EVP: Schuldenabbau muss oberste Priorität haben
Eingetragen am 07.11.2007 um 23:40 von greenhorn
Die EVP Schweiz hat anlässlich der
Steuerdebatte im Nationalrat in einer Pressemitteilung ihre Prioritäten
in Erinnerung gerufen: die Entlastung der Familien, ein gerechtes und
einfaches Steuersystem und der Abbau der hohen Staatsschulden. Die
Pressemitteilung im Wortlaut:
Am Montag behandelt der Nationalrat in
einer ausserordentlichen Session 51 hängige Vorstösse zu Steuerfragen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Übung nicht nur der Reduktion der
vielen unbehandelten Vorstössen dient, sondern auch zu einer
Standortbestimmung zu diesem wichtigen Thema genutzt wird.
Dabei gelten für die EVP die folgenden Grundsätze:
- Im Zentrum eines ausgeglichenen Staatshaushaltes hat nicht eine
bestimmte Staatsquote zu stehen, sondern die Frage, welche Aufgaben der
Staat zugunsten der Allgemeinheit leisten soll und was der privaten
Initiative überlassen wird. Hat man sich auf die Leistungen geeinigt,
sind die dazu notwendigen, finanziellen Mittel durch Steuern oder
Abgaben zu erbringen. Diese Überprüfung der staatlichen Prioritäten und
Aufgaben muss regelmässig erfolgen. - Die hohe Verschuldung der öffentlichen Hand
muss reduziert werden. Sie kostet uns zu hohe Zinszahlungen, ist nicht
nachhaltig und belastet künftige Generationen. Deshalb kommt für die
EVP Schuldenabbau vor Steuersenkungen. - Die EVP verwendet sich für ein einfaches und
gerechtes Steuersystem. Dies aus der Beobachtung, dass die Menschen
nicht ungern Steuern bezahlen, solange diese fair erhoben werden.
Dieser wichtige Grundsatz wird heute geritzt, was die gegenseitige und
für die Schweiz zentrale Solidarität auf gefährliche Weise untergräbt. - Aus ähnlichen Überlegungen hat sich die
Besteuerung "nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit" zu richten,
wie in Art. 127 der Bundesverfassung festgehalten ist. Dieser Grundsatz
bedingt nach Ansicht der EVP progressive Steuertarife.
Diese Grundsätze bedeuten konkret:
- Einkommenssteuern: die EVP will die Progression beibehalten und die
Abzüge möglichst abschaffen, da sie für ungerechte Schlupflöcher sowie
viel Aufwand bei Steuerzahlenden und Verwaltung sorgen. Der Kinderabzug
wird zusammen mit allen anderen Krippensubventionen und Kinderzulagen
durch ein Kindergeld ersetzt. Die Heiratsstrafe ist durch ein
familienfreundliches Splitting zu eliminieren. - Steuerwettbewerb: ein gewisser
Steuerwettbewerb unter den Kantonen ist sinnvoll, weil er sie zum
haushälterischen Wirtschaften zwingt. Doch ist er heute übertrieben: es
braucht einen weitergehenden, finanziellen Ausgleich mit einer
verbindlichen Bandbreite für die Steuerfüsse der Kantone, wie man es
von den Gemeinden her kennt. - Unternehmenssteuerreform: die EVP hat das
Referendum gegen die Unternehmenssteuerreform mitgetragen, weil zuerst
die Familien entlastet werden müssen. Die Belastung der Gewinne bei den
Unternehmen durch die Gewinn- und beim Aktionär durch die
Einkommenssteuer wird mittelfristig zu einem gewissen Grad korrigiert
werden. Dann müssen aber die privaten Kapitalgewinne aus
Gerechtigkeitsgründen in irgendeiner Form besteuert werden. Es kann
nicht angehen, dass die Lohneinkommen massgeblich zur sozialen
Sicherheit und den Staatseinnahmen beitragen und die Kapitalgewinne
davon ausgenommen sind. - Mehrwertsteuer: je einfacher ein Steuersystem,
desto effizienter und gerechter ist es. Die EVP unterstützt deshalb
einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz, weil er viele
Abgrenzungsprobleme und komplizierte Ausnahmen überflüssig macht. Die
unsozialen Auswirkungen des Einheitssatzes (die Güter des täglichen
Gebrauchs würden deutlich höher besteuert) will die EVP bei der
direkten Bundessteuer kompensieren, die bei tiefen Einkommen negativ
ausfallen müsste (Steuerrückerstattung). - Erbschaftssteuern: zur Finanzierung der
Sozialwerke befürwortet die EVP die Einführung einer Erbschafts- und
Schenkungssteuer auf Bundesebene. Sie ist mit einer hohen Freigrenze
ausgestattet und entlastet die direkten Nachkommen. - Ökologische Steuerreform: um das Klima zu
schützen und die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energieträgern zu
verringern, müssen diese mit Lenkungsabgaben und Steuern belastet
werden, die teilweise an die Bevölkerung und Unternehmen
zurückerstattet werden, beispielsweise mittels der Senkung der
Lohnnebenkosten.
Quelle: EVP Schweiz
Sprache: Deutsch
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