Die Leiden Jesu
Die Leiden Jesu
Und wie groß waren seine Leiden! Es wird gesagt, dass je höher man in der Schöpfung geht, die Schmerzempfindung immer größer wird, und je niedriger man geht, desto weniger deutlich wird der Schmerz gefühlt.
Aber was muss es für den Erstgeborenen aller Schöpfung gewesen sein, für Ihn, der alles vollkommen empfand! Es gab nichts Hartes oder Gefühlloses in der gesegneten, empfindsamen Natur Jesu.
Er fühlte bis zum äußersten jede Schmach, die auf Ihn gehäuft wurde.
Er war Lied der Betrunkenen, verachtet und verlassen von den Menschen, ausgelacht, beschimpft und lächerlich gemacht von denen, für deren Nöte Sein Mitgefühl keine Grenzen kannte.
Sein Verrat durch Judas, die Verleugnung durch Petrus, das Verlassenwerden von Seinen Jünger, verwundete Ihn bis in das Innerste Seiner Seele.
In solchen Nöten werden Menschen oft durch ihren Stolz aufrechterhalten. Undankbarkeit, Beschimpfung und Schläge werden oft ausgehalten mit einer scheinbaren Gleichmütigkeit, die einen überrascht. Es kann sein, dass innen drin das Herz wie ein Feuerofen ist, aber ein stolzer Sinn und ein unbezähmbarer Wille schlagen die Ausbrüche der inneren Erregung der Seele nieder, so dass es keinen Ausgang gibt für die Wut, die innen tobt.
Aber in dem sanftmütigen und demütigen Jesus gab es keinen Raum für Stolz. Es mussten keine Rachegefühle unterdrückt werden; kein ärgerlicher Geist musste unter Kontrolle gehalten werden. "Er wurde wie ein Schaf zur Schlachtung geführt, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern, also tat er seinen Mund nicht auf" (Jes. 53). Er sagt: "Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden: mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel" (Jes. 50).
In Psalm 22 hören wir Ihn alle Seine Feinde aufzählen und die Last Seiner Schmerzen vor dem Ohr des Vaters ausschütten. "Stiere von Basan" waren dort; "Hunde" hatten Ihn umgeben; die "Rotte der Übeltäter" hatte Ihn umzingelt: Da war der "Rachen des Löwen" und dort waren auch die "Hörner der Büffel".
Wie bereits angedeutet, hatte sich alles Böse des Universums gegen Ihn versammelt
Satan war da mit all seiner Macht, der Mensch war da als sein williges Instrument der Bosheit, Gott war da im Gericht gegenüber der Sünde und der heilige Dulder war da, zur Sünde gemacht und von Gott behandelt, wie es die Sünde verdiente
Die Quelle der großen Tiefe des Gerichtes Gottes waren aufgebrochen, die Fenster des Himmels waren geöffnet, und das mächtige Gewitter des Zorns und des Fluches und der Rache gegenüber der Sünde schlug über Sein ergebenes Haupt. Er sank in tiefen Schlamm und gab es keinen Grund.
ie Tiefe ruft der Tiefe zu beim Brausen der Wassergüsse Gottes, alle Wogen und Wellen gingen über Ihn hin, die Wasser reichten bis an Seine Seele. Aber all die unendlichen und unaussprechbaren Nöte sind eingeschlossen in jenem Schrei, der sich herausquälte aus Seinem Herzen in den drei Stunden tiefer Finsternis:
"Eli, Eli, lama sabachthani?"Aber dort und in diesem Moment wurde jedes böse Prinzip gerichtet.
Satan wurde entlarvt als der Fürst und Gott dieser Welt, und seine Macht wurde für immer gebrochen.
Es wurde offenbar, dass die Weisheit der Welt Torheit bei Gott war; sie war niemals zur Erkenntnis Seiner Person gekommen, und als Er vor ihren Augen offenbart wurde, da erkannte sie Ihn nicht.
Es wurde offenbar, dass der Mensch unverbesserlich böse war und im Grunde seines Herzens einer, der Gott hasst. Gott wurde offenbar in vollkommener Güte und Liebe dem Menschen gegenüber, trotz all der Feindlichkeit, die ihr begegnete von denen, die sie als ihren Gegenstand erwählt hatte.
Jesus war da, der Gehorsame, Gott verherrlichend, selbst als Er Ihn verlassen hatte. Er war gekommen, den Willen Gottes zu tun, und koste es, was es wolle für Ihn, davon wollte Er nicht abweichen. Es ziemt sich nicht für das Geschöpf, mit dem Schöpfer zu rechten, und es gehört sich nicht für einen Sklaven, die Weisheit des Willens seines Herrn zu bestreiten, und es geziemt sich auch nicht für den Menschen die Wege Gottes in Frage zu stellen: Und den Platz eines Geschöpfes, Sklaven und Menschen hatte Jesus eingenommen, und Er war vollkommen in allem.
Er sei ewig gepriesen!
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