felshuette

Ich male Dir das Meer ins Herz hinein - Sonettenkranz VIII

I

Ein Atmen stirbt. Im Sand verläuft ein Lachen.
Sein Echo sinkt hinab ins Meerestief,
als wärs ein unbeschwerter Abschiedsbrief,
gewebt aus Illusionen, tausendfachen

Momentnuancen, namenlose Nachen,
beladen mit Vergänglichkeit. Sie rief
Dir gestern zu: "Dein Trauerjahr entschlief
in meinen Armen. - Zeit, Dich aufzumachen,

dem Januar Dein Hoffnungsbild zu bringen."
Wir dürfen uns an Augenblicke lehnen,
wie Kinder glauben, zuversichtlich sein.

Ich will Dir altvertraute Weisen singen
zum Muschelklang der Wellenkantilenen.
Und male Dir das Meer ins Herz hinein.