Die Zeit ist nahe! - 8.1 -
Beredtes Schweigen füllt den Himmelssaal,
bevor das Lamm das siebte Siegel bricht.
Die Gottlosschar vernimmt das Urteil nicht,
hält fest an ihrem Tun im Hybristal
der Unbußfertigkeit, um sieben Mal
beim Schall der Zornposaune dem Gericht
anheimzufallen, das von Strafe spricht
für die, die sich berauschten an der Qual
der Kinder Gottes unter dem Altar
des Höchsten. - Jedes ringende Gebet
der Treuen aller Zeiten hat Gewicht!
Nicht eines geht verloren. Ja, führwahr,
der Herr ist Tröster dem, der zu Ihm steht,
der nicht entflieht vor Seinem Angesicht.
.
Nach Öffnen des Siegels zum siebten Gericht,
herrscht Stille. Kein leisester Hauch widerspricht
dem pochenden Lautlos von sieben ernannten,
Posaunen ergreifenden Engelsgesandten,
die Gottes Befehl unterstehn. -
Nichts kann Seinen Blicken entgehn.
Ein Engel erscheint vor dem goldnen Altar.
Er hüllt die Gebete der gläubigen Schar
in Weihrauch und bringt sie als Opfer vor DEN,
der Macht hat, ins Herz Seiner Kinder zu sehn.
Als Priester setzt Jesus sich ein,
den Heiligen Mittler zu sein.
Noch harren die Knechte in Lebensgefahr.
Er nimmt von den Feuern vom hohen Altar,
entläßt sie ins Rauchfaß als flammendes Licht
und schleudert sie erdwärts, der Welt ins Gesicht,
als Antwort auf Beter, die flehn,
es möge Sein Wille geschehn.
.
Blitze jagen durch die Weiten
ahnungsloser Heidennacht.
Donner brüllen durch die Zeiten,
die voran ins Heillos schreiten,
wo die Angst im Finstern wacht.
Stimmen stürmen durch die Gassen
lasterhafter Frömmigkeit,
wo die Heuchler gottverlassen
ins Gewölk der Wirrnis fassen,
wo die Hoffart hilflos schreit.
Aus Gemäuern kriechen Schatten
schuldgekrümmter Kreaturen,
die auf ausgedörrten Fluren
ihrer Zukunft Brut bestatten,
wie verwaiste Wachsfiguren.
Und die Welt beginnt zu beben
unter Gottes Zorngerichten.
Ob sie Buße tut? Mitnichten!
Wie die Spötter sich erheben
um auf Gnade zu verzichten!
© V F
Quellen:
- Weblog von felshuette
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