Kontrolliere deine Gedankenwelt
Kontrolliere deine Gedankenwelt
Leitverse:
Römer 12,2; 2.Korinther 10,5; Philipper 2,3; Philipper 4,8; 1.Petrus 1,13
Römer 12,2
... werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes...
2. Korinther 10,5
... nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi ...
Philipper 2,3
... in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst ...
Philipper 4,8
... wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob [gibt], das erwägt ...
1. Petrus 1,13
... umgürtet die Lenden eurer Gesinnung ...
Einleitung
Der Titel „Kontrolle der Gedanken“ soll nicht den Eindruck von hypnotischer Trance oder kommunistischer Gehirnwäsche vermitteln. Es hat mit Verantwortung der Christen zu tun, ihr Denken zu kontrollieren. Die Bibel weist darauf hin, dass das Gedankenleben eines wiedergeborenen Christen eine entscheidende Rolle spielt. Was wir sind, wird größtenteils dadurch beeinflusst, was und wie wir denken. Sprüche 23,7 sagt: „wie ein Mensch denkt, so ist er“. Die Heilige Schrift zeigt uns nicht nur die Verantwortung über unsere Gedanken, sondern auch einige klare Richtlinien, denen zu folgen ein geordnetes und Gott wohlgefälliges Gedankenleben nach sich zieht. Betrachten wir einmal ein paar Bibelstellen genauer, die sich mit der Kontrolle der Gedanken befassen.
Römer 12,2: ... werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes ...
In Römer 12,2 werden wir aufgefordert, unsere Gesinnung zu verändern. Wir sollen nicht so denken, wie die Welt denkt, sondern so wie Gott denkt. Beachte, dass mit „die Welt“ nicht nur Schund oder eine Liste Tabus gemeint ist. „Die Welt“ ist grundsätzlich ein System von Werten, das im Gegensatz zu den biblischen Werten steht. Unserer Denkweise muss der göttlichen Denkweise unterstellt werden. Zum Beispiel sagt die Welt, dass du, wenn du groß werden willst, Erster sein musst. Los, mach schon, sei die Nummer Eins! Aber Gott sagt, wer wirklich groß sein will „wird er euer aller Diener sein“ (Matthäus 20,25-28). Sind wir dem Wertesystem der Welt angepasst, oder verwandelt nach dem Sinn Gottes? Dienen wir einander oder manipulieren wir einander? Was ist unsere wahre Motivation, eine Führungsposition anzustreben? Wir sehen, dass Christen oft leichter nach weltlichen Maßstäben handeln als nach biblischen. Wir haben meist kein Problem mit Alkohol oder Drogen, aber wir sind nach wie vor fleischlich, wenn wir nach Größe trachten durch etwas anderes als dem Dienen. Dieses eine Beispiel zeigt, wie sich die Werte Gottes von denen der Welt unterscheiden. Wir können das aber auch in Matthäus 6,32.33 und Lukas 6,38 finden. Christen müssen ständig ihre Motive, Ansichten und Überzeugungen überprüfen, denn Satan ist ein Meister der Täuschung, indem er uns vorgaukelt, die beiden Wertmaßstäbe seien nicht so unterschiedlich. Außerdem sagt uns Römer 12,2, dass die Beständige Erneuerung unseres Sinnes die einzige Möglichkeit ist, unser Denken von der Gleichförmigkeit mit der Welt verändern zu lassen. Erneuerung unseres Denkens beinhaltet eine beständige Ernährung mit dem Wort Gottes. Konstante „Verdauung“ von biblischen Maßstäben wird unseren Sinn erneuern und kontrollieren. Unser Denken sowie unsere Taten werden nicht mehr länger von der Welt bestimmt, sondern immer mehr vom Willen Gottes – „das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“.
2. Korinther 10,5: ... nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi ...
Ein anderes Prinzip der Gedankenkontrolle ist die „Gefangennahme der Gedanken“. In 2. Korinther 10,5 lesen wir, dass wir jeden unserer Gedanken unter den Gehorsam Christi gefangen nehmen sollen. Unmoralische und selbstsüchtige Gedanken müssen unter Kontrolle gebracht werden, wie Gefangene zu Kriegszeiten. Beachte, dass diese Schriftstelle von geistlicher Kriegsführung handelt (2Kor 10,3-5). Es ist für uns fast unmöglich, sündige Gedanken davon abzuhalten, nicht in unserem Geist auf zu kommen, aber wir können aufpassen, dass wir uns damit nicht beschäftigen. Martin Luther sagte einst: „Du kannst die Vögel nicht davon abhalten, über deinem Kopf zu kreisen, aber du kannst sie davon abhalten, auf deinem Kopf ein Nest zu bauen“. Wir können aufhören, zu fantasieren. Wir können aufhören, bestimmte Bücher zu lesen. Wir könne aufhören, bestimmte Filme anzusehen, die unsere Gedanken verpesten – ebenso wie einige Fernseh-Shows! Kurz gesagt, wir können unseren Sinn davor bewahren, sich mit Gedanken zu beschäftigen, die den Herrn Jesus nicht ehren. Wir können eine Menge davon kontrollieren, was in unseren Gedanken vor sich geht und wir können ganz sicher die Richtung unserer Gedanken kontrollieren. Erlauben wir schädlichen Gedanken nicht, die Kontrolle über unser Gedankenleben zu übernehmen.
Philipper 2,3: ... in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst ...
Eine demütige Gesinnung ist ebenfalls Teil der Gedankenkontrolle. Obgleich es leichter ist, über die Verantwortung unseren Hochmut einzudämmen zu reden, als es zu tun, gibt uns Philipper 2,2-4 einige deutliche Richtlinien wie wir Demut kultivieren können. Vers 3 gibt uns einige sehr praktische Ratschläge, wie man den Hochmut eindämmen kann. Denke niemals von dir selbst besser oder höher als von einem Menschen, mit dem du zu tun hast – selbst wenn du schicker bist, oder reicher oder älter oder hübscher oder sportlicher usw. Achte den anderen immer höher als dich selbst. Obwohl Gott alle Menschen gleich wertvoll geschaffen hat, so sagt Er uns an dieser Stelle, dass es ein Schlüssel für die Gedankenkontrolle im Bereich Stolz ist, dass ich den anderen höher achte als MICH selbst. Diese Verse waren ursprünglich an Mitgläubige gerichtet. Sicherlich waren einige Christen in Philippi höher begabt als andere, einige trugen mehr von der Arbeitslast als andere, und einige waren „geistlicher“ als andere. Und gerade in dieser Situation war Gottes Anweisung an JEDEN, den ANDEREN höher zu achten als sich selbst! Du kannst dir sicher sein, dass wir, wenn wir dieser Richtlinie folgen würden, das wir dem Hochmut mehr im Griff haben würden und unsere Gedanken mehr unter Kontrolle hätten. Ein stolzer Christ scheint alles unter Kontrolle zu haben, aber unkontrollierter Stolz breitet sich immer in verletzenden Wogen auf andere Menschen aus und ist ein sicheres Zeichen einer unkontrollierten Gedankenwelt vor Gott.
Philipper 4,8: ... wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob [gibt], das erwägt ...
Ebenso notwendig ist das Besiegen von Vorurteilen gegenüber anderen. Diese Verantwortung taucht in Philipper 4,8 auf, wo dieser Vers im Zusammenhang des ganzen Philipperbriefes betrachtet wird. Ein Grund, warum der Apostel Paulus diesen Brief schrieb, war eine beginnende Spaltung in der Gemeinde. Der Grund ist unbekannt, aber es ging nicht um entscheidende Lehre. Scheinbar handelte es sich um eine Nebensächlichkeit, in der sich die Gemeinde nicht einigen konnte – vielleicht eine finanzielle Entscheidung! Auf jeden Fall scheint es so, dass die Reibereien Rivalität und negative Einstellungen zwischen den Gläubigen hervorriefen. Zwei eifrige Frauen, Evodia und Syntyche, waren teilweise daran beteiligt. Paulus wusste nur zu gut, dass man aus einer Mücke einen Elefanten machen konnte. Deshalb fordert er die Philipper im ganzen Brief auf, den anderen selbstlos zu lieben
In Philipper 4 wird die Ermahnung bezüglich der Einheit fortgesetzt. Die Philipper waren aufgefordert,
• mit ALLEN Gläubigen Milde zu üben (Selbstbeherrschung bei Provokation;
• Sie sollten sich um nichts sorgen in den momentanen Umständen - auch wenn es nicht nach ihren Vorstellungen ging
• Der Friede Gottes zur Bewahrung der Gedanken und Herzen durch Gebet (und nicht durch manipulative Überredung anderer) war die einzige Möglichkeit
Und nun wird in Vers 8 den Philippern eine letzte „Empfehlung“ auf ihrem Weg zu größerer Einheit gegeben. Sie sollten positiv über den anderen denken! Das gilt auch uns! Wir sollen unsere Gedanken nicht um die Fehler der Geschwister kreisen lassen, sondern uns ihre guten Eigenschaften ins Gedächtnis rufen. Richten wir unser Augenmerk auf die edlen und ehrenhaften Eigenschaften des Bruders, mit dem wir uns reiben. Es muss etwas an ihm geben, das gut ist! Denken wir an das Aufrichtige und Liebenswerte an der Schwester, die hinter unserem Rücken über uns redet. Auch sie hat vortreffliche Eigenschaften! Beim geringsten Anschein von Vortrefflichkeit oder dem geringsten Punkt, den man loben kann, sollten wir mit unseren Gedanken dabei verharren. Jeder Gläubige hat Schwächen und Stärken – auch du! Wenn wir uns bemühen, unseren Blick auf die Stärken statt auf die Schwächen der Geschwister zu lenken, werden wir merken, dass es möglich ist, Vorurteile abzubauen. Versuche eine Liste aufzustellen, auf der du alles Positive des Menschen vermerkst, der dich derzeit stört, und schau, wie sich das auf deine Gedanken auswirkt. Diese Art der Gedankenkontrolle wird nicht nur Frieden in deine Gemeinde, sondern auch die Gegenwart Gottes in dein Herz bringen ,weil es Gott gefällt, wenn du Vorurteile überwindest
1. Petrus 1,13: ... umgürtet die Lenden eurer Gesinnung ...
Ein weiteres Prinzip der Gedankenkontrolle ist das Setzen der richtigen Prioritäten, wie wir in 1. Petrus 1,13 sehen. Die Lenden der Gesinnung umgürten bedeutet, diszipliniert denken. Dieser Ausdruck stammt aus biblischen Zeiten, als die Menschen ihre Gewänder hochrafften oder umgürteten, um sich freier bewegen zu können. Zu viele Nebensächlichkeiten können unser Denken und unsere Prioritäten behindern und sich negativ darauf auswirken. Unsere großartige Errettung im Blick (1,3-12), sollen wir „deshalb“ dementsprechend unsere Gedanken disziplinieren und unsere Prioritäten richtig setzen. Wie viel Zeit verschwenden wir mit Gedanken an Dinge, die in 100 Jahren keine Rolle mehr spielen werden – oder auch nur in einem Jahr!? Warum lenken wir unsere Gedanken nicht mehr auf ewige Wahrheiten, wie dieser Vers uns anweist? Der Punkt ist nicht, dass wir niemals über Mode, Aktien, den Superbowl oder andere weltliche Themen nachdenken dürften, sondern vielmehr, dass wir uns angewöhnen sollen, mehr über wirklich wichtige Dinge nachzudenken. Das sollte mit der Gewohnheit beginnen, täglich Zeit alleine mit dem Herrn Jesus zu verbringen – durch Lesen in Seinem Wort und das Gespräch mit Ihm im Gebet. Eine regelmäßige stille Zeit mit Gott ist nicht immer leicht einzuhalten, aber diese Disziplin ist von oberster Wichtigkeit, weil es uns dazu führt, alle anderen Prinzipien der Gedankenkontrolle umzusetzen.
Vergiss nicht - Deine Gedankenwelt ist von Bedeutung! Halte sie unter Kontrolle!
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