Auf das Ende kommt es an! - Sonettenkranz XIV


I

Bis heute kennt man ihn als Mann von Welt.
Sein Leben glich dem Pfuhl aus Freudentagen,
in dem Gelehrte über Stränge schlagen.
Auf einer Welle schwimmen sie im Geld

wie tote Fische. Glanz zur Schau gestellt,
von Selbstgerechten laut zu Grab getragen. -
Vernimm der Namenlosen Jammerklagen!
Wer nach dem Tod in Teufels Arme fällt,

vermag von ferne nur den Himmel sehn.
Der süße Friede flieht des Stolzen Brust.
Und dürstend muß er nach der Quelle streben,

aus der Getreue trinken, wenn sie gehn. -
Der Reiche fand im Mammon Heil und Lust.
Er führte ein, vom Glück verfolgtes Leben.

II

Er führte ein, vom Glück verfolgtes Leben.
Von sich berauscht, genoß er Rang und Ruhm.
Sein goldner Käfig war ihm Heiligtum.
Die Armut hauste obdachlos daneben.

Er war dem Götzen "Ego" fromm ergeben
und diente ihm durch Habgier, Spaß, Konsum. -
Der Mann erhielt den Preis dafür posthum:
Dem Tropfen Wasser gilt sein Worterheben

bis heute, bis in alle Ewigkeiten.
Wie lange dauert Hölle für ein Stück
Papier, wenn Zungen zäh am Gaumen kleben?

Wer hieß ihn, auf dem breiten Weg zu schreiten,
der ins Verderben führt, ins Keinzurück?
´Nach Wohlstand, Ehre mußt du kriechend streben.´

III

´Nach Wohlstand, Ehre mußt du kriechend streben!´
Gehorchst Du, Narr, dem Ruf der Finsternis,
betäubt sie Dich mit ihrem Schlangenbiß.
Wenn Netze der Versuchung Dich umweben,

wem wirst Du, Sünder, Deine Seele geben?
Du schlägst ihr weiter Wunden, Riß um Riß.
Dein Irren endet nicht im Ungewiß.
Du willst Dich über Gottes Wort erheben?

"Mich hat kein Leid noch Ungemach getroffen,
wie den, der arm und krank am Tor verharrt.
Um mein Gewissen ist es gut bestellt.

Ich kann auf ein erfülltes Leben hoffen.
Bevor man mich in Gönner-Haft verscharrt,
genieß ich weinbeseelt mein Heidengeld."

IV

Verschwende weinbeseelt Dein Heidengeld.
Dem Armen wird es nicht an Gnade fehlen.
Du kannst ihn seiner Würde nicht bestehlen.
Sein Heim ist nicht von dieser Zeit und Welt.

Geschwüre haben seinen Leib entstellt.
Wie sollte er sein Leid vor Dir verhehlen?
Vernimmst Du nicht den Sang aus Menschenkehlen,
die DEM vertrauen, der sie trägt und hält?

Sein Name steht im Lebensbuch geschrieben.
Den Deinen hat der Himmel längst vergessen.
Dem Armen ist ein Zeuge beigesellt,

der wortlos mahnt: "Du sollst den Nächsten lieben."
Doch warst Du viel zu sehr auf Dich versessen,
in allem, was dem Höchsten nicht gefällt.

V

Für alles, was dem Höchsten nicht gefällt,
versuchst Du Dir, ein Recht zurecht zu legen,
als könntest Du Dir anvertrauten Segen
für Deinen Zweck mißbrauchen, heile Welt,

derweil der Tod Dein Kapital umstellt.
Was treibt Dich an, erbarmungslos verwegen,
Dein Pflichtgefühl entsorgt vom Tisch zu fegen?
Du hängst Dein Herz an Überfluß und Geld.

Wer viel besitzt, kann Sicherheit nicht kaufen.
Was machst Du, Mensch, aus dem, was Gott Dir schenkt?
An welchem Platz steht ER in Deinem Leben?

Und warum suchst Du Ihm davonzulaufen?
Dem Götzen "Mammon" dient der Narr und denkt:
´Den Armen brauch ich nichts davon zu geben.´

VI

´Den Armen brauchst du nichts davon zu geben.
Du hast es dir verdient!´ - Der Teufel weiß:
Der Preis fürs Seelenheil ist höllisch heiß.
Denn Rost und Motten ziehn der Spinne Weben

entzaubernd an. - Was kostet Dich das Leben?
Der Tod fährt auf dem Geisterfahrergleis,
mit One-Way-Ticket für den Erdenkreis,
auf dem Verirrte nach Bedeutung streben. -

Wie plötzlich kann die Fahrt ins Grauen enden! -
Dem Reichen wurde klar: ´Es ist zu spät,
den Brüdern eine Nachricht mitzugeben.´

Sein Schicksal lag nicht mehr in seinen Händen.
Er traf auf den, der Trug, Versuchung sät:
´Ich will dich auf den Thron der Sünde heben.´

VII

´Ich will dich auf den Thron der Sünde heben.´
Der Widersacher sucht, gehetzt zu blenden,
damit die Menschen keine Zeit verschwenden,
nach Gottes Reich, Gerechtigkeit zu streben. -

Der Arme glaubte an sein Ewigleben.
Er wußte: Gott wird Seine Engel senden,
ihn heimzuholen zu den Endlosstränden
der Gnade, die dem Müden Frieden geben. -

Erlöste Seelen glauben, weil sie wissen:
Der Höchste - Jesus - hat mich angenommen.
Wenn auch nur Brot vom Tisch des Reichen fällt,

so will ich Jesu Nähe nicht mehr missen. -
Der Reiche hat den Gipfel "Gier" erklommen,
wo Satan sich mit Glanz und List verstellt.

VIII

Wenn Satan sich mit Glanz und List verstellt,
gelingt es ihm, Verirrte zu umwerben,
damit sie ihn ins ewige Verderben
begleiten. Und er weiß, was dem gefällt,

der maskenreich sich selbst für göttlich hält. -
Der Herr gebraucht der schwachen Seele Kerben.
Er geht mit Seinem Kind durch Leid und Sterben.
Er macht es selbst zum Salz und Licht der Welt.

Er half dem Lazarus, sein Kreuz zu tragen.
Der reiche Mann verschloß sein Herz bewußt,
um unerwartet alles zu verlieren.

Er wollte nicht nach Gottes Willen fragen.
Der Widersacher schürt die Sinnenlust,
gewinnt die Seelen, die nach Reichtum gieren.

IX

Gewinne Seelen, die nach Reichtum gieren,
durch Deine Güte, Herr, bevor sie gehn,
um vor dem Thron des Heiligen zu stehn.
Der Heuchler Hochmut wirst Du demaskieren.

Die gegen Dich, den Höchsten, rebellieren,
sind blind für Deine Gnade, denn sie sehn
die Wunder nicht, die Tag um Tag geschehn.
Sie fressen, saufen, huren, ruinieren

ihr Leben, weil sie Dein Gebot mißachten,
sich Götter züchten, wenn ihr Turm zerbricht,
um Staub auf Staub im Herzen aufzubahren.

Im Jenseits müssen sie vor Durst verschmachten,
vertrauen dem, der doppelzüngig spricht:
"Im Diesseits soll dir Geltung widerfahren."

X

Im Diesseits mag Dir Geltung widerfahren,
zu der die Masse heischend applaudiert,
vielleicht sogar zum Aufstieg gratuliert,
zu einem Dasein, satt an Ruhmesjahren.

Der Reiche wollte, konnte nicht gewahren:
Wer gottverlassen durch sein Glück marschiert,
der wird vom Höchsten schweigend ignoriert.
Der Arme baute auf den Unsichtbaren,

der Leid gebraucht, um Menschen zu erreichen.
Sein Gottvertrauen gab ihm Glaubenskraft.
Der AMEN heißt, verläßt die Seinen nicht!

Du suchst, den Herrn aus Deinem Sinn zu streichen?
Du fühlst Dich wohl in trauter Dünkel-Haft?
Als Namenloser stürzt Du ins Gericht!

XI

Als Namenloser stürzt Du ins Gericht.
Du weißt darum und willst doch selbst verfügen,
wohin Du fliehst mitsamt den Lebenslügen.
Wenn Gottes Wort zu Deinem Herzen spricht,

verschließ Dich nicht vor Seinem Angesicht.
Der Reiche starb bei seinen Höhenflügen,
genoß sein Geld in letzten - vollen Zügen. -
Du meinst: "Was nach mir kommt, das schert mich nicht."

Genügt es Dir, dem Sinnlos Dienst zu leisten?
Der Reiche lebte auch nach seinem Willen,
und bettelt ungehört auf allen Vieren

um etwas Wasser, wie die weitgereisten
Entgleisten. Doch ihr Durst ist nicht zu stillen. -
Du kannst die Hölle höhnend ignorieren.

XII

Du kannst die Hölle höhnend ignorieren,
solange Du versklavt auf Erden haust.
Verdammte leugnen auch den Holocaust
und wollen Auserwählte ausradieren,

wie Deine Ahnen, die die Spiegel zieren,
in die Du starrst - mit wutgeballter Faust.
Ist DAS der Narr, dem Du so frei vertraust?
Du willst die Schuld an Dritte delegieren,

die mit dem Reichen längst zu Tische sitzen,
vergeblich auf den Tropfen Wasser warten,
um einzusehn: Der Zug ist abgefahren!?

Erhitzt Du Dich an sanften Silbenspitzen?
Noch hat es Platz in Satans irrem Garten.
Der Reiche mußt´ es nach dem Tod gewahren.

XIII

Der Reiche mußte nach dem Tod gewahren,
wie unbewohnt sein trunknes Spurlos blieb,
an dessen Ende ihn sein Ehr-Geiz trieb,
die Folgen seiner Gier zu offenbaren.

Den Lazarus empfingen Engelsscharen,
weil er sich ganz und gar dem Herrn verschrieb.
Der Tod kam für den einen wie ein Dieb.
Den andern ließ der Heiland heimwärts fahren.

Du willst die Zukunft sicher überschauen?
Und weißt doch nicht, ob Dir ein Morgen naht.
Das Heute fordert Deine Kraft und Pflicht.

Ein Denkmal magst Du Dir im Traum erbauen.
Nimm Dir zu Herzen diesen leisen Rat:
´Wer Götzen dient, den kennt der Himmel nicht.´

XIV

Wer Götzen dient, den kennt der Himmel nicht.
Der Reiche kann sich nicht mehr umentscheiden.
Wer mag ihn um sein Aussichtslos beneiden?
Der Arme lebt vor Gottes Angesicht.

Ihm glänzt der Morgenstern in hellstem Licht.
Er muß den Hunger dieser Welt nicht leiden.
Der Herr wird ihn auf Himmelsauen weiden.
Als Kind des Höchsten droht ihm kein Gericht.

Wo wirst Du, Mensch, die Ewigkeit verbringen?
Wer kann Dir einen Lebenssinn erdichten?
Wie denkst Du über Gier nach Ruhm und Geld?

Und bist Du tot, was wird die Nachwelt singen?
Was mag die Presse über Dich berichten?
"Bis heute kennt man ihn als Mann von Welt..." ?

Meistersonett

Bis heute kennt man ihn als Mann von Welt.
Er führte ein, vom Glück verfolgtes Leben.
´Nach Wohlstand, Ehre mußt du kriechend streben.
Verschwende weinbeseelt dein Heidengeld

für alles, was dem Höchsten nicht gefällt.
Den Armen brauchst du nichts davon zu geben.
Ich will dich auf den Thron der Sünde heben.´ -
Wenn Satan sich mit Glanz und List verstellt,

gewinnt er Seelen, die nach Reichtum gieren.
Im Diesseits mag Dir Geltung widerfahren.
Als Namenloser stürzt Du ins Gericht.

Du kannst die Hölle höhnend ignorieren.
Der Reiche mußte nach dem Tod gewahren:
Wer Götzen dient, den kennt der Himmel nicht.

© V F

Mt. 6, 19-24
1. Tim. 6, 7-10

Quellen:

http://rincon-de-paz.jimdo.com/

http://www.tango4u.com/