AGEAS: Stellungnahme zur Suizidbeihilfe

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Die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Ärztinnen und Ärzte der Schweiz (AGEAS) verurteilt die Machenschaften der Sterbehilfeorganisation „Dignitas“ und fordert ein Verbot der Suizidbeihilfe.

Es darf nicht sein, dass verzweifelte Menschen in derart menschenunwürdiger Weise für ein politisches Ziel instrumentalisiert werden. Die Frage nach dem Recht auf Selbstbestimmung fordert uns heraus, die Augen vor den möglichen Folgen einer liberalen Sterbehilfepraktik nicht zu verschliessen. Wir dürfen in unserem Land keine Kultur des Todes dulden, welche einen moralischen Druck auf Alte, Kranke und Schwache ausübt. Eine gesetzliche Regelung der Suizidbeihilfe, wie sie momentan von breiten Kreisen gefordert wird, bedeutet deren Legitimierung. Ebenso wie Ärzte nicht berechtigt sind, todkranke Menschen am Sterben zu hindern, sind selbsternannte „Bewahrer des Selbstbestimmungsrechts“ nicht berechtigt Präzedenzfälle für die Rechtfertigung der Selbsttötung zu schaffen. Die Suizidbeihilfe bei psychisch Kranken, sowie nachlässige Verfahren zum Ausschluss reversibler Sterbewünsche bedeuten eine grobe Missachtung der Sorgfaltspflicht. Die Palliativmedizin ist besonders gefordert, die hohen Erwartungen an eine menschenwürdige Betreuung am Lebensende noch besser zu erfüllen. Jeder Suizid ist eine Tragödie und keine Problemlösung und Suizidhelfer sind keine „Anwälte der Menschenwürde“, sondern Komplizen der Hoffnungslosigkeit! Muss ich mich in Zukunft rechtfertigen, wenn ich als Kranker trotz hoher Kosten noch weiterleben möchte? Die moderne Gesellschaft nimmt zusehends Abstand vom Glauben an ein Leben als einzigartige und wertvolle Gabe Gottes. Dieser Werteverlust bewirkt, dass Kranken und Schwachen die Würde abgesprochen wird. Dies ist ein Gradmesser für die Beliebigkeit einer Gesellschaft, die Leiden nicht mehr durchträgt, sondern ausmerzt.

Quelle: AGEAS, Dr. Daniel Beutler

Sprache: Deutsch

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