Warum Christen Die King James-Bibel verwenden sollten
Warum Christen
die King James-Bibel verwenden sollten
Seit ihrer Veröffentlichung im Jahre 1611 wurde die King James-Bibel dazu benutzt, das Evangelium in der ganzen Welt zu verbreiten. Im Zuge der Eroberungen des Britischen Reiches überquerte sie den Atlantik und kam in die Vereinigten Staaten. Hier angekommen, begann sie, das junge Amerika mit ihren Idealen zu durchdringen. Ihre Wahrheiten führten zur Einrichtung eines auf der Schrift beruhenden Bildungssystems, das nirgendwo auf der Welt seinesgleichen fand. Sie gab den Menschen die Ideale von Freiheit und persönlichen Freiheitsrechten - Gedanken, die Inhalt der Verfassung wurden. Sie beauftragte Prediger der Gerechtigkeit, die zu Fuß oder auf dem Rücken der Pferde Bahnen durch die Wildnis zogen und die Wahrheit des Evangeliums und über die richtige Art zu leben verbreiteten. Auch fingen eifrige junge Missionare an, mit kaum mehr als einer King James-Bibel und Gottes Heiligem Geist den Globus zu durchstreifen.
Im 20. Jahrhundert ist die King James-Bibel stark angegriffen worden. Eine Flut von neuen Übersetzungen versucht, sie zu ersetzen. Welche Übersetzung ist die beste? Ist es von Belang, welche Übersetzung verwendet wird?
1. Geschichte des Textus Receptus, von dem die King James-Bibel übersetzt ist
2. Geschichte von Nestles griechischem Text, von dem die meisten modernen Versionen übersetzt sind
3. Über Westcott und Hort, die Herausgeber des unechten griechischen Textes
4. Über die Übersetzer der King James-Bibel
5. Die King James-Bibel im Vergleich mit den modernen Übersetzungen - einige Beispiele
6. Literatur
1. Geschichte des Textus Receptus, von dem die King James-Bibel übersetzt wurde
Die noch bestehenden Dokumente, die den griechischen, neutestamentarischen Text bezeugen, lassen sich im allgemeinen in zwei Gruppen einteilen: Die Mehrzahl der Texte stammt aus Antiochien, eine kleine Minderheit aus Alexandria.
Diese beiden Texte widersprechen sich durchweg in bezug auf die Hauptlehren der Bibel. Sie widersprechen sich in ihren Auffassungen bezüglich der jungfräulichen Geburt von Jesus Christus, der Vergebung durch das Blut, der Wiederkunft Christi und vieler anderer grundlegender Christlicher Lehren.
Der Text, auf dem die King James-Bibel beruht, stammt aus Antiochien, dem Ort, den der Heilige Geist nach dem Märtyrertod des Stephanus zum Ausgangspunkt der christlichen Unternehmungen erwählte. Durch die Übersetzungen in die syrische Peshitto-Version und die alte lateinische Vulgata verbreitete er sich durch Syrien und Europa. Es existieren heute immer noch 350 Exemplare der Peshitto. Das zeugt von ihrem weitverbreiteten Gebrauch in den Jahren seit
150 n. Chr.
Die "ursprüngliche" Vulgata
Die alte lateinische Vulgata wurde von den Christen in den Kirchen der Waldenser, Gallier, Kelten, Albigenser und von anderen fundamentalen Gruppen in ganz Europa verwendet. Diese lateinische Version wurde so von den konventionellen Christen verwendet und geliebt, und sie war so sehr bei dem gemeinen Volk in Gebrauch, daß ihr der Name "Vulgata" gegeben wurde. Vulgata kommt von "vulgar", dem lateinischen Wort für "(all)gemein". Sie wurde wegen ihrer Treue zur Gottheit Christi und ihrer genauen Wiedergabe der Originale so geschätzt, daß die frühen Christen die römisch-katholische Übersetzung des Jerome "im Regal stehenließen". Jeromes Übersetzung wurde von den wahren biblischen Christen fast ein Jahrtausend lang nicht verwendet, nachdem sie im Jahre 380 n.Chr. durch Jerome von verfälschten Manuskripten übersetzt worden war. Selbst danach kam sie nur deshalb in Gebrauch, weil Latein als allgemeine Sprache ausstarb und wegen der gewaltsamen und bösen Verfolgungen, die Papst Gregor IX. während seiner Herrschaft von 1227 bis 1242 n. Chr. gegen wahre Gläubige durchführte.
Die alten lateinischen Versionen wurden am längsten von den westlichen Christen benutzt, die sich der Autorität von Rom nicht beugen wollten - z.B. den Donatisten, den Iren in Irland, Großbritannien und auf dem Kontinent, den Albigensern etc.
Es war der Text aus Antiochien, den Luther für seine deutsche Übersetzung des Neuen Testaments von 1522 verwendete. Er bekam ihn von Erasmus von Rotterdam. Sein griechischer Text wurde "Textus Receptus" genannt. Dieser Text und die Übersetzungen ins Deutsche, Englische und andere Sprachen zündeten in ganz Europa das Feuer der Reformation an. Der Textus Receptus ist das griechische Original, von dem die King James-Bibel übersetzt wurde.
2. Geschichte von Nestles griechischem Text, von dem die meisten modernen Versionen übersetzt wurden
Die meisten modernen Übersetzungen beruhen auf Nestles griechischem Text von 1898 (außer der Neuen King James-Bibel und der New Scofield Version). Dieser Text ist auch bekannt als der Ägyptische Text oder der Alexandrinische Text, welcher die Grundlage für den kritischen griechischen Text von Brooke Foss Westcott und Fenton John Anthony Hort war. Der Text von Westcott und Hort von 1881 wurde von Eberhard Nestle in 1898 mit Weymouths dritter Ausgabe und Tischendorfs achter Ausgabe zu dem zusammengeführt, was als Nestles griechisches Neues Testament bekannt wurde.
Seine zwei herausragenden Markenzeichen in der Geschichte sind, daß die rechtgläubige Christenheit ihn nie verwendet hat und daß die römisch-katholische Kirche ihn militant (mit anderen Worten: "blutig") unterstützt hat.
Der Text beruht auf nur wenigen Manuskripten. Die beiden wichtigsten heißen Sinaitikus und Vatikanus.
Der Charakter von Kodex Sinaitikus und Vatikanus
Sinaitikus schaut von seiner ganzen äußerlichen Erscheinung her sehr schön aus. Aber er enthält viele unechte Bücher, wie den "Hirten des Hermes", den "Brief des Barnabas" und sogar die "Didache". Er hat die Zeit gut überstanden, aber allein die Tatsache, daß er in einem guten physischen Zustand ist, macht seinen Inhalt keineswegs vertrauenswürdig. Der Kodex ist von Abänderungen übersät... Sie wurden von mindestens zehn verschiedenen Revisoren eingefügt.
Vatikanus befindet sich, wie der Name andeutet, in der Bibliothek des Vatikans in Rom. Niemand weiß, wann er in die Bibliothek des Vatikans kam, aber seine Existenz wurde erstmals 1841 bekanntgegeben.
Dieser Kodex läßt viele Teile der Schrift aus, die für die christliche Lehre lebenswichtig sind. Vatikanus läßt aus: 1. Mose 1:1 bis 1. Mose 46:28; Psalm 106 bis 138; Matthäus 16:2, 3; Römer 16:24; die Hirtenbriefe des Paulus; die Offenbarung und alles nach Hebräer 9:14-24.
Es erscheint verdächtig, daß ein Manuskript, das im Besitz der römisch-katholischen Kirche ist, den Teil des Briefes an die Hebräer wegläßt, der aufdeckt, daß die "Messe" vollkommen nutzlos ist (Bitte lies Hebräer 10:10-12). Die "Messe" in Verbindung mit der Falschlehre vom Fegefeuer bilden Hand in Hand eine fortwährende Geldmaschinerie für Rom. Es läßt auch Teile der Schrift weg, die von der Schöpfung erzählen (1. Mose), die prophezeiten Einzelheiten der Kreuzigung (Psalm 22) und natürlich den Teil, der die Zerstörung von Babylon (Rom) prophezeit, der großen Hure aus der Offenbarung Kapitel 17.
Vatikanus, obwohl physisch intakt, ist von sehr schlechter literarischer Qualität. Er zeigt zahlreiche Stellen, an denen der Schreiber das gleiche Wort oder den gleichen Satz zweimal wiederholt. Die Masse der Korrekturen und der Veränderungen durch den Schreiber macht sein Zeugnis höchst verdächtig und fraglich.
Vatikanus läßt nicht weniger als 1491mal Wörter oder ganze Sätze weg. Er zeigt auf jeder Seite Spuren davon, daß er unvorsichtig abgeschrieben wurde. Der Kodex Sinaitikus enthält eine Fülle von Lese- und Schreibfehlern in einem Umfang, zu dem es in der Tat Vergleichbares gibt, der aber glücklicherweise in Dokumenten von höchster Wichtigkeit ziemlich selten ist. An vielen Stellen werden 10, 20, 30, 40 Wörter einfach durch Unvorsichtigkeit ausgelassen. Buchstaben und Wörter, sogar ganze Sätze werden ständig doppelt geschrieben oder angefangen und sofort wieder beendet. Der krasse Schnitzer, daß ein Satz ausgelassen wird, weil er zufällig mit den gleichen Worten endet wie der vorangegangene Satz, erscheint im Neuen Testament nicht weniger als 115mal.
Die Herkunft von Sinaitikus und Vatikanus
Es scheint, daß diese Art von Text ein örtlicher Text aus Alexandria in Ägypten war, von dem Eusebius (Bischof von Cäsarea) fünfzig Abschriften machte, um eine Forderung des Kaisers Konstantin zu erfüllen. Unglücklicherweise wandte sich Eusebius an das Bildungszentrum in Ägypten und bekam eine "Revision von Gelehrten", anstatt sich an Antiochien zu wenden, um den reinen Text zu erhalten, der von den wahren Christen allgemein anerkannt wurde.
Warum wählte Eusebius Alexandria anstatt Antiochien? Hauptsächlich, weil er ein großer Verehrer von Origen, einem ägyptischen Gelehrten, war. Origen, obwohl er einmal vom modernen Christentum als vertrauenswürdige Autorität erhoben worden war, wurde seitdem als Ketzer befunden, der die Bibel im Lichte der griechischen Philosophie interpretierte. Er propagierte die ketzerische Lehre, daß Jesus Christus ein "geschaffener" Gott sei. Dies ist eine falsche Lehre, der die Zeugen Jehovas in unseren Tagen anhängen, die seltsamerweise ihre Lehre von der Wiedergabe des Alexandrinischen Textes von Johannes 1:1-5 und Johannes 3:13 erhalten, welche eine Fälschung ist, für die Origen verantwortlich ist. Er revidierte den Originaltext so, daß er sich im Einklang mit seiner persönlichen ketzerischen Auffassung befand!
Es ist ziemlich wahrscheinlich, daß Sinaitikus und Vatikanus zwei dieser fünfzig Abschriften sind, die von Konstantin bestellt worden waren, oder Abschriften dieser Abschriften.
Der alexandrinische Text kam etwa 500 n. Chr. außer Gebrauch, während der ursprüngliche Text aus Antiochien das wahre Christentum durch ganz Europa verbreitete. Der alexandrinische Text wurde von 500 bis 1881 verworfen und erst in unserer Zeit wieder revidiert und als echt deklariert.
Moderne Übersetzungen
Brook Foss Westcott und Fenton John Anthony Hort veröffentlichten ihren Text in 1881. Hort veröffentlichte 1884 eine Übersetzung des Neuen Testaments.
Im Jahre 1901 wurde ein weiterer Angriff in Form der American Revised Version gestartet, welche später die American Standard Version genannt wurde (eine absichtliche Falschbenennung, da sie niemals für irgend etwas zum "Standard" wurde). Diese Version fand, anstatt der Liebling der amerikanischen kritischen Gelehrten zu sein, ein trauriges Ende, als sie 23 Jahre später von Gottes Volk vollkommen abgelehnt wurde und ihr Copyright verkauft werden mußte. (Hört sich das nach Gottes Segen an?)
Die ASV wurde weiter revidiert und im Jahre 1954 wieder als die Revised Standard Version veröffentlicht. Dieser Ablauf der Ereignisse hat sich unzählige Male wiederholt und resultierte in der New American Standard Version von 1960, der New Scofield Version von 1967, der New International Version von 1978 und der New King James Version von 1979, um nur einige wenige zu nennen.
Der Verlauf hat sich nie geändert. Jede neue Version, die auf den Markt gebracht wurde, ist ohne Ausnahme ein Produkt von Satans alexandrinischer Philosophie gewesen, welche die Vorstellung von einer perfekten Bibel verwirft. Außerdem wurden sie zum größten Teil vom verdorbenen alexandrinischen Manuskript abgeschrieben. (Obwohl ein paar von den reinen Manuskripten aus Antiochien übersetzt wurden, nachdem sie von der alexandrinischen Philosophie befleckt worden waren.)
Antiochien gegen Alexandria
Wie oben erwähnt, können die ungefähr 5250 Manuskripte des Neuen Testaments in zwei Gruppen unterteilt werden: Die große Mehrzahl stammt aus Antiochien (der Originaltext), und eine sehr kleine Minderheit kommt aus Alexandria (der unechte Text).
Alexandria und Ägypten werden in der Bibel ausschließlich negativ erwähnt: siehe 1. Mose 12:10-12; 2. Mose 1:11-14; 2. Mose 20:2; 5. Mose 4:20; 5. Mose 17:16; Offenbarung 11:8; Apostelgeschichte 6:9; Apostelgeschichte 18:24; Apostelgeschichte 21; Apostelgeschichte 27:6.
Alexandria war ein Zentrum der Bildung und der Philosophie (Kolosser 2:8), die es etwa 100 v. Chr. von Athen empfangen hatte (Apostelgeschichte 17:16). Es wurde dort von einem Pantaenus, der ein Philosoph war, eine Bibelschule gegründet. Pantaenus interpretierte die Schrift sowohl philosophisch als auch allegorisch. Das heißt, daß er der Philosophie anhing, die glaubt, die Wahrheit sei relativ und nicht absolut. Er glaubte nicht, daß die Bibel unfehlbar ist. Er betrachtete die Bibel allegorisch und glaubte, daß Männer wie Adam, Noah, Mose und David nur in jüdischer Dichtkunst existiert haben und keine wirklichen, geschichtlichen Persönlichkeiten waren. Ihm folgte als Schuloberhaupt Clemens von Alexandria und später Origen, Männer, die seinen Skeptizismus teilten.
Es war Origen, geblendet von den zwei Rauschmitteln Bildung und Philosophie, der die reinen Exemplare der Schrift abänderte, als er sie erhielt, damit sie mit seinem verkehrten Denken übereinstimmten. Er ist der Vater aller Bibelkritiker und ist nicht nur für die Manuskripte verantwortlich, die solche Verse wie Lukas 24:40, Apostelgeschichte 8:37 und 1. Johannes 5:7 weglassen, sondern er ist auch verantwortlich für die alexandrinische Philosophie, die von so vielen unserer fundamentalen Gelehrten nachgeplappert wird, die in einem Atemzug behaupten, daß "die Bibel perfekt und unfehlbar ist" und dann im nächsten Atemzug sagen, daß "die Bibel Fehler und falsche Übersetzungen enthält". Es ist diese demente Ideologie, die die alexandrinischen Manuskripte erst hervorbrachte. Daher sehen wir nicht nur, daß die Manuskripte von Alexandria verdorben sind und verworfen werden müssen, sondern auch, daß die alexandrinische Philosophie, nach der die Bibel Fehler enthält und korrigiert werden muß, sogar noch subtiler und gefährlicher ist und von wahren Bibelgläubigen verlassen werden muß.
Antiochien hingegen wird in der Bibel nur in einem positiven Licht erwähnt:
Einer der ersten sieben Diakone war Nikolaus von Antiochien (Apostelgeschichte 6:5). Er ist der einzige Diakon, dessen Heimatstadt genannt wird.
Apostelgeschichte 11:21 sagt uns, daß Gottes Heiliger Geist in Antiochien mächtig wirkte und daß eine "große Zahl" gerettet wurde. Wir sehen daher, daß die erste große Erweckung unter den Heiden in Antiochien geschah.
In Apostelgeschichte 11:25,26 sehen wir, wie Barnabas nach Tarsus auszog, um den Neubekehrten Saulus zu suchen. Als er Saulus fand, brachte er ihn nicht nach Jerusalem (und ganz bestimmt nicht nach Alexandria). Er kehrte mit ihm nach Antiochien zurück, der geistigen Hauptstadt der neutestamentarischen Gemeinde.
In Apostelgeschichte 11:26 sehen wir, daß die wiedergeborenen Gläubigen in Antiochien zum ersten Mal "Christen" genannt wurden. Daher stellen wir Gläubigen jedesmal, wenn wir uns selbst als Christen bezeichnen, eine geistige Verbindung zu unseren geistigen Vorvätern in Antiochien her. Antiochien ist für den Christen, was der Felsen von Plymouth für den Amerikaner ist.
In Apostelgeschichte 11:29,30 sehen wir, daß die Heiligen, die Gott in Antiochien segnete, den Heiligen in Jerusalem finanzielle Hilfe senden müssen.
Apostelgeschichte 13:1-3: Die erste missionarische Reise, die in der Schrift erwähnt wird, begann in Antiochien, mit Christen auch Antiochien.
Was fand Gott an Antiochien so anziehend, daß Er es als das Zentrum des neutestamentlichen Christentums erwählte?
Obwohl Antiochien ein kulturelles Zentrum war, hatte es, anders als so bekannte Städte wie Rom, Athen und Alexandrien, sich nicht den heidnische Religionen, heidnischer Erziehung und heidnischen Philosophie ergeben.
Vielleicht fällt es auch ins Gewicht, daß Antiochien, anders als die oben erwähnten Städte oder sogar Jerusalem, genau in der Mitte der bekannten Welt lag und an der Schnittstelle der Ost-West Handelsroute erbaut war. Über den Orontesfluß brüstete es sich sogar mit einem Hochseehafen. Für die Hauptstadt der Christenheit, die für Ihre Mobilität bekannt ist, sind das alles wichtige Eigenschaften.
Es kann sein, daß viele der originalen Urschriften von Paulus’ Briefen in Antiochien aufgeschrieben wurden.
Im zweiten Jahrhundert gründete ein Jünger mit Namen Lucian eine Schule der Schriften in Antiochien. Lucian war für sein Mißtrauen gegenüber heidnischen Philosophien bekannt. Seine Schule betonte die Autorität und Heiligkeit der Schrift und lehrte, daß man die Bibel wörtlich nehmen muß und nicht bildlich, wie es die Philosophen Alexandrias lehrten.
Also ist Antiochien nicht nur der Ursprung der richtigen Familie der Bibelmanuskripte, sondern auch die Quelle der Ideologie, die die Bibel als buchstäbliches und perfektes Word Gottes akzeptiert.
Aus Antiochien bekommen wir die reine Linie der Manuskripte, die darin gipfeln, was später als “empfangener Text” oder Textus Receptus bekannt wurde.
3. Über Westcott und Hort
Brooke Foss Westcott (1825-1903) und Fenton John Anthony Hort (1828-1892) sind sehr widersprüchliche Figuren in der biblischen Geschichte.
Es sollte keine Überraschung sein, daß diese Männer ihren Einfluß einer Familie der Manuskripte zur Verfügung stellten, die dafür bekannt ist, die Hauptlehren der Bibel zu attackieren und zu verfälschen. Eigenartigerweise glaubt keiner der Männer, daß die Bibel anders behandelt werden sollte als die Schriften der verlorenen Historiker und Philosophen!
Wir müssen uns auch mit Horts Glauben, daß die Bibel nicht unfehlbar ist, auseinandersetzen: “Wenn du eine entschiedene Überzeugung von der absoluten Unfehlbarkeit des Neuen Testaments zu einer unabdingbaren Voraussetzung für eine Zusammenarbeit machst, dann fürchte ich, daß ich da nicht mitmachen kann.” Ebenso sagte er: ”Aber es ist mir nicht möglich, so weit wie du zu gehen und die absolute Unfehlbarkeit der kanonischen Schriften zu verteidigen.”
(alle Zitate aus dem Buch: “An Understandable History of the Bible” von Samuel C. Gipp)
Hort war ein großer Bewunderer Charles Darwins! Er schrieb aufgeregt an seinen Kollegen B.F. Westcott: „... Hast du Darwin gelesen? Wie gerne würde ich mit dir darüber sprechen wollen! Ungeachtet der Schwierigkeiten, tendiere ich dazu, es für nicht beantwortbar zu halten. Auf jeden Fall ist es ein Genuß, so ein Buch zu lesen."
Und an John Ellerton schrieb er: „Aber das Buch, das mich am meisten gefesselt hat, ist Darwin. Was auch immer darüber gedacht wird, es ist ein Buch, bei dem man stolz darauf sein kann, ein Zeitgenosse von ihm zu sein ... Ich habe das starke Gefühl, daß die Theorie unbeantwortbar ist. Falls das so ist, eröffnet es eine neue Periode."
Hort war ein Liebhaber der griechischen Philosophie. In seinem Schreiben an Herrn A. MacMillian stellte er fest: „Für jene, die die christliche Offenbarung empfangen haben, scheint sie die (griechische) Philosophie wertlos zu machen. Für mich, obwohl auf verschwommenem Weg, scheint sie voll von wertvollen Wahrheiten zu sein, von denen ich nichts in der Offenbarung finde, und es sollte mich sehr erstaunen und verwundern, falls doch."
Er glaubte nicht an den Teufel als Person: „Nun, falls es einen Teufel gibt, kann er nicht bloß das korrupte und verzerrte Abbild Gottes sein; er muß vollständig böse sein, sein Name, seine ganze Energie, seine Taten müssen böse sein. Wäre es nicht eine Verletzung der göttlichen Eigenschaft des Wortes, solch eine Natur aktiv zu unterstützen?"
Er glaubte nicht an die Hölle: „In meinem Fall kommt das sicherlich davon, daß ich persönlich keine Angst habe; als ich völlig gottlos lebte, war es mir nie möglich, mich mit der Vision einer entfernten Zukunft zu ängstigen, sogar in der Zeit, als ich an der Lehre ‘festhielt’."
Eher glaubte er an das Fegefeuer: „Die Idee des Fegefeuers, einer Reinigung wie durch Feuer, scheint für mich untrennbar mit dem verbunden zu sein, was uns die Bibel über die göttlichen Bestrafungen lehrt; und obwohl wenig direkt über eine zukünftige Ablehnung gesagt wird, scheint es für mich unglaublich zu sein, daß die göttlichen Bestrafungen in dieser Hinsicht ihren Charakter ändern, wenn dieses sichtbare Leben endet.”
Tatsächlich betrachtete Hort die Lehre von dem Opfer Christi als Irrlehre! „Sicherlich kann nichts unschriftlicher sein, als die modernen Begrenzungen des Tragens unserer Sünden und Leiden durch Christus bis zu Seinem Tode, aber das ist in der Tat nur ein Aspekt einer allumfassenden Irrlehre."
Dr. Hort glaubte auch, daß die römisch-katholische Lehre der „Wiedergeburt durch Taufe” richtiger war als die „evangelische” Lehre. „... zur gleichen Zeit stellen wir fest, daß wir an der ‘Wiedergeburt durch Taufe’ als der wichtigsten Doktrin festhalten ... die reine ‘römische’ Sicht scheint mir näher an der Wahrheit zu sein und eher dorthin zu führen als die evangelische."
Ebenso stellte er fest: „Die Taufe versichert uns, daß wir Kinder Gottes sind, Teile Christi und Seines Leibes, und Erben des himmlischen Königreiches."
Verdächtig ist auch, daß sich Hort in das Übernatürliche vertieft, zusammen mit seinem guten Freund Brooke Foss Westcott und anderen in der sogenannten ‘Geistlichen Gilde’.
„Westcott, Gorham, C.B., Scott, Benson, Bradshaw, Luard etc. und ich haben eine Gesellschaft zur Erforschung von Geistern und allen übernatürlichen Erscheinungen und Auswirkungen gegründet; wir sind bereit, daran zu glauben, daß solche Dinge tatsächlich existieren, und wir sollten uns von Täuschungen und allen subjektiven Wahnvorstellungen fernhalten; wir wären glücklich über jede mit Namen verbürgte gute Beschreibung. Westcott setzt einen Fragebogen auf. Cope nennt uns den ‘Hahn und Bullen-Club’; unser eigener momentaner Name ist die ‘Geistliche Gilde’."
Unglücklicherweise sind Dr. Westcotts Empfehlungsschreiben für die Befürworter der “neuen Bibel” sogar noch stärker gegen die Bibel gerichtet. Westcott glaubt nicht, daß 1.Mose 1-3 wörtlich genommen werden sollte. Er dachte auch, daß "Mose" und "David" poetische Charaktere wären, auf die sich Jesus Christus nur deshalb mit Namen bezog, weil die einfachen Leute sie als authentisch akzeptierten. Westcott stellt fest: „Ich vermute zum Beispiel, daß niemand annimmt, daß die ersten drei Kapitel in 1. Mose eine wahre Geschichte beschreiben – ich konnte nie verstehen, wie irgend jemand, der sie mit offenen Augen liest, denken kann, das wäre so."
Westcott zweifelte auch an den biblischen Berichten über Wunder: „Ich las nie einen Bericht über ein Wunder, sondern fühlte instinktiv die Unwahrscheinlichkeit und entdeckte auch irgendwie in dem Bericht einen Beweis dafür." Wenn ein großer fundamentalistischer Prediger unserer Tage so eine Aussage machen würde, würde er als ein Abtrünniger bezeichnet werden, so wie steht es dann mit Westcott?
Westcott glaubte, daß der Himmel ein Zustand und kein realer Ort sei. Beachte die folgenden Zitate von Bischof Westcott: „Zweifellos ist die Sprache der liturgischen Anweisung unvorsichtig, aber sie schützt uns vor dem Fehler, die Gegenwart von Christus´ verherrlichter menschlicher Natur mit einem Ort in Verbindung zu bringen; 'Himmel ist ein Zustand und kein Ort'."
„Wir mögen die vernünftige Hoffnung haben, daß es uns möglich ist, durch geduldiges, entschlossenes, treues und vereintes Bemühen den Himmel über uns hier zu finden, die Ehre unseres irdischen Lebens."
4. Über die Übersetzer der King James-Bibel
Die Männer des Übersetzerteams der King James-Bibel waren ohne Frage die gelehrtesten Männer ihrer Zeit und hervorragend für die Aufgabe, die sie in Angriff nahmen, qualifiziert. Sie waren, ganz allgemein durch ihr umfassendes Wissen, sowohl akademisch als auch, durch ihren beispielhaften Lebenswandel, geistig qualifiziert.
Unter ihnen waren Männer, die, akademisch gesprochen, einen Monat Urlaub nahmen und die Zeit dafür nutzten, eine Fremdsprache perfekt zu lernen, ein persisches Wörterbuch zu schreiben, ein spezielles mathematisches Lineal zu erfinden; einer war Architekt, ein Meister orientalischer Sprachen, der öffentlich auf Griechisch diskutierte und Königin Elisabeth Griechisch und Mathematik lehrte, und von einem anderen wurde gesagt: „Hebräisch schüttelt er aus dem Handgelenk”. Trotzdem kann Kopfwissen ein Fluch sein, wenn es nicht durch ein ernsthaftes, reines Herz geleitet wird.
In diesem, dem geistigen Reich, waren sie vielen anderen um Lichtjahre voraus, die mit ihrer Bildung protzen, aber bei dem Versuch, ein praktisches, persönliches Vorbild zu sein, völlig versagen.
Diese Gruppe war mit Männern gesegnet, die für ihren Eifer und ihr Einfühlungsvermögen im Gespräch und bei der Bekehrung von Katholiken zu Christen bekannt waren. Sie verbrachten Stunden in persönlichem und familiärem Gebet. Viele arbeiteten als Evangelisten und einige sogar als Missionarsrepräsentanten der späteren Königin Elisabeth. Einer wurde 103 Jahre alt. In den letzten Jahren seines Lebens, nachdem er zwei volle Stunden gepredigt hatte, sagte er zu seiner Gemeinde: „Ich werde eure Geduld nicht länger strapazieren”, worauf die ganze Gemeinde wie mit einer Stimme ausrief: „Um Gottes Willen, mach weiter.” Er fuhr dann mit einer ausführlichen Auslegung des Wortes Gottes fort.
Unter ihnen war Humanität als allgemeiner Charakterzug weit verbreitet, wie der Einweihungsbrief so überdeutlich offenbart: „So daß, falls wir einerseits von Papstanhängern zu Hause oder in der Fremde verleumdet werden, die uns deshalb beschimpfen wollen, weil wir schlechte Instrumente seien, um Gottes heilige Wahrheit mehr und mehr unter den Menschen bekanntzumachen, die sie weiter in Unkenntnis und Dunkelheit halten wollen, oder wenn andererseits, wir verfolgt werden von eingebildeten Brüdern, die ihre eigenen Wege gehen und sich dem Nichtigen zuwenden, und dem, was von ihnen selbst ersonnen und auf ihrem eigenen Amboß gehämmert ist.“
Dennoch, trotz ihres außergewöhnlichen Charakters, beriefen sie sich niemals auf göttliche Inspiration. (Ein Anspruch, der, falls sie ihn gemacht hätten, ihre Verfolger überglücklich gemacht hätte, als Beweis für ihren stolzerfüllten Geist.) Sie behaupteten sogar niemals, daß ihre fertige Arbeit perfekt war.
Die Gelehrsamkeit der Männer, die die King James-Bibel übersetzt haben, ist durch heutige Gelehrte buchstäblich unerreicht. Wir sehen die Zeichen der Abtrünnigkeit überall um uns herum. Sie sind auch offensichtlich in den Erziehungssystemen. Sollen wir glauben, daß die „Gelehrsamkeit” den „Prozeß des Niedergangs” umgangen hat? Das ist weit davon entfernt, realistisch zu sein.
Selbst in diesen stolzen, prahlerischen Tagen können alle Hochschulen Großbritanniens und Amerikas nicht die gleiche Anzahl von Geistlichen zusammenbringen, die durch ihre Gelehrsamkeit und Heiligkeit genauso für dieses große Unternehmen qualifiziert wären, die Bibel zu übersetzen. Es gibt in der Tat nur wenige lebende Namen, die es wert sind, mit all diesen großen Männern zusammen aufgelistet zu werden. Es wäre unmöglich, aus irgendeiner christlichen Gemeinde oder auch aus allen, eine Gruppe von Übersetzern zusammenzurufen, der die ganze christliche Gemeinschaft ein solches Vertrauen entgegenbringt, wie es von dieser illustren Gruppe berichtet wird, oder die beweisen, daß ein solches Vertrauen in sie gerechtfertigt ist.
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