Wenn der Sohn euch frei macht
„Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.“
(Johannes 8,36)
Gott trat nicht einfach nur als „Gott“ in Erscheinung, sondern er offenbarte sein Wesen und nannte seinen Namen. Zu Mose sagte er: „Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin, der sie aus Ägypten herausgeführt hat“ (2. Mose 29,46). Diese Aussage steht 7-mal im 2. Buch Mose. Es gibt viele Ansichten über Gott, aber der wahre Gott ist der Gott der Befreiung. Wir beginnen mit Gott, dem Schöpfer, dem vorausschauenden, gerechten und heiligen Gott, doch schon bald erkennen wir Gott in seiner Fülle als den Erlöser, Heiler, Hirten und Allgegenwärtigen.
Der 1. Johannesbrief beschreibt das einzigartige Werk, wie Jesus die Welt von der Bosheit und vom Teufel befreit, mit den Worten: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist ... Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1. Johannes 5,20). Er ist der Eine, der uns als seine Zeugen beruft. Wir bezeugen den Christus, der weder Legende, Phantom noch Fiktion ist, sondern den die Heilige Schrift in seiner unvergleichlichen und unvorstellbaren Pracht und Herrlichkeit darstellt.
Wir bezeugen ihn, weil er das ist, was er von sich sagt. Seine Offenbarung uns gegenüber ist unsere lebendige Hoffnung. Wir dürfen ihn als den kennen lernen, der uns Ruhe schenkt und unsere Bedürfnisse stillt: „Ich werde alle Völker in Bewegung setzen“ (Haggai 2,7). Alle Menschen tragen in sich ein Verlangen nach ihm, ohne zu wissen, was ihnen fehlt. Es ist Jesus, der ihnen fehlt. Er beendet unsere Suche nach dem Unbekannten. Die Menschheit erfand eine Fülle von Bekenntnissen und Wundermitteln, aber das Evangelium enthält die Antwort, indem es Jesus Christus bezeugt. In Athen fand Paulus den Altar, der einem unbekannten Gott geweiht war und er bezeugte: „Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das mache ich euch bekannt“ (Apostelgeschichte 17,23). Wir tun genau dasselbe: Wir bezeugen Jesus vor Menschen, die ihn noch nicht kennen. Ohne ihn ist nichts vollkommen. Gott sprach: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt“ (1. Mose 2,18) und er erschuf für Adam eine Frau. Er sagte auch: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern er lebt zuerst und zuletzt von dem Wort, jedem einzelnen Wort, das aus dem Mund des Herrn kommt" (5. Mose 8,3). Sein Wort ist Lebensenergie. Es gibt dafür keinen Ersatz, weder in der Schöpfung noch in der gesamten Geschichte. Er ist die Vollendung des Lebens.
Das Wort der Erlösung
Das Evangelium des Johannes beginnt majestätisch: „Am Anfang war das Wort.“ Er gebraucht diesen Begriff in seiner überwältigenden Bedeutung in Bezug auf Jesus. Für die Griechen war das Wort die Kraft oder eine die Welt durchdringende und über den Göttern angesiedelte Gesetzmäßigkeit, heilig, unerreichbar und unergründlich. Jesus sprach auch über das Wort und bezog sich auf die Stimme Jahwes. Johannes lässt uns wissen, dass Jesus das alles und noch viel mehr verkörpert: „In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“ (Johannes 1,4), das Licht der Intelligenz, des Selbstbewusstseins und der Gotteserkenntnis.
Das Evangelium ist dazu ausersehen, gepredigt zu werden. Im Neuen Testament ist jeder Begriff für Evangelisation ein gesprochenes Wort. Das Evangelium soll nicht als graue Theorie, in einem Buch konserviert, sondern lebendig gepredigt werden. Ihm soll Gehör verschafft werden. Das Wort Gottes ist lebendig und es fließt mit dem Leben. Die Bibel wurde uns nicht als antikes Geschichtsbuch zur Aufbewahrung anvertraut. Sie ist kein Museumsstück, sondern sie lebt. Lebendige Sachen müssen nicht konserviert werden.
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