nicht. Aber Gott tut es. Und Gott lässt seine Kraft durch sein Wort des Evangeliums wirken. Ihre Aufgabe soll nur darin bestehen, es in jemandes Verstand zu transportieren und dort einzupflanzen. Und das bedeutet Arbeit. Oftmals versuchen Sie es dort einzupflanzen, aber es hüpft Ihnen sofort davon. Ihre Aufgabe ist es dann, es ein anderes Mal und vielleicht auf eine andere Weise wieder zu versuchen. Unsere Aufgabe besteht darin, unsere Beziehungen gewissenhaft zu kultivieren und das Evangelium einzupflanzen. Das ist die Aufgabe des Landwirts. Aber Gott lässt die Saat wachsen.

 

IHR NÄCHSTER SCHRITT:

 

“Habe ich Freunde, die nicht wissen, dass ich ein Christ bin?” Zeigen Sie Flagge in dieser Woche.

 

“Kämpft einer meiner Freunde mit einem Problem, bei dem Gott mir schon einmal geholfen hat?” Erzählen Sie ihm Ihre Geschichte.

 

“Verlangt einer meiner Freunde nach geistlichen Dingen?” Sprechen Sie mit ihm über Jesus.

 

Wenn die Wachstumsphase beendet ist, ist es an der Zeit, dass der Landwirt eine andere Arbeit ausführen muss.

 

Vers 29: “Sobald das Korn reif ist, schickt der Bauer die Schnitter, denn es ist Zeit zum Ernten.”

 

Wir kultivieren und pflanzen und Gott lässt wachsen. Dann ist es unsere Aufgabe, hinzugehen und zu ernten. Das ist die dritte Phase, Christus mit anderen zu teilen:

 

3. Bringen Sie die neue Glaubensernte Gottes ein

 

Für Landwirte ist die Erntezeit zwischen August und September die aufregendste Zeit des Jahres. Dann zahlt sich die ganze Vorjahresarbeit aus. Sie haben Stunden und Stunden auf dem Traktor verbracht, die Erde kultiviert und vorbereitet. Sie haben weitere Stunden verbracht, die Saat auf die genau richtige Weise auszusäen. Sie haben den ganzen Sommer die Ernten aufmerksam beobachtet. Sie haben Dürre und Flut, Insekten und Unkraut wahrgenommen und getan, was Sie tun konnten, damit Ihre wachsende Ernte gesund erhalten blieb. Aber jetzt ist es an der Zeit zu ernten und alles in die Scheune einzufahren. Wie in der Landwirtschaft so ist auch beim Evangelisieren das Einbringen der Ernte der aufregendste Teil des Prozesses. Zu Ernten bedeutet, einer Person zu helfen, diesen Schritt aus der Position, kein Christ zu sein zu der ein Christ zu sein, zu machen. In Jesu irdischem Dienst gipfelte das in seinem Aufruf: „Folge mir nach!“. Und dann folgte ihm die Person - oder nicht. Es geht einzig um diese Entscheidung des Erntens. Lassen Sie uns hören, was Jesus zum Ernten zu sagen hat:

 

Matthäus 9,36-38: " Als er die vielen Menschen sah, ergriff ihn das Mitleid, denn sie waren so hilflos und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben 37 Darum sagte er zu seinen Jüngern*: »Hier wartet eine reiche Ernte, aber es gibt nicht genug Menschen, die helfen, sie einzubringen. 38 Bittet den Herrn, dem diese Ernte gehört, dass er die nötigen Leute schickt!”

 

 Wenn Sie Ihr Handwerk verstehen, dann ist Ernten eine einfache Arbeit. Und das war die Tragödie, auf die Jesus sich bezog. Ernten ist eine so einfache Arbeit, aber es gab nicht genug Arbeiter, um einfach hinauszugehen und die Ernte in die Scheune einzubringen. Sie waren von Leuten umgeben, die so gut darauf vorbereitet waren, ein neues Leben im Königreich Gottes zu beginnen. Man brauchte ihnen nur die Grundidee zu geben, und sofort reagierten sie. Also drängte Jesus seine Jünger zu beten, dass mehr Erntearbeiter ausgeschickt würden. Und wissen Sie, was er als nächstes tat? Jesus versammelte seine 12 Jünger um sich und schickte sie aus, um zu ernten. Wenn Sie die Geschichte lesen, sehen Sie, dass sie nicht viel mit Kultivieren oder Säen zu tun hatten. Bedeutet das, dass ein Kultivieren und Pflanzen nie stattfand? Nein, es bedeutet, dass diese Arbeit schon gemacht worden war.

 

 Johannes 4,35-38: "Ihr denkt, wie es im Sprichwort heißt: 'Zwischen Saat und Ernte liegen vier Monate!' Aber ich sage euch: Macht die Augen auf und seht euch die Felder an! Das Korn ist schon reif für die Ernte 36 Er, der sie einbringt, erhält schon jetzt seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben. Er freut sich zur gleichen Zeit wie der, der gesät hat. 37 Aber das andere Sprichwort, das trifft zu: 'Einer sät und ein anderer erntet.' 38 Denn ich habe euch zum Ernten auf ein Feld geschickt, auf dem ihr nicht gearbeitet habt. Andere haben sich vor euch dort abgemüht, ihr braucht ihre Arbeit nur weiterzuführen.”

 

Dies trifft fürs Evangelisieren weitestgehend zu. Es ist ein Prozess mit vielen Schritten, und die Schritte werden oft von verschiedenen Leuten vollzogen. Gott verwendet oft 5 verschiedene Christen, um eine Person zu kultivieren, dann verwendet er 3 verschiedene Christen, um das Wort in ihm zu pflanzen, und dann vielleicht einen völlig anderen Christen, um zu ernten. Es ist eine gewaltige Teamarbeit, die manchmal Jahre dauert, und die verschiedenen Arbeiter kennen einander nicht unbedingt einmal. Aber Gott koordiniert das Ganze.

 

 Wie funktioniert ernten? Wenn Gott eine Person erntet, bedeutet es, dass sie Jesus bewusst vertraut, sie von ihrem Durcheinander zu retten, das sie in ihrem Leben angerichtet hat, und sie sich entscheidet, ihm auf dem neuen Lebensweg zu folgen. Man nennt das gewöhnlich: jemand vertraut auf Jesus als Retter und Herrn. Das ist die Bedeutung. Und es ist bei jedem Menschen etwas anders. Mancher durchläuft den ganzen Prozess vielleicht ganz allein mit Gott.

Manchmal fällt eine solche Entscheidung während eines Gottesdienstes. Sie kommen ein paar Mal zur Kirche, um das Christentum kennen zu lernen. Plötzlich weckt eine Predigt oder ein Lied ein Schuldbewusstsein, und sie entscheiden sich, auf den Zug zu springen. Es könnte so sein, das nur etwas in ihnen geschieht, und sie möchten es nicht jedem am Ort sagen. Oder es geschieht in aller Öffentlichkeit.

 

Es könnte sein, dass ein Sucher schon längere Zeit eine Kirche besucht, die Bibel kennenlernt, Jesu Lebensweg ausprobiert und seine Lehren lernt. Eines Tages stellt er fest, dass er tatsächlich das ganze Zeug schon eine Zeitlang glaubt. Einige Leute kennen genau das Datum, an dem sie ein Anhänger von Christus wurden. Ich nicht. Ich weiß nur, dass ich zu einem Zeitpunkt keiner war und dann zu einem anderen Zeitpunkt, mehrere Monate später, war ich ein Anhänger, und ich merkte, dass ich es schon für einige Zeit gewesen war. Die Erfahrung, von Gott geerntet zu werden, ist ein sehr individueller Prozess. Unsere Kirche muss eine Gemeinschaft werden, die Menschen ermutigt und ihnen hilft, den jeweils für sie geeigneten Schritt zu tun. Das bedeutet sicherzustellen, dass wir das Evangelium in jedem Gottesdienst glasklar machen und dass wir es erklären, dass jede Person eine Entscheidung für oder gegen Christus treffen muss. Wir tun niemand einen Gefallen, wenn wir ihm den falschen Eindruck geben, dass es nicht wichtig ist, wenn sie ihr ganzes Leben lang auf dem Zaun sitzen. Wir müssen eine Kirche sein, in der jedes Mitglied das Evangelium kennt und es jemandem erklären kann, der es zuvor nie gehört hat. Wenn ein nicht geretteter Freund morgen zu Ihnen käme und sagte: „was ist dieses Evangelium, über das Ihr Christen immer redet?" Wüssten Sie die Antwort? Oder wenn er das Evangelium hörte und sagte: "klingt gut; Ich möchte ein Christ werden". Wüssten Sie ihm zu helfen? Es ist die Aufgabe unserer Kirche, Sie in jenen Grundfertigkeiten auszubilden..

Da Gott Ihnen Leute über den Weg sendet, möchten Sie doch für sie bereit sein.

 

IHR NÄCHSTER SCHRITT:

 

Fragen Sie Gott, ob es irgendjemanden in Ihrem Leben gibt, der für die Ernte reif ist. Es könnte einfach jemand sein, der Ihnen nahe steht und der an Jesus interessiert ist und der nur etwas Hilfe braucht, um das Evangelium zu verstehen und eine Einladung zu hören, zum Kreuz zu kommen - wie ein reifer Apfel, der uns einfach in die Hand fällt. Oder vielleicht gibt es keinen solchen in Ihrer Nähe. Wenn Sie Gott bitten, könnte er Sie genau auf eine besondere Person stoßen lassen, mit der Sie eine Konversation anfangen können

 

. Zusammenfassung:Christus mit anderen zu teilen, soll Teil Ihres Lebens sein. Jesus berief Sie, sein Jünger zu sein. Ein Jünger zu sein bedeutet, dass Sie wiederum aus anderen Jünger machen. Wir haben einen 3 Schritte Prozess kennen gelernt, jemandem in dem Prozess, zum vertrauenden Glauben zu gelangen, zu helfen:

 

1. Kultivieren Sie Beziehungen zu nicht an Gott Glaubenden

 

2. Säen Sie die Wahrheit Gottes aus.

 

3. Bringen Sie die neue Glaubensernte Gottes ein.