"Sterben sollst du für dein Glück" (Sabatina James)
Ich war eigentlich auf der Suche nach einer Art von "Internetseelsorge" und hatte gehofft hier etwas in der Art zu finden......
Naja ich denke solange es anonym ist hilft mir ein Blog auch möglicherweise weiter?!? Auch wenn es am Ende nur darauf hinaus läuft sich alles von der Seele zu schreiben.
Ich lese zur Zeit ein Buch, es heiß "Sterben sollst du für dein Glück" (siehe Titel). Es geht um eine junge pakistanische Frau, die zwischen der westlichen (in Österreich) und der muslimischen Kultur aufwächst und in eine Ehe mit ihrem Cousin in Pakistan gezwungen wird. Es kommt jedoch nicht zu der Heirat, weil sie sich dagegen wehrt. Ihre ganze Familie ist streng muslimisch und niemand scheint sie zu verstehen. Auf der Suche nach Halt im muslimischen Glauben findet Sie über Umwege zu Jesus. Sie beschreibt die Anfänge Ihres "Glaubens" an Christus sehr bewegend, wie ich finde:
"Mittelerweile las ich jede Nacht in der Bibel und stellte fest, dass dieser Glaube immer größeren Eindruck auf mich machte. Für mein Empfinden strahle er eine so große Ruhe und Güte aus - ganz anders als der Islam. (...) Je mehr ich mich mit der Bibel beschäftigte, um so absurder erschien mir der Koran. Im Koran kreiste alles um die Macht des Glaubens, ganz offen wurde die Unterdrückung der Frau legitimiert und selbst die Gewalt, das Töten Andersgläubiger, wurde nicht verurteilt. Im Vergleich dazu war die Bibel um so vieles wärmer, freundlicher, liebevoller - zu allen Menschen, auch zu den Frauen. Und rückblickend betrachtet, spendete mir die Bibel sogar in dieser schwierigen Phase meines Lebens Trost - etwas, was dem Koran niemals gelungen war."
Als ich dieses Buch kaufte, ahnte ich nicht, dass es auch um den christlichen Glauben gehen würde. Mich haben die Worte der Autorin so getroffen, wie sie den christlichen Glauben und die Bibel beschreibt. Ich bin (Gott) sehr danbar dafür, dass ich in einer christlichen Familie und Gesellschaft hineingeboren bin und gleichzeitig schäme ich mich dafür, dass ich Gott aus meinem Leben verstoßen habe.
Aber ich habe keine Ahnung wie ich das wieder "gut machen" soll?!
Ich hatte mich im Alter von 18 durch die Taufe (endgültig) für Jesus entschieden ..... nicht mal ein Jahr später habe ich meinen Traumprinzen kennengelernt, der leider nicht an Gott glaubt. Die Gemeinde, der ich damals angehörte, hat mich nach mehreren seelsorgerischen Gesprächen, die ich eher passiv über mich ergehen lies, aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen (weil ich mein Leben mit einem nicht an Gott gläubigen Menschen teilte).
In der Anfangszeit, nachdem die "rosa Wolken" verflogen waren, hat mich die Trennung von Gemeinde, christlichen Freunden und der Gemeinschaft sehr belastet. Rückblickend könnte man sagen, dass ich ein depressives Verhalten an den Tag legte, da mein Freund verständlicherweise die Leere in meinem Herzen nicht füllen konnte. Es war nicht so, dass Jesus plötzlich gegangen war ...... es lässt sich schwer beschreiben, aber so nach und nach entstand ein Loch in meinem Herzen, dass nur durch Jesus gefüllt werden kann. Wir hatten verständlicherweise eine längere Beziehungskrise, aber ich habe schnell verstanden, dass mein Traumprinz mir einfach nicht alles geben kann wonach mein Herz sich sehnt. Und ich habe angefangen viel zu arbeiten und zu lernen um den Verlust meiner persönlichen Beziehung zu Jesus zu vergessen. Da mein Freund auch sehr viel arbeitet, war es kein Problem sondern eher von Vorteil für unser gemeinsames Leben. Mir schien es unmöglich meine Beziehung zu Jesus prallel zu meiner Beziehung zu meinem Freund aufrecht zu erhalten. Anfangs habe ich noch die Bibel gelesen und gebetet, aber nach einigen Jahren war völlige Fukstille eingetreten. Immer wenn ich Zeit finde über meinen geistigen Zustand nachzudenken, bin ich sehr traurig über den Verlust meiner Beziehung zu Jesus. Ich habe ihn einfach im Regen stehen lassen. Es tut mir so leid. Vor allem wenn ich daran denke was er für mich erlitten hat!
Aber gleichzeitig bin ich auch glücklich meinen Freund zu haben. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen und könnte ihn nicht verlassen. Wir lieben uns und werden,( wenn wir neben der ganzen Arbeit Zeit finden) auch bald heiraten. Ich kann ihn nicht dafür bestrafen, dass ich mit 19 einen Fehler gemacht und mich in ihn verliebt habe, indem ich ihn verlasse. Es würde ihn so sehr verletzen. Er würde es nicht verstehen, weil er Gott nicht kennt. Aber meine Beziehung zu Gott ist aufgrund meiner Beziehung zu ihm zerstört. Ich kann, weil ich mit meinem Freund glücklich bin keine Buße über mein Verhalten Jesus gegenüber tun.
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