Hinweise zum empfangen persönlicher Prophetie

Kurzbeschreibung/Zusammenfassung
Prophetie - ein spannendes Thema! Kaum ein Gebiet des christlichen Glaubens wird aber mehr missbraucht. Für jeden Christen ist es wichtig auf diesem Gebiet informiert und somit mündig zu sein. Der Autor gibt einige wichtige Tips wie mit Prophetie umgegangen werden kann und hilft, echte Prophetie zu erkennen.

Autor
Jens Kaldewey

Quelle

Datum

Typ: Schulung, Seminar

Zielgruppe: Christen allg., Sattelfeste

Themen: Glaube

Stichwoerter: Offenbarung, Prophetie, Zukunft

Bibelstellen:



PredigttextHinweise zum Empfang persönlicher Prophetie  
 Der Sinn persönlicher Prophetie  

1. Ermutigung durch die Erfahrung, dass Gott mich kennt, über meine Gaben, Lebensumstände, Nöte Bescheid weiss. „Gott weiss, wer ich bin, wie es mir geht. Er kümmert sich um mich.“

2. Wir erfahren etwas, was wir jetzt vielleicht nicht oder kaum verstehen, was uns sogar merkwürdig und unwahrscheinlich vorkommt. Später aber, vielleicht viele Jahre später erinnern wir uns und verstehen das Wort und werden sehr ermutigt. Der Sinn persönlicher Prophetie ist also oft eine Ermutigung, die noch nicht in der Gegenwart, wohl aber in der Zukunft wirksam wird. Joh 14,29  Mk 9,31-32

3. Es wird uns etwas von Gottes Wesen offenbart. Es geht gar nicht um uns, sondern um Gott selbst. Gott zeigt mir etwas von ihm, was ich vergessen, vernachlässigt habe oder nur sehr schwer glauben kann.

4. Ich soll auf etwas in der Zukunft liegendes vorbereitet werden, z.B. durch eine Art von Warnung vor etwas, wo ich acht geben soll, oder durch die Andeutung eines schwierigen Ereignisses, die mir in der entsprechenden Situation, wenn sie eingetreten ist, hilft, sie besser zu verkraften, weil ich weiss, dass Gottes „Hand darüber ist.“

5. Gott deutet eine Richtung an, die ich einschlagen soll: „Gehe in das Land, das ich dir zeigen werde.“ Er wird mir aber selten Details oder irgendeine Art von fertigem Programm zeigen, welches meine Kreativität, meine Abhängigkeit von Gott, meine Mündigkeit und Freiheit beeinträchtigt.

Richtlinien zum Umgang mit persönlicher Prophetie


1. Eine echte Prophetie befindet sich immer im Einklang mit dem geschriebenen Wort der Schrift. Eine Weissagung, die sich in einem erkennbaren Widerspruch zu Aussagen der Bibel befindet, wirf weg!

2. Rechne damit, dass die Prophetie nicht hundertprozentig „rein“ ist. Versuche, das Göttliche hinter oder in dem Menschlichen zu entdecken, bzw. umgekehrt. Prophetie ist „Stückwerk“, deshalb „prüft alles, das Gute behaltet.“ (1.Thess 5,20-21  1.Kor 13,9)
3. Betrachte keinen prophetischen Eindruck als ganzes, vollständiges Bild, sondern als ein Puzzlestein, als ein Beitrag zur Vielfalt des Redens Gottes in deinem Leben.

4. Sei bei aller guten Nüchternheit wirklich offen und rechne damit, dass Gott redet. Bevor du prophetischen Dienst in Anspruch nimmst, bete für diesen Dienst, bete für den „Propheten“, bete um die Fähigkeit zu verstehen, bete um ein reines Herz und lass dich auch reinigen von allen konkreten Sünden. Dein Glaube, deine Erwartung, dein Vertrauen wird die Vollmacht des prophetisch begabten Menschen freisetzen. Dein Unglaube, dein Misstrauen, deine Lässigkeit („Mal sehen, was der mir bringt…“) werden seine Vollmacht einschränken (Mt 13,57-58!)

5. Je konkreter die Prophetie ist, je mehr sie eine Richtungsweisung für dein Leben enthält, desto mehr sollte sie durch andere Zeugen bestätigt werden: „...damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde“ (Mt 18,16). Diese Zeugen können sein:
 - Das Zeugnis unseres eigenen Herzens, eine tiefe innere Gewissheit, ein „Amen“ in unserem Geist.
 - Andere Prophetien oder Eindrücke von anderen Personen
 - Ich selbst habe das, was mir jetzt prophetisch zugesprochen wird, lange auch schon selber gespürt.
 - Bestätigende Umstände in meinen Leben
 - Seelsorgerliche Gespräche, in denen man gemeinsam die Prophetie anschaut, damit arbeitet und zusammen erkennt, dass sie passt und wirkt und hilfreich ist.

6. Vermeide die „Wahrsagefalle“. Benutze nicht einen prophetisch begabten Menschen als Wahrsager, der dir eigene Entscheidungen, eigenes Überlegen vor Gott abnimmt und dich in Abhängigkeit und Unmündigkeit führt. Prophetie darf nicht gesucht werden als bequemer Ersatz für das eigene Forschen nach dem Willen Gottes, das regelmässige Gespräch mit Gott, das Lesen in der Bibel, das Hören auch auf Rat und Weisheit von Geschwistern.

7. Missbrauche Gott nicht als Kompass oder Landkarte oder Führungsinstrument, damit du dein Leben besser leben kannst! Es geht zuallererst um Gott selbst und die Gemeinschaft mit ihm!

8. Prüfe, ob ein prophetischer Dienst in deiner Situation am Platz ist. Achte auf eine gute „Dosierung“. Zuviel prophetischer Dienst macht abhängig und unmündig oder sogar gleichgültig. Zuwenig ist oft ein Zeichen von Stolz: „Ich brauche das nicht“ oder Unglauben: „Mit mir redet Gott sowieso nicht“. „Von Prophetien oder ‘diesem Propheten’ ist nicht wirklich etwas zu erwarten.“  „Entweder die Weissagung ‘haut bei mir wirklich rein“ oder ‘vergiss es!’“

9. Aufschreiben, bewegen, bedenken, erinnern!  (Mt 13,23 Luk 2,19  1.Mose 37,11) Gleichgültig, wie irgendeine Weissagung im Moment bei dir ankommt, schreibe sie in ein bestimmtes Heft, lege sie ab an einen bestimmten Ort, wo auch schon andere Eindrücke notiert sind und gehe sie nochmals durch, meditiere sie, bewege sie in deinem Herzen und bitte Jesus, sie dir zu entschlüsseln und zu erklären. Frage ihn: Was soll ich damit tun? Bitte vergiss sie nicht einfach gerade wieder. Wenn Jesus sieht, dass du sein Reden ernst nimmst, auch wenn es zunächst in einem Gewand der Schwachheit, der Unvollkommenheit, der Unvollständigkeit daherkommt, wird er dir weiter Worte anvertrauen. Wenn du merkst, dass du (zumindest im Moment) einfach nichts damit anfangen kannst, lege sie getrost auf die Seite und lass sie los.

10. Bei folgenschweren Prophetien suche Beratung!
Bei recht konkreten Weissagungen mit seelsorgerlichem und/oder wegweisendem Charakter bespreche sie mit einem Menschen deines Vertrauens.