Das Kreuz


Jemand hat einmal gesagt: 'Es gibt nichts, was man mit dem Kreuz vergleichen könnte.' Es steht da und wird auch für immer da stehen in all seiner einzigartigen Größe, im Zentrum des Kreises der Ewigkeit; das Wunder für jedes intelligente Geschöpf und das Denkmal, auf dem unauslöschlich sowohl das Böse und der Hass des gefallenen Wesens als auch die Güte und Liebe Gottes eingeschrieben sind.

Aus den undeutlichen Schatten der Vergangenheit heraus zeichnet es sich ab in all seiner Helligkeit und Schwärze, mit Wahrheit und Verrat, Sonnenschein und Schatten, Treue und Falschheit, Gerechtigkeit und Sünde, Gericht und Barmherzigkeit, Mitleid und Grausamkeit, Liebe und Hass.

Durch sein Licht wird das Herz des Himmels offenbar und die tiefsten Tiefen des Abgrunds des Bösen werden aufgedeckt. Der Segen und der Fluch erheben zusammen ihre Stimme. Hier kocht stinkend die tief schwarze See der menschlichen Schuld, und dort verschluckt der reine Ozean der göttlichen Gnade alles mit seinen aufschäumenden Fluten. Nichts aus der Vergangenheit kann sich damit vergleichen, noch kann etwas in der Zukunft dazu in Konkurrenz treten.Dort erscheint die größte Sünde, die das Geschöpf jemals begangen hat, und dort gibt es die mächtigste Entfaltung der unendlichen Barmherzigkeit auf Seiten Gottes, die jemals ans Licht gekommen ist.

Es ist der Ort, wo der Mensch in jeder Quelle seines moralischen Seins geprüft wurde, und es ist dort, wo die Gefühle Gottes bis zu ihren Tiefen ausgelotet wurden. Es ist der Ort, wo das feindliche, gefallene Geschöpf seine respektlose Hand erhob und auf seinen Schöpfer mit tödlicher Absicht schlug, und es ist der Ort, wo die Antwort des Schöpfers in unaussprechlicher und unendlicher Liebe gegeben wurde.

Es ist ein Zeugnis von Bosheit, das der Mensch unmöglich übertreffen kann, und es ist ein Beweis von Gunst, den Gott Selbst nie wiederholen könnte.

Die Fülle an Zorn, Fluch, Gericht und Leid, die Golgatha umschließt, könnte selbst von den Bereichen der Verlorenen nicht erfasst werden; und der Himmel selbst wird nicht groß genug sein, die Liebe, die Gnade und die Barmherzigkeit zu umschreiben, die dort ausgedrückt wurde.Dort ist die ganze Frage von Gut und Böse behandelt, gelöst und für immer erledigt worden.

Dort waren alle Kräfte des Guten und Bösen versammelt. Dort erhob sich die Sünde in all ihrer Macht gegen Gott, und dort kam Gott hervor im Gericht gegen die Sünde. Niemals zuvor hatte das rebellische Geschöpf so viel gewagt. Niemals zuvor hatte sich die Sünde so benommen in Gottes Universum.

Seine Gelegenheit war gekommen: Der Sohn Gottes war in den Händen der Sünder. Die ganze Hölle war in Bewegung. Der geeignete Moment war gekommen, die Zügel des Himmels abzuwerfen. Das Wüten der Nationen, die Verschwörung der Juden, die Bosheit der Welt, alle waren sie gerichtet gegen Christus. Sie wollten nicht, dass dieser Mensch über sie herrsche. Die Kräfte der Unterwelt hatten sich versammelt. Die Fürstentümer und Gewalten musterten ihre Heere für die Entscheidungsschlacht. Die Unterwelt schickte ihren letzten Krieger, und die ganze geschlossene Front der Bosheit bereitete sich vor auf dieses tollkühne Gefecht bei der keine Schonung gewährt noch angenommen werden sollte, und durch welches der Sieg für Gut oder Böse endgültig entschieden werden sollte.