Finanzen und das Königreich Gottes


Finanzen und das Königreich Gottes

 "Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. Jeder gebe wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruß oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott." 2.Kor 9, 6+7

 "An jedem ersten Wochentag lege ein jeder von euch bei sich zurück und sammle an, je nachdem er Gedeien hat, damit nicht erst dann wenn ich komme, Sammlungen geschehen." 1.Kor 16, 2

Im Folgenden geht es um ein sehr kontrovers diskutiertes Thema, nämlich um unsere Einstellung zum Geld bzw. unseren Umgang damit, besonders in unserer Beziehung mit dem Herrn selbst. Dabei soll u.a. auch der Aspekt des Gebens des Zehnten, wie es zu Zeiten des alten Bundes geschah, näher beleuchtet werden und grundlegende Gedanken unseres Vaters bzw. Sein Wesen und Seine Liebe für Seine Kinder deutlich werden. Jesus hat auch sehr oft über Geld gesprochen und den Umgang damit gelehrt; auch darin wollen wir mehr Einsicht nehmen. Bei all dem geht es nicht darum mit erhobenem Zeigefinger zu dogmatisieren, sondern allein darum uns Wahrheiten aufzuzeigen, durch die wir die richtige Perspektive bekommen und zu helfen einen wesentlichen Aspekt in unserer Beziehung zum Herrn zu leben.

 In verschiedenen Bereichen der Gemeinde Jesu existieren sehr unterschiedliche Meinungen darüber, ob der Zehnte wie er im alten Testament verstanden und angewand wurde, noch heute Gültigkeit für uns als Gemeinde hat oder nicht.

 Die Argumentation geht oft dahin, dass es heißt, dass wir heute nicht mehr unter dem alten Bund leben und demzufolge der Zehnte keine Gültigkeit mehr für uns hat.( Teil des Gesetzes, welches Mose gegeben wurde, was letztlich nicht stimmt)

Dieses ist, neben anderen Argumenten, die häufigste Aussage die angeführt wird um zu belegen, dass das Geben des Zehnten nicht mehr relevant ist und ist zugleich auch das schwächste, welches letztlich aus einem Mangel an Einsicht und Erkenntnis entspringt.

 Wenn man einige Bibelstellen, die sich speziell auf das Geben des Zehnten beziehen genauer betrachtet, wird zunächst nicht nur etwas grundlegendes deutlicher, es wird auch ein Einblick über die eigentliche Bedeutung gegeben, die hinter dem Geben des Zehnten steht.

Dabei geht es im Kern um folgende Aspekte:

 1.Das Geben des Zehnten als Ausdruck des Dankes

2.Das Geben des Zehnten als Ausdruck des Vertrauens

3.Das Geben des Zehnten als Ausdruck des Lobpreises, der Anbetung

 4.Das Geben des Zehnten als Ausdruck Gott zu dienen, von Ihm abhängig zu sein und nicht von der Welt.

 5.Das Geben des Zehnten als ein Ausdruck von Gehorsam, ein Ausdruck Segen zu empfangen

In 1.Mose 14 wird der Zehnte das erste Mal erwähnt. Darin wird eine Situation beschrieben, in der Abraham siegreich gegen ein Heer zurückkehrt, wobei er auf dem Weg Melchisedek, den König von Salem, trifft. Dieser König, ein Priester Gottes des Höchsten, geht Abraham entgegen und segnet ihn mit Brot und Wein. Im Gegenzug dazu gibt Abraham ihm den Zehnten von allem.(1.Mo 14, 17-20) Abraham hatte für den empfangenen Segen letztlich Gott, als Ausdruck seines Dankes, den Zehnten gegeben.

 An einer anderen Stelle in der Bibel, in der der Zehnte erwähnt wird, geht es um Jakob. In 1.Mo 28 wird beschrieben wie Gott ihm in einem Traum begegnet und ihm Seine Verheißungen zuspricht ihn zu segnen, zu beschützen und mit ihm zu sein. Jakob vertraut Gott und gibt auch Ihm ein Versprechen, nämlich das Geben des Zehnten, bei Erfüllung der Verheißungen.(1.Mo 28, 20-22) Im weiteren Verlauf wird Jakob mehrfach von Laban seinem Schwiegervater betrogen, aber Jakob bleibt während dieser Zeit fest in seinem Vertrauen zu Gott und dem was Er ihm zugesagt hatte. Er erfährt, dass Gott treu zu Seinen Verheißungen steht, besonders in den widrigsten Umständen (1.Mo 32, 5-13) und hat sich zudem nicht von seiner Zusage abbringen lassen, Gott den Zehnten zu geben.

 So war das Geben des Zehnten Jakobs der sichtbare Ausdruck des Vertrauens in Gott.

 Nach dem Auszug Israels aus Ägypten gab Gott Mose das Gesetz am Berg Sinai. Darin enthalten waren auch Anweisungen über das Geben des Zehnten. Im Wesentlichen ging es darum, dass zum einen Gott die Versorgung der Leviten, dem Stamm, dem kein Erbteil zugesprochen wurde, darin festlegte (4.Mo 18, 21+24); zum anderen war das Geben des Zehnten in erster Linie ein Ausdruck Gott die Ehre zu geben (3.Mo 27,31+32), also ein Ausdruck der Anbetung ( 5.Mo 12, 6+11; 5.Mo 26, 9-11), aber auch ein Ausdruck dessen, Gott zu fürchten und darin zu wachsen und zu reifen.(5.Mo 14, 23) Das Geben des Zehnten, wie Israel unter Mose es lebte, stand also in direktem Zusammenhang ihrer Beziehung zu Gott; ein Ausdruck des Lobpreises und der Anbetung, aber auch Gott mit ihren Gaben zu dienen.

 Im letzten Buch des alten Testaments, in Maleachi 3, 8-10, offenbart der Herr sehr deutlich Seine Gedanken hinsichtlich dessen, Ihm den Zehnten vorzuenthalten. Im Grunde geht es auch hier in erster Linie um die Beziehung zu Gott; der Ausdruck des Gebens oder Nichtgebens, dem was Gott gehört, ist ein Ausdruck von Gehorsam, auch ein Ausdruck dessen, ob Gott den ersten Platz hat in unseren Herzen. An dieser Bibelstelle wird auch deutlich, dass dem Herrn sehr daran gelegen ist, uns Seine ganze Fülle zu geben (ein Ausdruck Seiner Liebe) und Er fordert uns sogar heraus Ihn darin zu prüfen.

 Wenn man sich wirklich eingehender mit den genannten Beispielen beschäftigt wird auch darin deutlich, dass Gott zuerst ein Gott der Beziehung und Gemeinschaft ist und in erster Linie liegt die Initiative und das Verlangen bei Ihm, es mit uns Seinen Kindern zu leben. Man kann dies nicht deutlich genug herausstellen. Gott sitzt nicht im Himmel und schaut nur zu was wir machen. Er hat ein unbändiges Verlangen danach uns Seine Liebe zu zeigen, mit uns innige Gemeinschaft zu leben in allen Bereichen unseres Alltags.

Er hat auch ein Verlangen in allem Alltäglichen verherrlicht zu sein, wozu eben auch gehört wie wir die Dinge handhaben. Alles was wir tun, sollte ein beständiger Ausdruck sein Ihm die Ehre zu geben.

 Darüberhinaus hat der Herr sich in Seinen grundlegenden Aussagen nicht verändert mit dem Kommen Jesu bzw. der Tatsache, dass wir heute im Neuen Bund leben. In Luk 11, 42 sagt Jesus: "Aber wehe euch Pharisäern! Denn ihr verzehntet die Minze und die Raute und alles Kraut und übergeht das Gericht und die Liebe Gottes; diese Dinge hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen." (siehe auch Matth 23, 23) Jesus hat den Zehnten nicht aufgehoben wie auch andere Gebote nicht aufgehoben wurden und für uns heute genauso Gültigkeit haben. (zehn Gebote, die Mose gegeben wurden)

 Um es ganz klar zu machen, dem Herrn gehört ohnehin letztlich alles; Er ist nicht arm und hat es auch nicht nötig darum zu bitten, dass wir Ihm Opfer bringen. Es geht in dem Zusammenhang in erster Linie um uns und um unsere Beziehung zu Ihm. Unser Vater im Himmel liebt uns und möchte uns segnen, uns Seine ganze Fülle geben, soviel, dass wir noch genug haben um beständig abzugeben und andere zu segnen aus dem heraus wir wieder Gesegnete sind.

 Das ist ein Ausdruck Seines Wesens, Seiner Liebe, die Er als Vater für uns, Seine Kinder, hat.

 "Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wievielmehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben, denen, die ihn bitten Matth.7,9-11

"So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir trinken? Oder: was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden." Matt 6, 31-33

 Die kontroversen Diskussionen bzgl. des Zehnten und die Haltung zu Geben oder auch des Nichtgebens zeigt, dass das Problem letztlich ausschließlich in unserer Herzenshaltung begründet ist.

Gott nicht zu kennen als liebenden Vater und unser mangelndes Vertrauen in Ihm, sind in der Regel der Grund, warum viele Christen im Umgang mit Geld nicht wirklich frei sind und dieses zu Seiner Ehre und Verherrlichung einsetzen.

 Wir sagten bereits, dass das Geben des Zehnten oder das Geben generell auch ein Ausdruck des Gehorsams Gott gegenüber ist. Wir wissen, dass Ungehorsam genau der Punkt war, der parallel dazu Satan veranlaßte Eva gegenüber das Wort Gottes in Frage zu stellen. (1.Mo 3, 1) Wir versuchen oft auch nach unseren Vorstellungen oder Vorlieben Dinge abzuändern, zu umgehen oder zumindest Gott und Seine Wahrheit in Frage zu stellen, was eine unmittelbare Folge des Sündenfalls ist.

 Gehorsam oder Ungehorsam ist jedoch entscheidend wenn es darum geht, ob das Reich Gottes oder das Reich der Finsternis vorherrschend ist, ob wir Fluch oder Segen auf uns ziehen.

In Röm 8, 2 sagt Paulus:

 "Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes."

 Wenn wir jedoch geistliche Gesetze brechen hat es Auswirkungen. "Irrt euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten."

(Gal 6, 7)

Wir haben die Wahl zwischen Fluch oder Segen.

 Ungehorsam öffnet Türen für dämonische Einflüsse.

Gehorsam dagegen bringt Gott dazu zu Seinen Verheißungen zu stehen, uns den Segen ererben zu lassen.

 Der Herr hat uns einen freien Willen gegeben und damit auch die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen.

 Auch aus diesem Grunde wurden zwei Bäume in Eden gepflanzt, der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen und der Baum des Lebens.

 Gott wollte, dasswir die Möglichkeit haben uns zu entscheiden und nur eine freiwillige Entscheidung ist letztlich eine Entscheidung die aus Liebe zu Ihm entspringt.

 Gehorsam zu leben in allen Bereichen unseres Lebens ist der deutlichste Ausdruck dessen wo wir in unserer Beziehung zum Herrn stehen. Der Umgang mit unserem Einkommen dem Herrn gegenüber ist davon nicht ausgenommen bzw. ist ein Teil der Beziehung zu Ihm. Wenn wir in eine wahrhaft echte Liebesbeziehung mit unserem König vorgedrungen sind, werden wir auch "unser" Geld (was eigentlich ohnehin von Ihm kommt) letztlich Gott nicht vorenthalten bzw. ist auch in diesem Bereich Er der Herr, hat die Herrschaft inne.

 Es ist dann auch ganz natürlich für uns, dem Herrn mit unserem Einkommen oder einem Teil davon zu dienen.

Gott möchte Sein Reich bauen und dazu werden bekannterweise auch in einem nicht unerheblichen Maße finanzielle Mittel benötigt.

Den Herrn zu preisen, Ihm die Ehre zu geben für das, was Er in unserem Leben getan hat und beständig tut, hat viele Ausdrucksmöglichkeiten, im Geben von unserem Einkommen bzw. den finanziellen Segnungen die wir erfahren, haben wir jedoch in besonderer Weise die Möglichkeit Ihm zu danken, Ihm zu dienen.

 Darüberhinaus sind wir letztendlich immer die eigentlich Beschenkten. Es ist wahr - wir können Ihn darin prüfen und wir werden erleben, dass Er uns die Fenster des Himmels öffnet, uns den Segen im Übermaß gibt.

"Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder gemessen werden." Luk 6, 38