Warum kommunikative Bibeln?

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Bibelenstehungsgrafik

Warum kommunikative Bibeln?
Wie fing alles an?
Zwischen 1970 und 1980 kam Bewegung in die Mennoniten-Brüdergemeinde-Jugendarbeit in Filadelfia. Lehrer Isaak Eitzen – damals kurz aus Kanada gekommen – wollte neue Ideen in die Jugendarbeit integrieren. Ich war damals noch nicht Mitglied dieser Gemeinde, aber ich durfte die Ausläufer dieser “Bewegung” genießen. Es wurde ein Gebetskreis gegründet, in dem ganz intensiv das Material der Navegatoren durchgearbeitet wurde. Lehrer Eitzen hatte eine Liebe zur Jugend, und die Fähigkeit, die Bibel verständlich zu erklären. Jeden Dienstag um 8:30 Uhr versammelte sich eine Gruppe von 10 Jugendlichen – mit Kaffee und Kuchen - um Lehrer Eitzen, und es wurde das Navegatorenmaterial kommentiert und Frage für Frage durchdiskutiert. Ich erinnere mich noch, als wäre es Gestern gewesen, wie dann einige Mitglieder aus dem Hauskreis, gleich zu Beginn mit der Klage kammen: “Lehrer Eitzen, wir haben den Zusammenhang von Frage und Bibelstelle nicht verstanden.” Ich war damals stolzer Besitzer einer Guten Nachricht-Bibel, und zwar – damals ganz neu – die ganze Bibel, mit Neuem und Altem Testament. Lehrer Eitzen sagte dann meistens nur: “Also, ich glaube, Bertram, du wirst müssen den Text nochmal nach deiner Bibel lesen.” Während ich dann den jeweiligen Text las, waren die meisten Mitglieder des Hauskreises schon beim Ausfüllen der jeweiligen, nicht verstandenen Fragen. Die gängigen Bibeln damals waren: “Luther”, “Elberfelder” (für die ganz Weisen), und wenns hoch kam eine “Bruns”. Hier war eindeutig zu sehen: Man glaubte die traditionellen Bibeln zu verstehen, das Gegenteil war aber oft der Fall. Dieses war meine erste Begegnung mit dem Dilema der Verständlichkeit, das traditionelle Bibeln mitsich bringen. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen, und ich habe immer wieder diese “AHA-Erlebnisse” erlebt und miterleben dürfen, die kommunikative Bibeln mit sich bringen. Ich habe auch erfahren, das dieses Problem nicht nur in unserer “verschlossenen” Gesellschaft existiert, sondern dass es ein weltweites Problem unter Christen ist, und dass es die Frohe Botschaft vom Leben nach dem Tod bremst. Es bremst die Frohe Botschaft bei dem “Weitererzählen” , und es bremst auch bei den jungen Christen die anfängliche Freudigkeit zum lesen der Bibel. Die Palette von jenen, die komplizierte Texte nicht verstehen können ist breit, sie reicht vom Universitätsprofessor bis zum Bauer, vom Sprachdozenten bis zum Anfänger. Dominik Harjung sagt dazu: “Weil es allzu viele Leute gibt, die auf keinen Fall zugeben werden, dass sie solche hochgestochenen Texte nicht verstehen (das gleiche gilt leider auch für schleißiges Bibeldeutsch)..... - und weiter - Was hat jemand davon, wenn er zwar kaum und oft garnicht versteht, was da gemeint ist, dafür aber die treueste und genaueste Übersetzung zu besitzen meint?!” Ein guter Parameter um Verständlichkeit der Bibel zu testen, ist das “Benötigen von Zusatzmaterial”, um die Bibel zu verstehen. “Zusatzmaterial” können sowohl Kalenderblatt und Bibellexikon, sowie Duden sein. Daher ist auch der Parameter, der die Zahl der Wörter pro Bibel misst, und daran die Genauigkeit der Bibel wiedergiebt, absurd. Die traditionellen Bibeln, die oft als genau eingestuft werden, benötigen meistens mehr Zusatzmaterial, wie die Kommuniktaiven Bibeln, um verstanden zu werden.
Was ist eine kommunikative Bibel?
Das Wort “kommunikativ” stammt von dem Wort “Kommunikation” ab, und im Wikipedia finden wir unter diesem Begriff - unter anderem - : “ (Lateinisch: communicare, “teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen”). Kommunikation definiert auf der menschlichen Alltagsebene ein gemeinschaftliches Handeln, in dem Gedanken, Ideen, Wissen, Erkenntnisse, Erlebnisse (mit-) geteilt werden und auch neu enstehen (…) Kommunikation ist die Aufnahme, der Austausch und die Übermittlung von Informationen zwischen zwei oder mehrerer Personen”. Soweit Wikipedia. In unseren Bibliotheken gelten als kommunikative Bibeln folgende Versionen: “Hoffnung für alle”, “Neues Leben”, “Jörg Zink”, “Gute Nachricht”, “Volxbibel”, “Basis B” und “Bruns”. Bei den Kommunikativen Bibeln wird darauf geachtet, das die Worte derselben aus dem Alltag der jeweiligen Leser kommen. Die Erklärungen im Internet zur “Hoffnung für alle” sagen dazu: “Die unmittelbare Verständlichkeit, die direkte Wirkung auf den Leser ist das grosse Plus der kommunikativen Übersetzung (…) (Als Ziel gilt folgendes:) das Wort Gottes in einer verständlichen und dennoch präzisen Weise den Menschen nahe zu bringen.” Luther´s erste Bibel war eine kommunikative Bibel, weil er den Leuten auf´s Maul (auf den Mund) schaute, um gewisse Ausdrücke, oder Wörter ausfindig zu machen. Man sagt, das er Leute zum Markt schickte, um den Leuten auf´s Maul zu schauen. Die Frage ist: Wo ist unserer heutiger Markt? Ist er im Internet? Dominik Harjung sagt dazu: “Bei wem der persönliche Glaube alle Bereiche des Daseins erfasst, bei dem muss die Sprache im Gottesdienst dekkungsgleich mit seiner Alltagssprache sein.” Das Gegenteil, oder das Gegenstück der kommunikativen Bibeln sind: “Traditionelle Bibeln”. Traditionelle Bibeln sind so wie der Begriff sagt: “Bibeln mit einer oft bemerkenswerten, langen Tradition”. Diese findet man unter dem Namen: “Luther”, “Elberfelder”, “Züricher”, “Menge”, und “Schlachter”. Manchmal hört man sagen, diese Bibeln seien wortwörtliche Übersetztungen, aber das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Die wortwörtliche Version heist “Konkordant”. Unter der Adresse www.bibelversand.de lesen wir dazu folgendes: “ Die konkordante Wiedergabe des Neuen Testaments (und einigen Teilen des Alten Testaments) ist das Bemühen, das Wort Gottes in einer Form darzubieten, die dem Leser nicht nur einen getreuen Spiegel des Grundtextes vermittelt, sondern auch den göttlichen Plan in seinem Zusammenhang aufzeigt. Jedes griechische Wort wird, soweit dies möglich ist, durch ein und denselben deutschen Ausdruck wiedergegeben. Wo der Sprachgebrauch mehrere deutsche Wörter für ein griechisches fordert, ist dies aus der Konkordanz ersichtlich, welche ein Teil der Bibelausgabe ist.” Soweit Bibelversand. Aus anderen Quellen habe ich erfahren, das man dieselbe Form der Übersetztung auch die “Google-Übersetztung”, oder die “Maschinelle-Übersetztung” nennen kann, da hier auf keinen Fall nach dem Sinn gefragt wird, sondern buchstäblich Wort für Wort aus dem Urtext genommen wird, und das Selbe wieder Wort für Wort in die jeweilige gewünschte Sprache übersetzt wird. Zu den kommunikativen Bibeln, lesen wir in der Homepage der “Hoffnung für alle” folgendes: “ Es sind – zumindest im deutschsprachigen Raum – nicht Theologie und Kirche, die den Anstoß dazu gegeben haben, sondern sprachwissenschaftliche und linguistische Einsichten und Methoden in der Begegnung christlicher Inhalte mit anderen Kulturen, wie sie sich z.B. in der Arbeit der Wycliff-Bibelübersetzer seit Jahren bewährt haben (Eugene A. Nida).”
Lebendige Muttersprache
Anhand von dem folgenden Bibel-enstehungs-diagramm möchte ich einige Sachen erklären.
(Der Kater kamm übrigens Gratis von Windows mit hinein :-)) https://cid-f1470237f565c660.skydrive.live.com/self.aspx/.BlogImages/Bib... (Wer diesen Link nicht besuchen möchte, wird die Bibelenstehungsgrafik ganz oben Links im jpg.-Format finden.) In Sachen Sprache müssen wir bedenken, das eine lebendige Sprache eine Variable ist. Variable daher, weil sie sich verändert: Früher sagte man “Weib”, heute sagt man “Frau”, obzwar das Wort “Weib” wieder neuerdings ganz selten im vulgären Deutsch auftaucht. Deutsch ist z.B. eine lebendige Sprache, es ist also unsere lebendige Muttersprache. Es stellt in unserem Diagramm die Linie N° 1 da. In der ofiziellen Internetseite der “Hoffnung für alle” kann man folgendes lesen: “ Sowohl der Bedeutungsgehalt einzelner Wörter als auch der Sprachgebrauch verändern sich ständig (…) Selbst Martin Luther hat seine Bibelübersetzung nicht als etwas Endgültiges betrachtet, sondern sie bis zu seinem Tode immer wieder verändert und verbessert.” Linie N° 2 ist eine Konstante, verändert sich also nicht, bleibt konstant. In unserem Diagramm ist Linie N° 2 etwas Geschriebenes, ein Buch, der Grundtext der Bibel (sei es Aramäisch und Hebräisch im Fall vom Alten Testament, oder Griechisch im Fall vom Neuen Testament) zB. ist eine Konstante, er verändert sich nicht. Eine tote Sprache wie Latein verändert sich auch nicht mehr, ist also auch eine Konstante. In Sachen Grundtext der Bibel ist es erstaunlich wie genau dieser über die Jahrtausende, ohne Veränderungen, überliefert wurde. Man findet immer wieder neue Manuskripte, und dieses ist inzwischen eine Wissenschaft für sich geworden. Der dicke Strich, der bei N° 3 beginnt, ist in unserem Diagramm die Lutherbibel, so anfangs 1500 (Es könnte aber auch genauso die Züricher Bibel sein). Wie der Leser sieht, gab es nachher einige Korrekturen, oder auch Überarbeitungen (die letzte fand 1984 statt), um den Text der Gegenwartssprache anzupassen. Wohlbemerkt beginnt die Linie ganz an der Variablen N° 1, das heist: Luthers erste Übersetztung ging von der Alltagssprache des damaligen Deutschlands aus. Die Überarbeitungen, die nachher stattfanden, hatten dieses nicht mehr so. Sie wurden eher für Leute überarbeitet, die die Lutherbibel schon kannten. Das Selbe geschah mit der Elberfelder (Mitte 1800). Sie ging von der damaligen Sprache der Deutschen aus (In unserer Grafik, die Linie N° 4). Die Überarbeitungen, die nachher stattfanden, richteten sich mehr nach den “Elberfelder-Lesern”, und entsprachen nicht mehr der Alltagssprache der Deutschen. Dann kammen noch weitere Übersetzungen wie “Menge”, “Bruns”, u.s.w. 1960 kamen dann erstmals kommunikative Übersetzungen auf den Markt wie etwa die “Gute Nachricht”, “Jörg Zink” und etwas später die “Hoffnung für alle”. Die Anfänge der kommunikativen Bibeln begannen in den USA unter der Leitung von Eugene Nida. Ganz neu sind dann jetzt die “Volxbibel” und die “Basis B” (Linie N° 6), die jeweils sozusagen im Internet (unter Beteiligung von eingeschriebenen Teilnehmern) entstehen. Worauf ich noch hinweisen möchte ist folgendes: Die Linie N°5 (In unserem Fall könnte es sowohl die “Gute Nachricht” wie auch die “Hoffnung für alle” sein) hat bewusst nicht ganz an der Variablen (Linie N° 1) ihren Anfang. Das ist der Vorwurf des Volxbibelherausgebers Martin Dreyer an die neuen Bibeln wie “Hoffnung für alle”. Er sagt, dass Sie nicht dem Alltagsdeutsch der Deutschen in Deutschland gerecht werden. Eins müssen wir aber klar halten: Wir machen oder nehmen unserem Gott im Himmel keine Ehre, ob wir nun eine Bibel benutzen, die ihren Anfang 1545 oder 1965 hatte, die 1984 oder 1925 revidiert wurde. Ich persönlich sehe in der Vielfalt der Bibeln die heute angeboten werden eine Chance mehr, Gottes Wort zu studieren, und sie sollte uns nur helfen, Klarheit in dem geschriebenen Wort Gottes zu bekommen. Dazu nochmal Dominik Harjung: “ Viele gläubige Bibelleser (…) meinen, wenn man den (ihnen bekannten) Wortlaut ändert, komme es Lästern oder sonst einer religösen Untat gleich. Es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass das, was sich tatsächlich ändert, ihre Muttersprache ist. Was seit zweitausen Jahren und noch länger gleich geblieben ist, so gut wie buchstabengenau gleich – das ist der Urtext (…). Wer nicht genau das wiedergibt, was die Hörer seinerzeit verstanden, hat ungenau übersetzt; und nebenan noch schlimmer: falsch.” Und weiter Harjung: “Das Deutsche ist wandelbar, und in der Tat hat sich unsere Muttersprache seit Luther stark gewandelt; das Hebräische und das Griechische der Bibel aber ist absolut keiner Wandlung unterworfen.” Interessant ist in diesem Zusammenhang die Feststellung von Rudolf Kassühlke: “Wenn ein Übersezter nach diesen Vorstellungen (der traditionellen Bibeln) einen fremdsprachlichen Roman übersetzen wollte, würde er kaum einen interessierten Leser dafür finden. Nur bei der Bibel hält man sich noch weitgehend an diese alten schulmässigen Regeln der Übersetzung.”
Nehemia 8,8
In der revidierten “Elberfelderbibel” lesen wir in Nehemia 8,8 folgendes: “Und sie lasen aus dem Buch, aus dem Gesetz Gottes, abschnittweise vor und gaben den Sinn an, so dass man das Vorgelesene verstehen konnte.” In der “Hoffnung für alle” wird der selbe Vers folgend wiedergegeben: Nehemia 8,8: “Die vorgelesenen Abschnitte übersetzten sie aus dem Hebräischen in die aramäische Umgangssprache und erklärten das Gesetz, damit das Volk es wirklich verstehen konnte.” Die Israeliten waren aus der babylonischen Gefangenschaft herausgekommen, und hatten in dem 70jährigen “Ausflug” ihre Hebräische Sprache verlernt. Dieser Text beschreibt eine Situation, wo in der “Kirchengeschichte” zum erstenmal 2 Sprachen aufeinanderstoßen, oder besser gesagt, wo zum erstenmal “Bibel” übersetzt wurde. Hier in diesem Text ist keine Rede von “lagem Suchen nach dem richtigen Wort”, keine Rede von wortwörtlich. Es wurde spontan übersetzt, und das an Ort und Stelle. Interessant ist, das in der Elberfelder sogar das Wort “Sinn” gebraucht wird, es ging also um den Sinn der Sache. Es war den führenden Leuten von damals wichtig, das das Volk “verstehen” sollte, was gesagt wurde. Wenn ich die Bibel darauf durchlese, merke ich immer mehr wie wichtig es auch unserem Vater im Himmel war und ist, das wir die Sache verstehen. In 5 Mose Kapitel 27 Vers 8 lesen wir:”Der Altar soll bei den Steintafeln stehen, auf die ihr alle Gebote sorgfältig mit deutlicher Schrift geschrieben habt.” Und in Sprüche Kapitel 8 Vers 9 seht: “Meine Worte sind klar und deutlich für jeden, der sie verstehen will.” Im Neuen Testament sagt Gott (Paulus) in 1 Korinther Kapitel 2 Vers 1 :”Liebe Brüder und Schwestern! Als ich zu euch kam und euch Gottes Botschaft brachte, die bisher noch nicht bekannt war, habe ich das nicht mit geschliffener Rede und menschlicher Weisheit getan.” Für mich ist eindeutig klar, das nach diesen Versen, das Verstehen der Bibel Vorrang hatte. Gott will von uns verstanden werden, und zwar in Worten, wie wir sie im Alltag gebrauchen. Jesus betet sogar in Matthäus Kapitel 11 Vers 25 folgendes: »Mein Vater, Herr über Himmel und Erde! Ich danke dir, dass du die Wahrheit vor den Klugen und Gebildeten verbirgst und sie den Unwissenden enthüllst.” Diese Unwissenden sind nicht Leute die ein Studium an irgendeiner Uni gemacht haben. Diese Unwissenden, sind Leute wie Du und ich, die einen Hunger nach Gottes Wort haben, und in der Bibel tagtäglich diesen Hunger stillen. In der Homepage der “Gute Nachricht Bibel” lesen wir folgendes: “Jede gute Übersetzung deutet den übersetzten Text und setzt voraus, dass der Übersetzter ihn im Wesentlichen verstanden hat. Auch bei einer Bibelübersetztung kann also nichts anderes zu Wort kommen, als das, was die Übersetzer aufgrund ihrer sprachlichen und theologischen Kenntnisse mit Hilfe des Heiligen Geistes vom griechischen oder hebräischen Urtext verstanden haben. Je schärfer und genauer dieses Verständnis ist, desto päziser und klarer kann die Übersetzung ausfallen, auch wenn sie sich dabei manchmal vom reinen Wortlaut des Urtextes löst. Ein solches wohlüberlegtes und kontrolliertes Sich-Lösen vom originalen Wortlaut um der besseren Verständlichkeit Willen ist keine mangelde Treue gegenüber dem Text, sondern die eigentliche Kunst des Übersetzens.” In der Homepage der “Hoffnung für alle” lesen wir folgendes: “Die Bibelübersetzung “Hoffnung für alle” will mit den Mitteln der heutigen deutschen Sprache das sagen, was der hebräische, aramäische und griechische Ausgangstext sagt. Sie nutzt dabei eine anerkannte übersetzungswissenschaftliche Mehode, die in keinem Fall mechanisch angewendet wird. Und sie hält sich an die folgenden Grundsätze: - die Grenze zur Auslegung nicht zu überschreiten, - das Geheimnis und die Fremdheit dessen, was das biblische Wort uns sagt, nicht rational oder – schlimmer noch – banal zu erklären und - den Texten ihren jeweils eigenen Charakter zu lassen.”
Offenbarung 22,18 + 19
Dieser Text wird oft oder immer im Zusammenhang gebraucht, um Argumente gegen kommunikative Bibeln zu gebrauchen. Hier folgt der Text erstmal nach der “Hoffnung für alle”: Offenbarung 22,18 + 19 “Wer auch immer die prophetischen Worte dieses Buches hört, den warne ich nachdrücklich: Wer diesen Worten etwas hinzufügt, dem wird Gott all das Unheil zufügen, das in diesem Buch beschrieben wurde. Und wer etwas von diesen prophetischen Worten wegnimmt, dem wird Gott auch seinen Anteil an den Bäumen des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, die in diesem Buch beschrieben sind.” Hier nochmal derselbe Text nach der revidierten “Elberfelder Version”: Offenbarung 22,18 + 19 “Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.” Was heist jetzt “Worte der Weissagung” ? In Genesis 2,4 lesen wir nach der “Elberfelder” folgendes: “Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. An dem Tag, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte.” Heist “Worte der Weissagung” nun das 6te Wort in Kapitel 2 Vers 4 also: “Himmel”, oder vielleicht das 12te Wort, dieses “geschaffen” ? In Johannes 1,2 lesen wir nach der Elberfelder: “Dieses war im Anfang bei Gott”. Heist “Worte der Weissagung” nun das 2te Wort in diesem Vers, also das “war” ? Bedeutet “Worte der Weissagung” in der Offenbarung, dass man bei der Bibelübersetztung Wort für Wort wiedergeben muss? Im Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker lesen wir zum Wort Weissagung unter anderem folgendes: “Weissagung ist eine Äusserung der Gabe der Prophetie, das mündliche Weitergeben einer vom Heiligen Geist geschenkten Offenbarung, die sich auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beziehen kann. (…) Paulus sieht in der Weissagung eine Gabe, die jedes Gemeindeglied besitzen sollte.” Äußerst interessant ist hier die Stellungnahme der “Wuppertaler Studienbibel”. Adolf Pohl schreibt zu den Versen von Offenbarung Kapitel 22 Verse 18 + 19 folgendes: “ Gedankenlos und unverständig wäre es z. B. in diesem Fall, jeden Abschreiber, der versehentlich ein Wort der Vorlage auslässt, jeden Bibelübersetzter, der ein erklärendes Wort hinzusetzt, oder jeden Ausleger, der die Offenbarung in Auswahl auslegt, zu verdammen. Vielmehr treffen die Verse 18 – 19 das willentliche Abfälschen der B o t s c h a f t (…) Jeder Übersetzter muss notgedrungen den gesamten Wortbestand in einen anderen Sprachleib umgiessen, damit gerade dadurch die Botschaft wieder klar herauskommt.” Interessant ist in diesem Zusammenhang gerade die Spontanität der Übersetzter von denen Nehemia 8,8 berichtet. Interessant ist es deshalb, weil im selben Gesetz – das vorgelesen wurde - im 5ten Buch Mose Kapítel 4 Vers 2 folgendes zu lesen ist (Hoffnung für alle): “Fügt meinen Worten nichts hinzu, und lasst nichts davon weg! Haltet euch an alle Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich euch weitergebe.” Die Aufforderung ist dieselbe von der in Offenbarung 22,18 + 19 die Rede ist, und trotzdem wurde im Fall von Nehemia 8,8 spontan übersetzt.
Paulus und die Korinther
Wie predikte Paulus? Wie legte Paulus die Bibel d.h. das Gesetzt aus? Wir finden eine sehr gute Beschreibung in 1 Korinther Kapitel 1 und 2. Wir fangen bei Kapitel 1 Vers 17 an (alle Texte aus “Hoffnung für alle”): “Christus hat mich nicht beauftragt, die Menschen zu taufen, sondern die rettende Botschaft zu verkünden. Dabei geht es mir nun wirklich nicht darum, meine Zuhörer durch menschliche Weisheit zu beeindrucken. Denn sonst wäre die Botschaft, dass Christus am Kreuz für uns starb, nicht mehr der Mittelpunkt unseres Glaubens.” Der letze Teil von diesem Vers übersetzt unsere Plattdeutsche Bibel folgend: “daut daut Kjriez von Christus nich siene Krauft velist.” und weiter Kapitel 2 Vers 1: “Liebe Brüder und Schwestern! Als ich zu euch kam und euch Gottes Botschaft brachte, die bisher noch nicht bekannt war, habe ich das nicht mit geschliffener Rede und menschlicher Weisheit getan.” und weiter Kapitel 2 Vers 4 und 5: “Was ich euch sagte und predigte, geschah nicht mit ausgeklügelter Überredungskunst, durch mich sprach Gottes Geist und wirkte seine Kraft.” “Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes rettende Kraft.” und dann noch 2 Korinther Kapitel 1 Vers 13: “Auch unsere Briefe wollen nichts anderes sagen, als was ihr schwarz auf weiß lesen könnt. Ich hoffe, ihr werdet einmal voll und ganz verstehen, was ich meine.” Verständlichkeit hatte bei Paulus Priorität. Dominik Harjung sagt in seinem Buch “Die genaueste und zuverlässigste deutsche Bibel” folgendes: “Viel Kraft der Evangeliums-Verkündigung ist ungenützt geblieben, ja das Zeugnis der Gemeinde Christi selbst ist entstellt und abgestanden, weil man das Evangelium in eine Sprache hineinquetscht, die der Alltagsmensch nicht mehr verwendet (wenn er sie überhaupt je so gesprochen hat).” In der Homepage der “Hoffnung für alle” lesen wir: “Wie oft gerät das biblische Wort in den Verdacht, nichts mehr mit unserem Leben zu tun zu haben, weil es in einer ungewohnten, ja bisweilen altertümlichen Sprache gelesen wird! (…) Es gibt keinen Grund, den Zugang zu dieser Botschaft (Gott wurde Mensch) unnötig zu erschweren, indem man sie in schwer verständlichen Formulierungen ausdrückt, die unserer Sprache nicht entsprechen.”
Wer war Eugene A. Nida?
Im Zusammenhang mit kommunikativen Bibeln kommen wir um den Namen Eugene Nida nicht herum. Er ist im Kreis der Bibelübersetzter bekannt, als ein bescheidener, demütiger Mann, und wenn Pastor Joachim Sawatzky in einer Ansprache um die Jahreswende 2007/8 über Eugene Nida folgendes sagt: “Selten wohl hat ein Mann, der in der Öffentlichkeit so wenig bekannt ist, einen so weit- und tiefreichen- den Einfluss ausgeübt wie Nida”, dann hat Sawatzky damit den Nagel 100 pro auf den Kopf getroffen. Nida wurde am 11 November 1914 in Oklahoma City geboren. Als er 5 Jahre alt war zog seine Familie nach Long Beach, Kalifornien. 1936 erhielt er seinen Bachelor- Abschluss von der University of California in Los Angeles. Nach einigen weiteren Studien - Griechisch und Linguistik - begann er seine Übersetzterkarriere 1943 in der Amerikanischen Bibelgessellschaft. In diesem selben Jahr heiratete er auch Althea Sprague die 1993 starb. 1997 heiratete er dann Dr. Elena Fernandez, eine Übersetzerin und Dolmetscherinn. So wie gesagt, begann Nida seine Übersetztertätigkeit 1943 bei der Bibelgeselschaft, wo er zunächst nur auf Bewährung angestellt wurde. Nach 2 Jahren wurde ihm das Staatssekretariat für Versionen anvertraut, und ab 1946 bis zu seiner Pensionierung (1980) bekleidete er das Amt des “Exekutivesekretärs für Übersetztungen”. Sein umstrittenstes Werk wurde die “Dynamic Equivalence” auch bekann als funktionale Äquivalenz, welche darauf abzielt, den ursprünglichen Text sinngemäss zu Übertragen. Nach dem Eintritt in die amerikanische Bibelgesellschaft machte Nida sich sofort auf Reisen durch Afrika und Lateinamerika (er sprach auch unter anderem in Yalve Sanga zu den Missionaren der “Licht den Indianern”), und setzte sich mit der Übersetzterproblematik auseinander. Er versuchte die Effiziens der ganzen Übersetztungsarbeit zu fördern indem er Vor-Ort Lehr- und Ausbildung-Workshops abhielt. Auch baute er eine Übersetzter Netzwerk- und Organisationsstruktur auf durch das “United Bible Societies Übersetztungsprogramm”, wodurch hunderte indigene Völker das Wort Gottes gebracht werden konnte. Seine Bücher sind leider nur in Englisch verfasst, aber zu nennen währen “Toward a Science of Translating” (1964) und “The Theory and Practice of Translation” (1969). Durch diese Werke erreichte Nida eine effektivere Kommunikation unterhalb der kulturellen und sprachlichen Barrieren. Nidas Arbeit mit der indigenen Bevölkerung bewies sehr schnell das Sprache und Stil in der Bibel leicht verständlich sein müssen, um Leuten zu begegnen, die der Bibel ferne stehen. Er war mitbeteiligt an der Übersetztung der “Good News” in Englisch und auch an der “Versión Popular” in Spanisch, und Nidas Kollege Robert G. Bratcher leitete die Übersetztung der “Today´s English Version”. Mit “Today´s English Version” kamm auch in Deutsch die Gute Nachricht Bibel heraus, und beide Bücher hatten, bevor sie in Druck gingen, schon einen Umsatz von mehreren Dutzend Millionen. Eugene A. Nida´s Theorien revolutionierten die Bibelübersetztungen, und seine Arbeit wird noch weit über seinen Tod hinausreichen. Nida´s Arbeit verdanken wir es, dass hunderte Bibeln in indigene Sprachen übersetzt werden könnten. Diese Arbeit wäre unmöglich gewesen, hätte man an dem Prinzip der traditionellen Bibeln festgehalten. In der Homepage der “Hoffnung für alle” lesen wir wie folgt: “Die von Nida entwickelten Prizipien setzten sich bald im Bereich der modernen Bibelübersetztung durch. Sie erwiesen sich in den verschiedensten Sprachen und Kulturen als gut umsetzbar und erzielten hinsichtlich der Verständlichkeit und Akzeptanz der Texte grosse Erfolge. “Hoffnung für alle” ist eine der Bibelübersetzungen, die sich auf Nidas Grundsätze und ihre Weiterentwicklung und Verfeinerung stützen. Der Leser soll heute genau das verstehen, was der Ausgangstext für den damaligen Leser zum Ausdruck brachte.”
Wie übersetzt die Bibel?
An mehreren Stellen in der Bibel kann man sehen, wie sie selber übersetzt. Da ist zum Beispiel Johannes 19,13: (nach “Elberfelder”): “Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus hinaus und setzte sich auf dem Richterstuhl an einem Ort, genannt Steinpflaster (hebräisch: gabbatha) nieder.” Matthäus 27,46 (nach “Elberfelder”): “um die neunte Stunde aber schie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heisst: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” In einem und dem selben Bibelvers wird das Original mit 4 Wörtern angegeben, und die Übersetztung ist letzten Endes ins Deutsche mit 9 Worten angegeben. Matthäus 1,23 (nach “Elberfelder”): “Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen”, was übersetzt ist: “Gott mit uns”. Im selben Vers wird das eine Wort Emmanuel mit 3 Worten ins Deutsche wiedergegeben. Hebräer 7,1 + 2 (nach “Elberfelder”): “Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten, - der Abraham entgegenging und ihn segnete, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, dem auch Abraham den Zehnten von allem zuteilte – Heißt übersetzt zunächst König der Gerechtigkeit, dann aber auch König von Salem, das ist König des Friedens.” Hier wird auf eine Serie von Bedeutungen hingewiesen, die 3 Worte (König von Salem) haben. Eine wortwörtliche Übersetztung ist hier nicht möglich. Markus 5,41 (nach “Elberfelder”): “Und er ergriff die Hand des Kindes und spricht zu ihm: Talita kum! Das ist übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!” “Talita kum” ist aramäisch – also 2 Worte - , im griechischen Original wird es im selben Zug mit 4 Worte übersetzt, und ins Deutsche dann endlich mit 6 Worten wie im Fall von der “Elberfelder”. Eugene Nida sagt: “Buchstabengleich umgesetzte Wörter sind, was ihre Bedeutung betrifft, leere Wörter.” Das eindeutigste Beispiel von Übertragen und wortwörtlichem Übersetzten finden wir in Daniel 5 Verse 24 bis 28. Hier der Text nach “Elberfelder”: “Da wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben. Und dies ist die Schrift, die geschieben wurde: Mene, mene, tekel upharsin. Dies ist die Deutung des Wortes: Mene – Gott hat dein Königtum gezählt und macht ihm ein Ende. Tekel – du bist auf der Waage gewogen und zu leicht befunden worden. Peres – dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben.” Dominik Harjung schreibt hierzu: “Elberfelder deutet das Ganze in einer hilfreichen Fußnote als: Mine, Mine, Schekel und Halbmine. – Zugleich aber sind diese Worte von Tätigkeitswörtern abgeleitet und können heissen: Gezählt, gezählt, gewogen und abgerissen. – Zudem klingt >Pharsin< an den Namen >Perser< an.” Im Fall von Daniel 5 hätte eine wortwörtliche Übersetztung zu nichts geführt, und König Belsazar hätte nicht gewarnt werden können. Harjung schreibt hierzu: “Die Verfasser des Neuen Testaments haben ihre Zitate des Alten Testaments in der Regel nicht dem hebräischen Alten Testament, sondern der griechischen LXX (Die Septuaginta) entnommen, welche sich in Wortwahl und Wortstellung oft erheblich von dem massoretischen (dem Quellen-)Text unterscheidet. Der an den Schöpfer glaubende Mensch sieht darin für sich trotzdem kein unüberwindbares Hindernis, den Schriften der Bibel Glauben zu schenken: Die Schriftsteller des Neuen Testaments haben, vom Heiligen Geist geleitet, jene erweiterte Offenbarung eingebracht und niedergeschrieben, die Gott zur Vollständigkeit des Kanons der heiligen Schriften gegeben hat.” Der Beitrag “Wie übersetzt die Bibel?” wurde aus dem Buch “Die genaueste und zuverlässigste deutsche Bibel” von J. Dominik Harjung herausgearbeitet.
Die ersten Christen in Konfliktsituationen
In Apstelgeschicht 15 wird uns eine Streit unter den ersten Christen beschrieben. Wir können diesen Streit heute nicht mehr gut nachempfinden, aber es ging um damals ganz wesentliche Dinge, nämlich die “Einhaltung der Mosaiischen Gesetze”. Dieses “Einhalten”, dass von vielen Christen verlangt wurde, und die Stellungnahme von Männern wie Paulus, Barnabas und Petrus führte zu ( wie es in der “Hoffnung für alle” steht) “heftigen Auseinandersetzungen”. Und daraufhin wurden Paulus und Barnabas von der Gemeinde in Antiochia zu den Ältesten in Jerusalem gesand, um Klarheit in Sachen “Gesetze” zu bringen. Apostelgeschichte Kapitel 15 Vers 3 sagt dann folgendes: “Nachdem die Gemeinde sie verabschiedet hatte, zogen sie durch die Provinzen Phönizien und Samarien. Überall berichteten sie, wie auch die Nichtjuden zu Gott umgekehrt waren, und alle freuten sich darüber.” Paulus und Co. machten aus dieser Reise eine Missionsreise, sie berichteten von Gottes großen Taten. Ich meine, Paulus und Barnabas liesen es nicht zu, das der Konflikt, den sie mit einer Christenpartei hatten, die Verkündigung des Wortes Gottes überschattete. Ich glaube, das jeder Christ ein Missionar ist, und zwar da wo Gott ihn hingestellt hat, sei es auf dem Bauernhof, in der Werkstatt, in der Küche, u.s.w.. Gott will haben, dass wir in unserer Generation, in unserer Zeit die Fragen, die uns das Leben stellt, nach seinem Willen, und nach seinem Wort beantworten. Und in diesem Sinne möchte ich diesen kleinen Beitrag schließen. Gott segne Sie!

Abschliesend noch 3 Zitate aus dem Internet, die es mir angetan haben:
“Ein Christ ohne die Bibel ist wie ein Flussbett ohne Wasser.” (Ulrich Fick)
“Die Aussage, bei der Bibel handele es sich um den Weltbestseller der Buchgeschichte, ist eine Untertreibung.” (ZDF-Lieblingsbücher 2004)
“Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist – sonst weiter nichts.” Mahatma Gandhi