....dass Zeichen und Wunder geschehen!
....dass Zeichen und Wunder geschehen!
Kurz nach der Geburtsstunde der Gemeinde Jesu Christi in Jerusalem bekamen die Apostel Petrus und Johannes Schwierigkeiten mit der Obrigkeit. Sie hatten nichts weiter getan, als einen Menschen, der aufgrund seiner körperlichen Behinderung zum Betteln gezwungen war, zu heilen. Dieses Wunder erregte Aufsehen im Volk, denn viele kannten den Mann, der seit Jahrzehnten seinen Stammplatz an einer der Pforten zum Tempel gehabt hatte. Dort saß er Tag für Tag und empfing die Almosen, die ihm mitleidige Tempelbesucher gaben. Nun stand er plötzlich an der Seite der beiden Apostel auf seinen Beinen, die ihn über 40 Jahre nicht hatten tragen können, und lobte Gott für das Wunder.
Petrus hatte die Gelegenheit ergriffen, der staunenden Volksmenge eine Predigt zu halten. Es bekehrten sich eine große Anzahl Menschen, aber den verantwortlichen Leitern im Tempel gefiel das Geschehen überhaupt nicht. Sie waren empört, dass jemand außer ihnen das Volk lehrte und dabei sogar etwas über die Auferstehung von den Toten und über Jesus Christus sagte. Diesen hatten sie ja erst etwa einen Monat zuvor durch die Römer hinrichten lassen und wünschten, dass Gras über die Angelegenheit wuchs.
Petrus und Johannes wurden abgeführt und verbrachten eine Nacht im Gefängnis. Am nächsten Tag wurden sie einem langen Verhör unterzogen, man verbot ihnen schließlich, weiter im Namen Jesu zu reden oder ihn überhaupt zu erwähnen. Auch die Weigerung der beiden Apostel, sich diesem Verbot zu beugen, änderte nichts daran, dass sie schließlich unter Drohungen entlassen wurden. Die Autoritäten des Tempels fürchteten das Volk und konnten das Wunder an dem ehemals Gelähmten nicht abstreiten.
Dann lesen wir: Als sie aber entlassen waren, kamen sie zu den Ihren und verkündeten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Sie aber, als sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herrscher, du, der du den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hast und alles, was in ihnen ist; der du durch den Heiligen Geist durch den Mund unseres Vaters, deines Knechtes David, gesagt hast: "Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen auf und die Fürsten versammelten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten." Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels, alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehen sollte.
Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden; indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren: und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit. (Apostelgeschichte 4, 23-31)
Was die Gemeinde in dieser Situation von Gott erbittet, finde ich interessant. Sie wünscht sich "Freimut, um sein Wort zu reden" (was den Aposteln gerade verboten worden war). Sie erwartet, dass Gott diesen Freimut schenkt, indem er "Heilungen, Zeichen und Wunder" (was der Grund für die Verhaftung gewesen war) geschehen lässt.
Wie reagieren wir auf Verfolgung?
Wir wissen es nicht, weil wir in unserer Gesellschaft diesen Zustand heute nicht kennen. Darüber dürfen wir mit Recht froh und dankbar sein.
Wir kennen aber auch nicht den alltäglichen Zustand, dass auf unser Wort hin Kranke geheilt werden, Zeichen und Wunder geschehen und sich Tausende bekehren. Wir hören vereinzelt von Wundern, aber sie sind die Ausnahme. Wir erleben auch nicht, dass sich die Stätte, an der wir uns versammelt haben, bewegt und wir alle mit dem Heiligen Geist in der Weise erfüllt werden, dass wir - koste es, was es wolle - das Wort Gottes mit Freimütigkeit reden.Man kann die Bibel als Geschichtsbuch betrachten, als Bericht über Dinge, die einst geschehen sind, heute aber (leider) nicht mehr stattfinden. Man kann sich dafür Erklärungen ausdenken und zusammensuchen. Man kann damit zufrieden sein, dass wir uns in Frieden und unbehelligt in unseren Kirchen und Gemeinden zu Gottesdiensten versammeln, in denen wir uns von Gott beschenken lassen.
Ich bin nicht bereit, davon auszugehen, dass sich Gott in dem, wie er handelt und was sein Wille ist, geändert haben sollte.
Wenn ich in diesem Abschnitt lese, was durch das einmütige Gebet der Gemeinde geschehen ist, dann frage ich mich nicht, inwieweit Gott seine Meinung geändert hat, sondern ich forsche nach, inwieweit wir nicht der Gemeinde in der Apostelgeschichte entsprechen, in der und durch die Gott auf solche Weise wirken konnte.
Was erwarten wir?
Erwarten und erbitten wir eigentlich vom Herrn, dass er seine Hand ausstreckt zur Heilung, dass Zeichen und Wunder geschehen durch den heiligen Namen Jesus? Erbitten und erwarten wir eigentlich dadurch Freimut, um das Wort Gottes zu reden? Sind wir bereit, dafür Nachteile zu erdulden?
Von Verfolgung kann ja keine Rede sein. Niemand hat uns verboten, im Namen Jesu oder über Jesus zu reden. Aber reicht es schon aus, dass wir schief angesehen und von Bekannten oder Verwandten gemieden werden könnten, wenn wir das Wort Gottes reden würden? Reden wir deshalb lieber über Dinge, die unverfänglich sind? Nehmen wir es einfach hin, dass der Name Gottes in unserer Anwesenheit gelästert wird, ohne Einspruch zu erheben? Haben wir uns irgendwie selbst der Kraft beraubt, die wir eigentlich besitzen sollten?
Ich glaube an einen Gott, der sich nicht ändert, und an seinen Sohn Jesus Christus, derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. Der Heilige Geist, an den ich glaube, hat nichts von seiner Kraft eingebüßt, er ist nicht schwach oder müde geworden.
Ich traue diesem Gott zu, dass er die Stätte, an der wir uns zum Gebet versammeln, erbeben lässt. Ich traue ihm zu, dass er seine Hand ausstreckt und dass wir Freimut bekommen, sein Wort zu verkünden, indem Zeichen und Wunder geschehen. Ich glaube, dass sich Tausende an einem Tag bekehren können.
Wenn Gott sich nicht geändert hat - woran mag es dann mangeln?
Es dürfte sich um einen Mangel bei uns, seinen Nachfolgern handeln. Wer meint, dass uns gar nichts fehlt, dass wir uns eben mit einem kraftlosen und wirkungslosen Evangelium arrangieren müssen und froh sein können, so unbehelligt unserer Religion nachgehen zu dürfen, der wird auch nicht weiter fragen und forschen wollen.
Wer aber nicht damit einverstanden ist, dass die Liebe (die uns zu den Verlorenen förmlich hintreiben würde) in uns erkaltet, der wird nach den Gründen unserer Bedeutungslosigkeit fragen. Und er wird bei sich anfangen, nicht beim Pastor oder der Gemeindeleitung.
Gott hat sich festgelegt, auf unser Gebet hin zu handeln. Unser Gebet wird wesentlich von dem geprägt, was wir Gott überhaupt zutrauen und wie wichtig uns die Anliegen sind. Es ist zum Beispiel in den Psalmen zahllose Male vom "Harren auf den Herrn" die Rede. Wer einmal kurz im Gebet um etwas bittet und sich dann, wenn die Erhörung nicht sofort folgt, anderen Dingen zuwendet, wird ein recht erfolgloses Gebetsleben haben, wenn er nicht irgendwann ganz aufhört, zu beten. Wer gar nicht begriffen hat, dass wir es mit unseren Gebeten und mit unserem Handeln sind, die Umstände verändern und dazu beitragen, dass das Reich Gottes kommt und sein Wille geschieht, der beraubt sich der Vollmacht, die uns verheißen ist.
Wir dürfen getrost die Maßstäbe Gottes anwenden, die wir in der Heiligen Schrift finden. Das heißt ganz konkret, dass wir unserem Gott mehr zutrauen und mehr erbitten dürfen als bisher. Wenn unser Gott der gleiche ist, dann kann er auch heute noch seine Hand ausstrecken und Zeichen und Wunder geschehen lassen, damit wir in Freimut das Reich Gottes verkünden und beweisen, das es da ist.
Wir müssen allerdings bereit sein, die Nachteile (die am Ende Vorteile sein werden) in Kauf zu nehmen.
Voraussichtlich wird dich vorerst niemand ins Gefängnis stecken, weil du einen Blinden geheilt hast oder weil sich durch dein Zeugnis Scharen von Menschen bekehren. Du wirst aber auf die Gesellschaft von Spöttern verzichten wollen und müssen, du wirst Widerstand erleben und man wird falsche Dinge über dich behaupten. Mancher, in dem die Liebe erkaltet ist, wird dich als Schwärmer und vom Glauben abgewichen bezeichnen, weil Gott auf dein Wort hin Dinge tut, die dieser Mensch nie erlebt hat.
Es ist nichts neues, sondern schon in der Apostelgeschichte zu finden, dass diejenigen, die Gott beim Wort nehmen und in seiner Kraft Kranke heilen und Tausende zum Glauben führen, am meisten kritisiert (und leider oft ausgerechnet aus frommen Kreisen) mit Kritik, falschen Behauptungen und Spott überschüttet werden. Das fing mit Petrus, Johannes und Paulus an undes wird mit Benny Hinn, Charles Ndifon und Reinhard Bonnke nicht zu Ende sein. Du könntest der oder die nächste sein.
Doch das wird dich nicht davon abhalten können, deinem Gott in Vollmacht zu dienen, weil du zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachtest - und alles andere ist dir zweitrangig.
Ich bin aber kein Apostel...
Wer nun meint, solche großen Taten seien Aposteln vorbehalten, der kann sich zum Beispiel in Apostelgeschichte 6 und den folgenden Kapiteln eines Besseren belehren lassen. Der Diakon Stephanus war kein Apostel. Der Evangelist Philippus war ein einfacher Nachfolger Jesu, seine vier Töchter waren Prophetinnen.
Gott hat keine Lieblingskinder und kaine Stiefkinder. In dem oben zitierten Bibeltext heißt es, dass sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden und das Wort Gottes mit Freimütigkeit redeten. Wenn wir in Joel über unsere Zeit lesen, dass der Herr seinen Geist auf alles Fleisch ausgießen wird, dann gehöst Du dazu.
Es iat allerdings wahr, dass nicht jeder Christ Zeichen und Wunder erlebt. Das liegt jedoch nicht daran, dass Gott mit den Gaben und der Vollmacht geizen würde, sondern daran, dass nicht jeder Christ in den Dienst des Evangeliums treten möchte und bereit ist, den Preis zu bezahlen.
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