NEID - der Frontalangriff gegen Freundschaften
Beziehungen zu leben, darin zu segnen und gesegnet zu sein entspringt dem Wesen Gottes und es ist SEIN Anliegen – zu Ihm und auch zu einander.
Wir erleben in der Freundschaft zu Gott Seine Liebe, die uns heilt und in unsere Bestimmung hineinliebt, so erfassen wir in der Vertrautheit mit Ihm unsere Identität und erstarken in der Gnade Gottes als Seine Söhne und Töchter. Und wir beginnen uns zueinander zu öffnen und darin Gottes Trost, Seine Ermutigung und Stärkung, Antrieb und heilsame Korrektur im Miteinander zu erfahren. Die Gemeinschaft der Heiligen ist Gottes Anliegen für Seine Kinder, die Er schützen und worin Er sich offenbaren möchte
Somit ist jede Beziehung, jede Freundschaft ein Ärgernis für Satan, also die Vertrautheit mit Gott, ebenso wie die Gemeinschaft untereinander. Satans Anliegen ist es, uns die Gnade und Liebe Gottes zu stehlen, uns zu töten, uns das Leben zu entziehen und uns zu verderben. Joh 10,10.
+ Sechs Dinge hasst Gott .... und das siebente ist Ihm ein Gräuel: wer freien Lauf lässt dem Zank zwischen Brüdern / wer Zank entfacht zwischen Brüdern. Spr 6,16+19
Satan ist dabei recht trickreich und leider sehr erfolgreich, wie es nicht nur die blutige Kirchengeschichte zeigt, sondern wie wir es leider im ganz normalen Miteinander erleben.
Wir müssen hauptsächlich auf einen Schwach- und somit Angriffspunkt in unseren Beziehungen etwas näher eingehen:
NEID und EIFERSUCHT
1. Kann es überhaupt Neid oder Eifersucht um Gaben und Stärken unter Freunden geben?
JA – leider. Dies ist nicht nur eine kummervolle persönliche Erfahrung, sondern auch Thema in vielen seelsorgerlichen Gesprächen. Oft zieht uns etwas zum Anderen, was wir bewundern, oder was wir vielleicht sogar selbst gerne wären oder hätten. Persönliches Beispiel: Vor sehr vielen Jahren hatte ich eine ganz liebe Freundin, die etliche Menschen für Gott gewann. Sie erlebte, was ich mir so wünschte, und sie erlebte es trotz ihrer damals noch sehr unpersönlichen Art und Weise. Ich empfand dies als ungerecht, denn ich hatte – meiner Meinung nach – das offenere Wesen, konnte auf Menschen freundlicher zugehen und – ganz wichtig – so dachte ich: ich hatte einige Kurse für Evangelisation absolviert und wusste, „wie es geht“. Die Eifersuchtbegann die Freude an unserer Beziehung und an dem, was sie so begeistert erlebte, zu dämpfen. Dazu stieg Angst auf, dass irgend etwas in mir nicht Gottes Massstab genügen könnte, und der Neid sass mir im Nacken: Gott liebt sie mehr, gibt ihr mehr als mir!
Salomon bezeichnet Neid oder Eifersucht sehr passend als Knochenfrass (Spr 14,30). Es greift buchstäblich die Stabilität meines Seins an und damit die Beziehungsebene zu dem Anderen. +Jak 3,16 wo Neid und Streitsucht herrschen, da ist Unordnung und jede böse Tat.
Damals begann ich zu verstehen, dass Neid und Eifersucht die Hauptmotive der meisten Gewalttaten und Morde sind – auch auf vielen geistlichen Machtebenen der Manipulation und des Missbrauchs.
Neid nimmt uns total gefangen und treibt uns zu Handlungen, die unrationell sind.
Biblische Beispiele:
Die Eifersucht der Brüder auf Josef – verursacht durch die besondere Liebe Jakobs zu Josef – stachelt sie zu einem raffiniert geplanten und brutalen Brudermord an. 1 Mo 37. 4+11
David und Saul:
+ Saul sah neidisch auf David in jenen Tagen und es geschah am folgenden Tag, dass ein böser Geist von Gott auf Saul kam und er geriet im Inneren des Hauses in Raserei. 1 Sam 18,9+10 Die Kreuzigung Jesu wurde durch den Neid der Pharisäer eingeleitet. +Denn Jesus wusste, daß sie ihn aus Neid überliefert hatten. Matt 27:18; Mark 15:10 Auch die Verfolgung der ersten Christen hatte in der Eifersucht ihren Ursprung: Apg 5,17+18; 13,45; 17,5
Wenn Neid uns erfasst und sich in uns einnistet, verhärten wir innerlich und verschliessen uns – oft unmerklich oder evtl. sogar mit fromm klingenden Rechtfertigungen – gegen die Güte und Gnade Gottes.
Es war für mich ein besonderes Erleben und prägende Erkenntnis, dass ich in der damaligen Situation mit der Freundin eines Morgens die Aufforderung Gottes tief in meinem Herzen vernahm: „ war es nicht dein Wunsch, dass mein Werk geschieht, dass Menschen Mich finden, Mir vertrauen? Es war Meine Sehnsucht in dir! Also freue dich doch mit Mir! Was Meine Freude ist, soll auch deine Freude sein – was Mein ist, ist auch dein!“ Erst später entdeckte ich, dass es genau das werbende Wort des Vaters aus Luk 15,31 war.
Die Wahrscheinlichkeit von Eifersucht ist wohl immer mehr oder weniger gegeben, denn NEID ist ein Werk des Fleisches, das grundsätzlich gegen Gottes Geist der Freiheit und Liebe kämpft!! Eifersucht hat seinen Ursprung in der Scham oder der Minderwertigkeit, anders zu sein, bzw. anders sein zu wollen, die durch die eigene gottlosgelöste Erkenntnis über uns und über einander in unsere Herzen gekommen ist. Die erste Schuldzuweisung des Adam an Eva und der erste Mord des Kain an Abel hat hier ihre Ursache. Nicht selten hat dies eifersüchtige Vergleichen und daraus folgenden Scham oder Wut Menschen ihr Leben lang begleitet und sie ihrer Freiheit beraubt.
Wir brauchen täglich die Gnade Gottes – zur Reinigung und Heiligung.
Viel eher erkennen wir Stolz in uns, also den Wunsch beachtet, wichtig, gefragt zu sein usw., als dass wir Neid in uns anerkennen oder auch in anderen erfassen.
Fragen, die Eifersucht und Neid in mir offenbart, sind u.a.:
+ Kann ich mich an oder mit dem andern freuen, u.a. an der Liebe Gottes, die er erfährt, evtl. anders als ich sie erfahre?
+ Kann ich mich an der Segensgabe des Anderen freuen?
+ Sehe ich die Gabe überkritisch, relativiere ich in meinem Herzen sein Handeln, a la: Er oder sie macht es zwar gut, aber ...)?
+ Freue ich mich mit oder für meinen Freund an dessen Beziehungen oder Segnungen durch andere?
Wichtig ist immer wieder :
Mich den neidischen Empfindungen stellen, sie vor Gott aussprechen, bekennen – einfach ehrlich in meinen Gefühlen und Gedanken vor Ihm zu sein. So wird oft schon die – bösartige, bittere – Stosskraft des Neides gebrochen.
Grundsätzlich gilt: Alle Sünde, sowie auch die uns so vertrauten Werke des Fleisches, die ans Licht Gottes kommen, kommen automatisch in einen Heilungsprozess und haben riesige Erfolgschancen sozusagen auszutrocknen!!
Es kann eine Hilfe sein, mit einem Freund, der uns sehr gut kennt und evtl. den von uns Beneideten liebt, darüber zu sprechen und zu beten. In einigen wenigen Fällen wäre es vielleicht sogar möglich, mit der Person selbst das Gespräch zu suchen. Achtung: dies aber sicher nur, wenn die Beziehung auf eine sehr, sehr vertrauten, liebevollen Ebene gewachsen ist, und unser Eingeständnis keinen Keim der Schuldzuweisung enthält, a la: „ich bin neidisch, weil du dich so oder so verhältst“.
Mich in Gottes Gegenwart zu begeben, bringt mich immer auf eine Heilsbasis!!!
Wenn ich mich an Gott ankuschle und vor ihm aus"bocke", komme ich selbst ins Licht Gottes und empfange Gottes Sicht und Barmherzigkeit für Seine Wege mit den Andern und für Seine Güte mit ihm.
Biblische Beispiele des Erbarmens Gottes – u.a.
+ Jona – Ninive, Ahab 1.Kön21 27-29; Manasse 2.Chr33,13-19 + Joh 21, 21, Petrus: „was wird mit dem da?“ --- Jesus: „ Folge du mir nach!!“
+ Matt 20, 11-15, Gleichnis der Arbeiter die stündlich eingeholt werden und abends alle denselben Lohn bekommen. „Blickt dein Auge böse, weil Ich so gütig bin??“
2. Neid und Eifersucht gegen uns
Es ist eine sehr schmerzliche Situation, wenn man Neid gegen sich erlebt, denn Grausam ist Zorn, überwallend der Grimm – Aber wer kann vor der Eifersucht bestehen Spr 27,4
Ein neidischer Geist ist – fast – nicht zu gewinnen! Manchmal muss man wie David fliehen, ja, sich zurück ziehen. Trotz der Liebesbeteuerungen Sauls ging David nicht zu ihm zurück. Trotz Jonatans Fürsprache (1 Sam 18,1-7), trotz zweimaligen Beweises Davids, Saul zu schonen und zu achten (1 Sam 24+26), die Saul auch im Moment erkennt, bleibt der Neid und somit der Hass gegen David.
Der Bruder des verlorenen Sohnes hatte sich ebenfalls verhärtet und war voller Neid!!! Zornig schloss er sich von der Wiederkehrfreude aus. Der Vater ging zu ihm hinaus und warb: „Du bist immer bei mir – alles gehört dir!!! Freue dich doch mit mir“ Luk 15, 28-32 Auch Jesus konnte die Schriftgelehrten nicht gewinnen, die voller Eifersucht auf Seine Vollmacht, auf Seine Beziehung zu Gott als einem Vater waren. Jesus drängte sie, Ihm doch zu glauben, Ihm doch zu vertrauen um der Taten willen, die Er getan hatte – da sie ein Beweis Seines Standes als Messias waren. Joh 10, 38 Aber ..
+ Eifersucht weckt die Zornglut des Mannes, kein Mitleid verspürt er am Tage der Rache. Spr 6,34
Nur eine totale Herzensänderung kann hier Erneuerung und Heilung bringen. Und diese können wir nicht erzwingen, nicht herbeireden oder gar herbeibeten. Auch hier musste und durfte ich lernen, dass Gott jedem seine eigene Zeit lässt, sein Herz verändern zu lassen, in seinen eigenen Prozessen zu reifen, um Freiwerden, sowie Loslassen oder Vergeben zu wollen.
Das Wüten eines eifersüchtigen Menschen oder gar geistlichen Bruders oder einer Schwester gegen uns kann ein zerschlagenes Herz und eine wunde und blutende Seele bewirken. Es ist ausserordentlich schmerzlich, zumal wir uns meist weder rechtfertigen noch erklären noch den Anderen wieder zurückgewinnen können und .. auch dies: in uns keimt ebenfalls oft eine Art Schutzschicht von Abwehr, Ärger und Zorn, evtl. sogar Rache auf, die uns wiederum selbst verletzt, und so brauchen auch wir Erneuerung unserer eigenen Herzen in Freiheit und Vergebung.
Was können wir tun in dieser offensichtlichen Ohnmacht, den Anderen nicht zu erreichen?
+Nah Dich Gott – so wird Er sich euch nahen .. Jak 4, 8
Bleibe in Ihm – ruhe bei Ihm – bleibe unterm Kreuz, unter Seinem Blut und lass Gottes Güte in dir selbst in Vergebung fliessen, denn Versöhnung beginnt in mir, in uns. Für diese meine Herzensebene darf ich Heilung und Frieden erwarten und empfangen In unserer Situation haben uns Psalmenworte Davids begleitet, in denen wir unseren Schmerz beschrieben fanden und uns so verstanden fühlten .. – u.a. Ps 54-57. Und wir hatten Freunde, die uns trugen und ihre und Gottes Liebe zu uns lebten!
Selig sind die, die Freunde haben, die Räume der Gegenwart und Heilung Gottes bereiten, in denen wir Gottes Liebe empfangen und Sein Atem uns wieder beleben kann!
Ein Raum, wo wir all dies an Schmerz, an Wut vor unserem Gott abladen dürfen und Trost und Vergebung erfahren, um irgendwann selbst zu vergeben und frei zu werden. Dies geschieht selten im „Hauruck-Verfahren", sondern meist in vielen, vielen – wunderbaren undstaunenswerten – kleinen und größeren Schritten der Heilung und Wiederherstellung!
3. Eifersucht untereinander!
Jede Freundschaft ist eine besondere Vertrautheit und bleibt immer recht persönlich mit einer eigenen Intimität. Dies ist ein ganz besonderes Geschenk und eine ganz eigene Chance, ergänzt und bereichert zu werden. Und doch kann sich etwas wie Besitzanspruch einschleichen. Die Person, der ich mich besonders nah empfinde, zieht jemand anderes ins Vertrauen, macht oder unternimmt mit jemand anderen Dinge, was ich mir mit der Person gewünscht hätte oder gar meinte eine Art Anspruch darauf zu haben. Spätestens jetzt sollten die Alarmanlagen anspringen, was sie leider nicht immer tun. Man beginnt evtl. gegen die vom Freund ins Vertrauen gezogene Person zu intrigieren, oder wird zu einem Kontrolleur der sogenannten Liebes- oder Achtungsbeweise. Und eh wir uns versehen, sind wir zu Anklägern geworden! Nicht selten tritt dann genau das Gegenteil dessen ein, was wir uns ersehnten, und nun noch durch uns selbst: Unfreiheit untereinander bis hin zum Zerbruch der Beziehung, die wir zu schützen oder zu retten versuchten! Die Eifersucht untereinander, nicht um geistliche Dinge, sondern um mein Recht am Anderen, zerfrisst uns und die Beziehung!
Es ist eine schwierige und kummervolle Situation und eine schamvolle, wenn sie einem bewusst wird!
Denn zutiefst ahnen wir, dass wir zur Freiheit auch aneinander berufen sind. Wir ahnen, dass gerade das Loslassen eine tragfähige Tiefe der Beziehungen miteinander bewirkt. Und doch haben wir Angst, die Person zu verlieren, mit der wir uns Nähe und Vertrautheit wünschen. Angst ist ein schlechter Ratgeber und ein miserabler Seelsorger, der das Bild verzerrt.
Bin ich selbst in der Position des Eifersüchtigen darf und kann ich lernen – evtl sogar mit Hilfe eines vertrauten Freundes – meine Verlustangst oder meinen Zorn Gott anzuvertrauen und sie am Kreuz abzuladen – vielleicht wieder und wieder, bis sie die Wucht und Macht verliert.
Eine Speerspitze gegen Eifersucht und Neid ist SEGNEN!
Dies ist sicher kein Patentrezept, wurde mir aber persönlich oft eine Hilfe, wenn ich spürte, wie ich z B in eine eifersüchtige Angst geriet, mir kostbare Menschen zu verlieren
Ich startete den „Angriff nach vorn“ und betete um Gottes Liebe, Freude und Kraft in der anderen Begegnung unserer Freunde, unterstützte sie bewusst, und ich spürte oft schnell, dass ich in eine neue wunderbare Freiheit treten konnte – die unserer eigenen Beziehung Weite und Stärke verlieh.
Grundsätzlich gilt:
Wir sind einander zur Hilfe, zur Ergänzung, zum Trost und zur Stärkung gegeben – als GESCHENK GOTTES zueinander.
Nie kann einer allein den Segen für jemand Anderen haben, deshalb hat Gott uns in die Gemeinschaft Seiner Kinder gegeben, in der viele vieles aus Seiner Gnade füreinander wirken. Achtung: wir sind uns nicht als Besitz und Eigentum oder als Kontrolle gegeben! Dazu: manchmal ist auch die besondere Zeit einer Beziehung zu Ende, ohne Krach oder Eifersüchteleien. Oft habe ich erleben dürfen, dass man dann in eine neue Phase wie auf eine neue Ebene miteinander tritt, die sich auch als sehr segensreich und bereichernd erweist.
Erlebte ich aber selbst diese kontrollierende Eifersucht durch Menschen, so musste ich leider erfahren, dass der Versuch von klärenden Gesprächen kaum das Misstrauen abwehren konnte. Vielleicht weil Liebe und Wertschätzung sich nicht in Argumenten und Rechtfertigungen beweisen lässt. Ja, und ich stellte auch in mir fest, dass mir diese Verbindung innerlich wie entglitt, und das entspannte Miteinander wie einfror. Meist konnte ich mich wie David nur zurückziehen, aber ich betete und rang oft darum, dass Gott die zuvor so belebende und gesegnete Beziehungen neu gestaltet und formt. Aber – nicht immer war und ist dies möglich.
ACHTUNG:
Gott ist nicht verantwortlich für Neid oder eifersüchtige Kontrolle, aber ER ist sehr gerne zuständig für die Heilung dieser Probleme in unseren Freundschaften.
Denn es liegt Ihm am Herzen, ja in Seinem Wesen, dass wir Beziehungen in Freiheit und Seiner Weite leben lernen, durch die Er uns aneinander segnen und helfen kann, darum dürfen Ihn mit unseren Freundschaftsnöten bestürmen!
Mit meinem ersten geistlichen Freund habe ich vor vielen Jahren eine Art Bund geschlossen, dass Gott immer neu unsere Beziehung erfrischen, gestalten und reinigen möge von aller Eigenmächtigkeit, und auch allen falschen, kontrollierenden Anforderungen aneinander. Wir durften so über viele Jahre, uns begleiten, mal sehr innig, mal etwas lockerer, mal auch für anderen wichtigen Beziehungen beten, die parallel wuchsen. Unsere Herzen sind dabei bewahrt und gestärkt worden in und durch Gott – in all den vielen Jahren, trotz vieler Kilometer Distanz. Das ist ein Riesengeschenk!
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