Eine scharfe Predigt


Eine scharfe Predigt

 „ Ihre Predigt gestern hat mir gut gefallen“,

 meinte ein Bauer, als der Prediger ihn besuchte. „ Bloß eins hätte ich mir noch gewünscht: sie hätten noch schärfer predigen sollen. „Nehmen Sie mir das nicht übel“ – nein, im Gegenteil. Es mag schon sein, dass die predigt noch schärfer hätte sein können.“- Ja besonders, als Sie über die Bekehrung sprachen und über Geiz.

 Sie glauben gar nicht , was für Geizkragen in der Gemeinde sind. Es steht doch in der Bibel: Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes! Das hätten sie betonen sollen.

 Endlich brach der Prediger auf. Der Bauer begleitete ihn bis zu Tür. Im Nebenraum – die Tür stand ein wenig offen hingen Schinken und andere Fleischwaren in großen Mengen, dass es eine Freude war, sie an zuschauen. Der Prediger blieb stehen und sagte: „Bevor ich zu ihnen kam, war ich der armen Witwe Krüger. Sie wissen ja, dass sie sechs Kinder hat. Da hat sie es schwer, und es wäre nötig, sie ein wenig zu unterstützen. Sie haben da so schöne Schinken hängen. Wollen Sie mir nicht einen für Frau Krüger herunterholen?“? – „Was einen ganzen Schinken? Das ist zu viel. Ein Stück davon tut’s doch wohl auch.“ „Nein, nein sie braucht einen ganzen. Sie sind doch ein reicher Mann und können nicht einmal einen Schinken hergeben?“ – „Na wenn es sein muss, dann nehmen Sie ihn mit!“

 Als der Bauer den Schinken ausgehändigt hatte, fragte der Prediger: „ Nun, war das Scharf genug gepredigt?“ – „ Ja fast ein wenig zu scharf“, sagte der Bauer.