Die Essenz des Christentum


Das Christentum gibt Antworten auf die drei wesentlichen Bedürfnisse des Lebens

- Bedingungslose Liebe, Zugehörigkeit und Lebenssinn.

 Menschen haben drei grundlegende Bedürfnisse – das Bedürfnis nach bedingungsloser Liebe, ein Gefühl der Zugehörigkeit und einen Sinn für ihr Leben.

sie erklären zum Teil, warum ich ein Nachfolger [Jünger] Jesu bin.

 1. ANNAHME / BEDINGUNGSLOSE LIEBE

Wenn ein Kind geboren wird – und in der Tat vom Zeitpunkt der Empfängnis an – empfängt es von den Menschen in seinem Leben nonverbale und verbale Botschaften über seinen Wert. Die geistliche und emotionale Gesundheit durchs ganze Leben hindurch wird auf diesem Fundament aufgebaut.

 Der Titel „Die Neurobiologie von Kindesmisshandlung“ (von Dr. Martin Teicher, Harvard Medical School) behauptet, dass Kindesmisshandlung sogar die Struktur des Gehirns schädigt. Dies führt im späteren Leben zu Depression, Angst, Gedanken an Selbstmord, post-traumatischen Stresssyndromen, usw. Dr. Teicher stellte fest: „Frühe Misshandlung schädigt den Hippokampus [das Ammonshorn], indem er zu sehr Stresshormonen ausgesetzt wird.“ Die Forschung auf diesem Gebiet hat das Lehrfach „Biopsychiatrie“ hervorgebracht. Somit ist auch jeder kleine, sorgende „Input“ in das Leben eines Kindes unglaublich wichtig. Wenn Sie Ihr Kind sanft wiegen und dabei ein Wiegenlied singen, so hat dieses Geschenk zarter Liebe langfristige Auswirkungen…

Ist dieser negative Prozess heilbar? In einem beträchtlichem Ausmaß JA - „Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben!“ Und das ist auch ein Grund, warum ich an Jesus glaube. Er gab uns ein Beispiel, wie man mit anderen Menschen im Hinblick darauf, dass sie nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden, Beziehungen aufbaut. Wenn er „geschädigte“ Menschen antraf, war es Jesu Gewohnheit, ihnen bedingungslose Liebe anzubieten – Liebe geht vor Wert, nicht Liebe als Antwort [Reaktion] auf Wert.

 Die Pharisäer und andere religiöse Führer zurzeit Jesu verstanden das nicht (und verstehen es immer noch nicht). Einige von ihnen lehrten, dass Heiden geschaffen wurden, um Brennstoff für das Feuer der Hölle abzugeben. Sie definierten Menschen im Hinblick auf ihre Sündhaftigkeit und ihre Andersartigkeit. Jesus sagte zur Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde, zuerst „So verdamme ich dich auch nicht“, bevor er „Geh hin und sündige hinfort nicht mehr“ sagte. Sogar die frühen Kirchenväter konnten das nicht verstehen, was der Grund ist, warum diese Geschichte [aus Johannes 8] in vielen Manuskripten in der Zeit von 140 und 400 n. Chr. fehlte!

 Ein kurzes Gebet, : „Danke Herr, dass du uns liebst, bevor wir uns ändern, während wir uns ändern, nachdem wir uns geändert haben und ob wir uns ändern oder nicht.“

 Viele erfahrene Christen hatten Gott noch nie so gesehen!

                                2. ZUGEHÖREN

 Ein Kind – in der Tat jeden Alters – braucht ein Gefühl der Zugehörigkeit, um eine ganzheitliche, gesunde Peson zu sein. „Dies ist meine Familie, mein Volk, mein Platz.“ Die Kirche ist die Institution, die Jesus gründete, um dieses Bedürfnis zu stillen. Was einige interessante und beunruhigende Fragen aufwirft. Warum gibt es mehr Menschen als zu irgendeiner Zeit in der Kirchengeschichte, die zu beten behaupten und die an Gott glauben, die heutzutage NICHT in der Kirche sind?

 Das ist eine komplexe Frage, über die schon viel geschrieben wurde. Unsere kommerzielle Kultur hat die Vorstellung, dass „eine Größe für alle passend ist“ verworfen. Die Erwartungen der Menschen in Bezug darauf, was sie von der Kirche erwarten, sind hoch spezialisiert geworden. Ich glaube auch, dass es mehr Projektion und Transferenz gibt, während sich die zarte Struktur des gemeinschaftlichen Lebens auflöst. Wir möchten, dass die Kirche ein Ersatz für die „Familienwerte“ ist, die wir nicht erfahren haben und wir sind gewöhnlich enttäuscht.

 „Die Kirche ist voll von Heuchlern“, hört man manchmal. Natürlich. Das ist der Grund, warum es die Kirche gibt. Die Menschen in der Kirche sind noch nicht vollständig erlöst. Sie befinden sich im Prozess, heil zu werden, und das schließt diejenigen ein, die in der Kirche Führungsaufgaben übernehmen.

Aber ich glaube, dass sich ein Nachfolger Jesu eine andere Frage stellen muss: Was denkt Jesus über die Kirche? Er liebt sie. Sie ist seine Braut. Er freut sich über die Kirche. Wir Menschen wurden mit der Mentalität „Du bekommst die Liebe und Wertschätzung, die du verdienst“ infiziert. Jesus denkt nicht so. Er bietet der Kirche – sogar der Kirche! – bedingungslose Liebe an. Wir leben in Familien, um Liebe inmitten von Unvollkommenheit zu erfahren. Dasselbe gilt für die Kirche. Während wir im Glauben Jesu reifen, werden auch wir die Kirche trotz ihrer Unvollkommenheiten lieben.

 Wenn die Soziologie uns irgendetwas gelehrt hat, hat sie (in den Worten von Robert Merton) bestätigt, dass „alle Institutionen inhärent degenerativ sind“. Das Böse in Institutionen ist größer als die Summe des Bösen der einzelnen Menschen darin. Institutionen organisieren sich selber, um das Verhalten und die Glaubensauffassungen der Menschen zu organisieren. So bietet uns beispielsweise die Kirche als Institution Glaubensbekenntnisse an, um unsere Glaubenssätze zu bestimmen, und Kirchenverfassungen, um unser Verhalten zu regeln.

 Ein Teil davon erklärt sich aus der Vorstellung dass man „Charisma in eine Routinesache umwandeln“ möchte: Wo Propheten uns Leben bringen, schreiten nach ein oder zwei Generationen die Kommissare ein, um alles zu regeln!

Jesus kommt in diese gefallene Welt der Institutionen und lädt uns ein, realistisch und reumütig zu sein. Realistisch in Bezug auf die Auswirkungen unserer Sünden, wenn wir mit Institutionen in Beziehung treten, und reumütig in Bezug auf unsere Lieblosigkeit, weil wir mit den Unvollkommenheiten der Menschen als Individuen und in Gruppen nicht so gut umgehen, wie Jesus es tat. Aber es gibt Hoffnung! Wenn wir zulassen, dass der Geist Jesu unser Herz und unsere Motivation beherrscht, können wir uns verändern, wachsen und heil werden.

                               3. VERPFLICHTUNG [HINGABE]

Menschen brauchen einen Grund, eine Sache, für die sie zu leben – und zu sterben – bereit sind. Die beste Sache, die ich kenne, ist die Verpflichtung, in unserer Welt das zu tun, was Jesus in seiner Welt tat. Eine Zusammenfassung davon kann man in Matthäus 23,23 und Lukas 11,42 finden – das Streben nach Recht [Gerechtigkeit], die Liebe zu Gott, das Praktizieren von Barmherzigkeit und die Stärkung des Glaubens. Recht und Gerechtigkeit haben damit zu tun, andere Menschen in unseren Beziehungen als Geschöpfe nach dem Ebenbild Gottes zu behandeln (statt in erster Linie als Sünder nach dem Ebenbild des Teufels). Es ist die dringliche Aufgabe der Nachfolger Jesu, dem Bösen und dem Missbrauch der Macht zu widerstehen (wie z. B. als Jesus den Tempel von Leuten säuberte, welche die Pilger „abzockten“).

 Recht befasst sich mit den Ursachen von Schmerz; Barmherzigkeit mit den Symptomen von Schmerz. Barmherzigkeit stellt die Frage: „Welche Art von Hilfsquelle kann ich für dich in deiner Not sein?“ Glaube hilft uns zu erkennen, dass diese Welt und unser Leben Bedeutung haben. Und die Liebe Gottes ist die geistliche Dynamik und Energie, die den Prozess, Christus immer ähnlicher zu werden, antreibt.

Die „Essenz des Christentums“ hat nicht viel mit Glaubensbekenntnissen, Kirchenverfassungen, Liturgien und religiösen Formeln für dies und jenes zu tun. Es dreht sich alles darum, uns von jedweden Dingen in unserem Leben, die unseren Prozess des Heilwerdens hemmen, abzuwenden (die traditionellen Worte dafür sind „Sünde“ und „Reue“), unser Leben Jesus hinzugeben, ihm in einer traurigen und auseinander bröckelnden Welt nachzufolgen, zu einer Gemeinschaft des Glaubens zu gehören, welche diese Verpflichtungen stärken kann, und vielleicht zuvörderst, dass wir uns selber annehmen.