Unsere Grösse - ein freies Geschenk Gottes


Unsere Größe – ein freies Geschenk Gottes

Wo findet der Christ seine Identität und wo hat er das Gefühl, wertvoll zu sein? In seiner Karriere ... seinem geistlichen Amt ... seinen Beziehungen? Zu oft ist das so. Aber Jesus hat unsere Aufmerksamkeit weg von äußerlichen Fähigkeiten und menschlicher Ehre hin zur innerlichen Begegnung mit der glühenden Liebe gelenkt, die Gott in seinem Herzen hat, damit wir unsere wahre Identität entdecken und Selbstwertgefühl entwickeln.

 

Größe als freies und ewiges Geschenk

 

Gott hat uns angesichts der Tatsache, dass Er sich nach uns sehnt und uns nachgeht, etwas Unglaubliches und Gewaltiges geschenkt. Er schenkte uns Größe. Jeder, der durch das Blut Jesu wiedergeboren ist, hat die Gabe, großartig und erfolgreich zu sein, kostenlos und für immer dazu bekommen. Das geschah automatisch bei der neuen Geburt und ging einher mit dem Empfang ewigen Lebens, der Gerechtigkeit und des Geistes in uns. Hebräer 2,7-9 sagt, dass Gott uns mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt hat als wir Ja sagten zu Seiner Gnade. Ohne zu übertreiben wurden wir in dieser Stunde zu etwas ganz Großem, und der Herr richtete es so ein, dass die Tatsache unserer neuen Identität unser Selbstbild tief greifend verändert.

 

Es geht sehr tief, was die Schrift über diejenigen sagt, die mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt sind. Der geringste Gläubige besitzt weit mehr Privilegien als der höchste Engel. Ihr Lieben, wir sind die Braut Christi und werden mit Ihm für immer im Leib der Auferstehung herrschen und regieren. Wir sind für immer die Söhne des höchsten Gottes. Die Engel werden diese Dimensionen niemals erleben. Stellt euch mal vor , wie sich der Dieb am Kreuz fühlte, als er über die Todeslinie hinweg das Paradies betrat. Ich kann mir vorstellen, dass er in etwa sagte: „Wenn ich gewusst hätte, dass ich ein König bin, wäre ich kein Dieb geworden."

 

Ich glaube nicht, dass die Engel schon darüber hinweg gekommen sind, dass aus Erde gemachte menschliche Wesen, von denen sich einige mit Dämonen verbrüdern und andere in Rebellion, Ungehorsam oder Perversion leben, so freigesetzt, so gereinigt, so mit Herrlichkeit gekrönt werden können und allein zur innigsten Partnerschaft und Freundschaft mit Gott eingeladen sein sollen. Ich glaube, sie schauen immer noch mal auf uns, mal sich gegenseitig an und sagen so etwas wie: „Wie soll man sich das vorstellen?"

 

Der göttliche Roman einer Expedition

 

Eine der großen Herausforderungen während unseres Wachsens in der Gnade Gottes ist, zunehmend die Größe und Schönheit zu entdecken, die wir ab der neuen Geburt besitzen. Paulus stellt fest, dass unser Leben mit Christus in Gott verborgen ist (Kol 3,3), und das ist der Kern der Herausforderung. Die Größe und Schönheit, die wir als Gabe empfangen haben, ist verhüllt, verborgen vor unseren und den Augen derer, mit denen wir zusammen leben. Natürlich sieht Gott unsere Größe, ebenso sehen sie die Engel, aber die völlige Würde unseres Lebens ist auf bedeutsame Weise unsichtbar für uns, und wir werden sie erst dann vollständig erkennen, wenn sich der Herr uns ganz und gar offenbart und wir Sein Angesicht sehen.

 

Sich auf die lebenslange Reise zu machen, auf der man die Bedeutung entdeckt, die Gott auf uns gelegt hat, ist ein herrliches Abenteuer, eine Liebesgeschichte, die alle Vorstellungskraft übersteigt. Sie soll sich entfalten und uns befähigen, ein Leben im extravaganten Gehorsam Gott gegenüber zu führen.

 

Ich glaube, dass die göttliche Liebesgeschichte eine gewaltige Erfahrung ist. Wir entdecken Seine und unsere Schönheit und lernen, sie zu verstehen. Dass Seine Leidenschaft unsere Leidenschaft weckt, ist die motivierendste Strategie des Heiligen Geistes für die endzeitliche Gemeinde. Diese Expedition gibt uns die Kraft, unser Leben nicht nur bis zum Tod zu lieben. Wir werden dem Martyrium in der Gnade Gottes mit einem liebeskranken Herzen gegenüberstehen, welches von Leidenschaft und Freude motiviert ist, mit einem festen Herzen, einem feurigen Herzen, das in diesen Wahrheiten und im Heiligen Geist übernatürlich stark ist.

 

Leben, das über die eigenen Möglichkeiten hinausgeht

 

Jesus kam, um uns genau das durch Seinen Sühnetod am Kreuz zu schenken. Wenn wir verstehen, wie Größe mit unserer Errettung zusammen hängt, dann verringert sich auch unsere Sorge um die eigene Bedeutung außerhalb der Gnade Gottes, selbst wenn wir gerade mitten in der Ausübung eines geistlichen Amtes sind. Das Streben nach Selbstwertgefühl oder Erfolg aufgrund der Anerkennung von außen ist so selbstverständlich für uns. Aber diese Art ergebnisorientiertes Leben erfüllt unser Herz nicht und gibt ihm nicht das, was es braucht. Am Ende bleiben wir zerbrochen und verletzt zurück, weil wir nicht jede Situation, die sich negativ auf eine solche Identität auswirkt, kontrollieren können.

 

Wie wenden wir unser Herz also wieder weg von der Selbermach- bzw. ergebnisorientierten Identität hin zur echten biblischen Wahrnehmung des eigenen Wertes? Jesus ermahnte die Pharisäer, dass sie Erfahrungen mit der Liebe Gottes machen müssten, um die Ehre zu entdecken, die von Ihm allein kommt.

 

Leben, das sein Wissen aus der Begegnung schöpft

 

In Johannes 5,38-44 stellt Jesus verblüffend dar, wie hoch Er Sein menschliches Herz trägt wegen der Liebe Gottes, die Er erfahren hat, und weil Er wusste, wer Er in Gottes Augen ist. Im Vers 38 sagt Er den Pharisäern unverblümt, dass sie Sein Wort nicht bleibend in sich haben. Diese Feststellung wirkt schockierend, waren doch die Pharisäer in den Augen der anderen Menschen starke Kapazitäten im Wort. Aber sie besaßen nur biblische Informationen und keine lebendige Einsicht. Sie hätten die Schriften durchforscht, sagt Jesus, aber sie wären nicht bereit, zu Ihm zu kommen, damit sie Leben hätten. Mit anderen Worten, Jesus sagt, dass sie die Bibel unter der Voraussetzung lesen, dass biblische Information an sich schon eine Begegnung mit dem ewigen Leben schenkt. Wir wissen natürlich, dass das nicht stimmt. Ewiges Leben ist eine Person, der höchste Gott. Dann sagt er in Vers 42 etwas ganz Schlagkräftiges – dass sie die Liebe Gottes nicht in sich haben. Das sagt Er im Zusammenhang mit der Ehre von Menschen, die Er nicht nimmt. Warum verband Jesus die Erfahrung mit der Liebe Gottes und das Annehmen von Ehre?

 

Ganz einfach ausgedrückt gibt es nur einen Ort, wo wir unseren Wert entdecken und die wahre Ehre kennen lernen, die uns schon verliehen ist, und dieser Ort ist der Bereich, in dem wir der Liebe Gottes begegnen. In Epheser 3,18 spricht Paulus über die Breite, Länge, Höhe und Tiefe der Liebe Gottes. Er sagt, dass sie alle Erkenntnis übertrifft. Niemand kann sie in diesem Zeitalter völlig erfassen. Das Hauptproblem der Pharisäer war, dass sie keinerlei lebendige Erfahrungen mit dieser höchsten Realität besaßen, dem unendlichen Ozean brennenden Verlangens im Herzen Gottes. Sie hatten keine Chance, richtig zu leben. Sie waren von dem einzigen Ort, an dem sie hätten entdecken können wer sie waren, abgeschnitten. Somit blieb ihnen nur, die Ehre bei den Menschen zu suchen. Über das Streben nach Ehre können wir nicht Buße tun. Es ist Teil unsres von Gott geschaffenen Wesens. Aber wahre Ehre, die die Seele sättigt, finden wir nur, wenn wir wissen, wer wir vor Gott sind.