Das Mass der Reife
Das Maß der Reife
Es ist meine Erfahrung, dass bei zu vielen von uns Christen in Bezug auf den Begriff Liebe Verwirrung herrscht. Wir sind davon ausgegangen, dass einen liebevollen Eindruck zu machen die gleiche Realität besitzt wie tatsächlich in eine liebende Person verwandelt zu werden. Ich behaupte nicht, dass wir bewusst geplant haben, oberflächlich oder unverbindlich zu sein, aber wir haben uns mit kosmetischer Korrektur anstelle von echter Veränderung zufrieden gegeben.
Wir haben ein "Altar"-Ego entwickelt, ein für die Kirche bestimmtes Bild, das bestenfalls wenige Minuten länger anhält als der Gottesdienst selbst. Alles, was wir wirklich erreicht haben ist die Kunst, uns als Christen zu benehmen.
Ich denke, wir müssen noch lernen, beständig gemäß der Anforderungen der Liebe Christi zu leben. Ich höre, wie schnell manche bereit sind über die Makel jener zu reden, die sie doch vermeintlich lieben und frage mich, welche Art von Liebe jemand wiederum hinter ihrem Rücken zeigt? Wenn ich Zeuge liebloser Worte aus dem Munde eines Christen werde, erinnert mich das daran, dass wir viel zu lernen haben über Jesus und was es bedeutet, ihm zu folgen.
David betete: "Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser!" (Psalm 19:14)
Unsere Worte sind das Nebenprodukt unserer Betrachtungen. Was auch immer in unseren Herzen brütet wird schließlich zu unseren Lippen aufsteigen. Wenn sich Unversöhnlichkeit in uns herumschleicht, wird unser Reden mit negativen Bemerkungen gespickt sein; selbst in Momenten leichtherzigen Neckens wird sie, wenn wir Bitterkeit beherbergen, unsere Sprache schneidend machen. Jesus lehrte " Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über." (Matth. 12:34b) Wir können unsere Worte nicht heil werden lassen, bevor nicht unser Herz heil ist.
Wenn der Herr über unsere Worte urteilt, tut er dies, weil er unsere Herzen reinigen möchte. Es ist wahr, das Herz ist trügerisch und es ist schwierig, unsere eigene Ungerechtigkeit zu erkennen. Und doch, wenn wir einfach nur innehalten und darauf hören, wie viele unserer Worte ohne Liebe sind, können wir sie zum wahren Problem zurückverfolgen: lieblose Herzen.
Eine neue Salbung
Christen sind im Feuer Gottes. Der Heilige Geist reinigt die Gemeinde von negativem Geplapper. Eine frische Salbung steht bereit, in der Gottes Volk mit dem Charakter sprechen wird, der nötig ist um Ihn zu repräsentieren. Was der Herr zum Propheten Jeremia sagte, spricht er auch heute zu uns:
"Wenn du umkehrst, so will ich dich wieder vor mein Angesicht treten lassen; und so du das Edle von Unedlen scheidest, sollst du sein wie mein Mund." (Jeremia 15:19)
Lasst uns beten, dass so, wie Gott unseren Mangel an Liebe aufdeckt, bald eine Zeit kommen wird, da wir glaubwürdig beten werden: "Du hast mein Herz geprüft, mich des Nachts besucht, du hast mich durchforscht, nichts gefunden, dass ich mich mit meinen Gedanken oder mit meinem Munde vergangen hätte." (Psalm 17:3)
Können wir es erkennen? Gott beurteilt die Qualität unseres gesamten Lebens nach der Gesundheit und dem Inhalt unserer Worte. Deshalb warnt Jesus: "Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben." (Matth. 12:36) Lasst uns Christus Warnung nüchtern betrachten. Er fährt fort: "Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden. " (Matth. 12:37) Jakobus fügt hinzu: "Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber rühmt sich wider das Gericht." (Jakobus 2:13) Ich habe in Bezug auf diese Warnungen eine heilige Furcht im Herzen. Ich weiß, wenn ich unbarmherzig anderen gegenüber bin, wird Gott auch mir gegenüber unbarmherzig sein.
Der Charakter zählt
Zuweilen denke ich, wir versuchen unsere kritische Haltung zu maskieren, indem wir sie "Erkenntnis" nennen. Tatsache ist, das meiste, was sich in unseren Diskussionen über andere manifestiert ist nichts weiter als Urteilen nach dem Fleisch. Wenn wir eine Person wahrhaftig lieben, werden wir in ihrer Abwesenheit genauso liebevoll sein, wie wir es in ihrer Anwesenheit sind.
Jesus sagte, seine Jünger würden an ihrer Liebe erkannt werden. Paulus sagte, dass die Liebe Christi uns beherrschen sollte, was heißt, es sind die Natur und die Disziplin der Liebe, die uns davon abhalten in verbale Attacken, oder auch nur versteckte Kritik, mit einzustimmen. Es gibt einen höheren Weg, den wir einschlagen können. Er beginnt mit Gebet, weitet sich auf Gnade aus, er ist langsam zum Reden, er begegnet einer Person mit einem sanftmütigen Herz, er spricht im Stillen mit der Person; er ist, ungerecht behandelt, vergebend und geduldig mit den geistlich Unreifen.
Natürlich, wenn jemand in kriminelle Aktivitäten verwickelt ist oder andere durch die eigene Sünde ernsthaft gefährdet, müssen wir uns für die Liebe zu der weiteren Gemeinschaft entscheiden und Schritte unternehmen um Unschuldige zu beschützen. Es gibt einen Zeitpunkt für Bestrafung und sogar öffentliches Bekanntmachen von Sünde (Matth. 18:15-17) – doch erst, nachdem wir alle anderen Mittel der Korrektur ausgeschöpft haben – und selbst dann sollte unser Motiv unsere Hoffnung auf Erlösung ausdrücken und nicht zulassen, dass unsere Offenlegung zum Mittel verborgener Rache wird. In allen Dingen müssen unsere Worte von Liebe geleitet werden.
Liebe aus Sicht eines Kindes
Kindern wurde die Frage gestellt, welche Bedeutung Liebe für sie habe. Ihre Antworten waren teilweise ziemlich verblüffend. Ganz besonders die eines Vierjährigen namens Billy ist mir im Gedächtnis hängen geblieben. Er sagte: "Wenn Leute dich lieben, ist die Art, wie sie deinen Namen sagen anders. Du weißt einfach, dass dein Name in ihrem Mund sicher ist."
Dieser Gedanke scheint alles auszudrücken: "Wenn jemand dich liebt... ist dein Name sicher in dessen/deren Mund." Betrachte die Klarheit dieser Sicht von der Liebe, wie sie durch ein kleines Kind erklärt wird. Wenn wir wahrhaftig in der Liebe Christi leben, werden die, die uns umgeben, sicher sein – und andere werden die Liebe Christi, die uns beherrscht, erkennen.
Ihr Lieben, in zudeckender, einhüllender Liebe zu wandeln bedeutet, uns wahrhaftig verbunden mit Christus zu zeigen. Lasst uns Gott bitten: "Vater, zeige mir mein Herz. Regiert deine Liebe, selbst in den verborgenen Bereichen meines Lebens? Sind die Namen anderer sicher in meinem Mund?"
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