Dalai Lama wehrt sich gegen chinesische Vorwürfe


Seattle/Berlin (AFP) - Der Dalai Lama hat sich bei seinem US-Besuch gegen Chinas Vorwürfe gewehrt, die Unruhen in Tibet angestachelt zu haben. Dazu habe er nicht die Macht, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in Seattle. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte ein weiteres Treffen mit dem Dalai Lama an, ohne ein Datum zu nennen. Der olympische Fackellauf wurde im tansanischen Regierungssitz Daressalam ohne Zwischenfälle fortgesetzt.

"Wenn jemand von Euch denkt, dass der Dalai Lama irgendwie militärische Macht hat, ist das totaler Unsinn", sagte der buddhistische Geistliche in einem Sportstadion von Seattle vor rund 50.000 Zuhörern. "Ich bin nur ein Mensch." Ansonsten hielt sich der Dalai Lama, der seine als "unpolitisch" deklarierte USA-Reise am Freitag begonnen hatte, mit Aussagen zur Lage in Tibet und dem Verhalten der chinesischen Führung zurück.
Trotz der diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und China nach dem Empfang des Dalai Lama im vergangenen September kündigte Merkel ein weiteres Treffen an. Beim nächsten Besuch des Friedensnobelpreisträgers in Deutschland im Mai sei sie zwar in Lateinamerika, aber "ich werde sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal mit dem Dalai Lama zusammentreffen", sagte sie.
Die chinesischen Behörden nahmen nach Angaben staatlicher Medien neun tibetische Mönche fest, die vor drei Wochen einen Anschlag auf ein Regierungsgebäude in der Stadt Gyanbe verübt haben sollen. Die Täter seien Mönchen des dortigen Tongxia-Klosters gewesen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Eine unabhängige Bestätigung für den Vorgang gab es zunächst nicht.
In Tibet waren am 10. März anti-chinesische Proteste entflammt. Bei der Niederschlagung wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 150 Menschen getötet. Die chinesische Regierung spricht von rund 20 Toten.
Der Fackellauf wurde in der tansanischen Stadt Daressalam ohne Zwischenfälle und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt. Der ursprünglich 25 Kilometer lange Fackellauf war bereits im Vorfeld auf fünf Kilometer gekürzt worden. Dies sei jedoch nicht aus Angst vor anti-chinesischen Protesten, sondern wegen starker Regenfälle geschehen, hieß es offiziell.

Quelle: yahoo.de

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